Hans-Olaf Henkel zu Besuch im Sauerland. Vortrag in Olpe. Fotos: Sven Hupertz

Hans-Olaf Henkel zu Besuch im Sauerland. Vortrag in Olpe. Fotos: Sven Hupertz

Olpe – Die Alternative für Deutschland (AfD) schickte am vergangenen Freitag ihre „Nummer 2“ ins Sauerland zum Wahlkampfauftakt in die Dorfgemeinschaftshalle in Olpe-Dahl/Friedrichsthal. Nach dem noch im Herbst 2013 Prof. Dr. Bernd Lucke die Olper Parteifreunde im Bundestagswahlkampf unterstützt hat, trat nun der populäre Ex-Manager und Ex-Präsident vom Bundesverband der deutschen Industrie auf das Podium vor einer sehr gut gefüllten Halle.

Finanzrichter Dr. Michael Balke und Kreissprecher Reiner Rohlje waren Vorredner

Egal in welche Richtung die Altparteien von SPD, CDU, CSU, FDP und die Grünen die Nachwuchspartei verorten möchten, die gerade knapp ein Jahr alte „Alternative für Deutschland“ kann personell und in puncto Wirtschafts- und juristischer Kompetenz mithalten, wenn nicht sogar mit Menschen aus der Praxis – wie z.B. Reiner Rohlje als langjähriger Firmenchef – das Politikerpersonal der etablierten Parteien überbieten.

Finanzrichter Dr. Michael Balke referierte zur neuen "Grundgesetzpartei".

Finanzrichter Dr. Michael Balke referierte zur neuen „Grundgesetzpartei“.

Dr. Michael Balke (AfD Mitglied und Finanzrichter am Niedersächsischen Finanzgericht) stellte während seiner Rede die AfD als neue „Partei der Vernunft“ vor. In den Zielen und der Denkweise verglich er bei seinen Ausführungen den Geist der Partei mit Immanuel Kant. Er könne auch Namensgeber einer politischen Stiftung für die Partei sein. Balke brachte den Besuchern in Dahl-Friedrichsthal kleine Heftchen mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland mit. In seinem Exkurs zur aktuellen Tagespolitik zeigte er mehrfache Verfehlungen der politisch Verantwortlichen auf, die regelmäßig gegen diese Grundgesetze verstoßen. In weiteren Ausführungen ging Dr. Balke auf das neue Wahlprogramm der AfD ein. „Von wegen 1-Themenpartei…“ – ein Vorwurf, der sehr oft von anderen Parteien reflexartig gebracht werde, um die Kompetenz der AfD zu verunglimpflichen. Die AfD zeige mit ihrem basis-demokratisch ausgearbeiteten Wahlprogramm (17.000 Mitglieder wurden bei der Programmfindung via Internet befragt), dass sie eine lupenreine bürgerliche Partei ist. In manchen Punkten sei die Partei nachweislich liberaler, als es die FDP sei.

Vor seinem Auftritt bei der Wahlkampfveranstaltung, besuchte Hans-Olaf Henkel den WIRO Werkzeugbau.

Vor seinem Auftritt bei der Wahlkampfveranstaltung, besuchte Hans-Olaf Henkel den WIRO Werkzeugbau.

Hans-Olaf Henkel besuchte vor seiner Rede bereits im Vorfeld das Unternehmen von AfD-Kreissprecher Rohlje, die WIRO Präzisions-Werkzeugbau GmbH & Co. KG in Olpe-Saßmicke. Natürlich waren die Beiden während des Rundgangs bei WIRO auf einer Wellenlänge. Henkel hat wirtschaftlichen Sachverstand, den konnten Millionen Fernseh-Zuschauer in vergangenen Talkshows im Fernsehen und in unzähligen Presseinterviews in Tageszeitungen nachlesen.

Hetze, Verunglimpfungen und Verleumdungen gegen die AfD

Kaum hatte Henkel in der DGH Dahl-Friedrichstahl das Mikrofon in der Hand, ging sein Exkurs direkt mit Vollgas los. Henkel rechnete mit den Altparteien ab, und zeigte auch dem Auditorium auf, warum er als damaliger Fürsprecher des Euro nun zum totalen Verfechter wurde. „Bei der Planung und Einführung vom Euro wurden auch keine Staatsverträge schonungslos gebeugt und gebrochen“, so das Hauptargument von Henkel. Bisher war er stets nur auf der Außenlinie des Spielfeldes der Wirtschaftspolitik und machte Eingaben von Draußen. Als sich zuletzt allerdings CDU, CSU, SPD, Grüne und FDP als Einheitsparteien im Schulterschluss präsentierten und auch absolut unverantwortliche Rettungsmechanismen hirnlos durchgewunken hätten, sah sich Henkel gezwungen, in die Politik einzutreten. Die einzige politische Alternative sei die AfD in der Tat. Sei sie es doch, die schonungslos auf die Einhaltung der Maastricht-Verträge wert lege und sogar unpopuläre Ausstiegs-Szenarien ernsthaft diskutiere.

Trotz Brückentag und trotz Nachmittagsveranstaltung: Die DGH war sehr gut gefüllt. Die Veranstalter von der AfD Olpe waren sehr zufrieden.

Trotz Brückentag und trotz Nachmittagsveranstaltung: Die DGH war sehr gut gefüllt. Die Veranstalter von der AfD Olpe waren sehr zufrieden.

Gegen die Gleichmacherei: Die Vereinigten Staaten von Europa

Im Augenblick sieht Henkel nur eine Strategie hinter den „hanebüchenen Rettungsversuchen der Gemeinschaftswährung“: Endziel Vereinigte Staaten von Europa. Die Karre werde derzeit so dermaßen in den Dreck gefahren, um am Ende dieses von den Einheitsparteien erneut als einzige „alternativlose politische Möglichkeit“ aufzuzeigen.

Das Dilemma sei nur entstanden, weil die Finanzwelt mit größenwahnsinnigen Geschäftspraktiken mit schlechten Anleihen groß Kasse gemacht hätten. Henkel klärte auf, dass Frau Merkel damals nicht deutsche Banken habe retten wollte, sondern französische retten musste, damit dort nicht die Finanzwelt kollabiert. Deshalb wäre sie damals auch so oft in Paris und mit französischen Spitzenpolitikern im Schlepptau zu sehen gewesen.

Henkel blickte in die Vergangenheit und ist zu 100 Prozent davon überzeugt, dass nun Schritt für Schritt ein zentralistisches Monster entstehen würde. Solche Experimente gäbe es bereits in der Vergangenheit öfter. Diese hätten aber allesamt nicht lange überlebt. Am Ende seien dann alle Schulden vergemeinschaftet und gerade die starken Länder im Euroraum müssten mit ihren Ersparnissen dann finanziell den Kopf hinhalten.

Henkel sieht unter den 633 Abgeordneten im Deutschen Bundestag keinerlei Politiker, die auch nur im Geringsten die Eurorettungspolitik kritisch hinterfragen. Und genau deswegen brauche es die AfD im Europaparlament und beim zweiten Anlauf 2017 auch im Bundestag.

Hetze, Verunglimpfungen und Verleumdungen gegen die AfD

Hans-Olaf Henkel ging auch kurz, aber heftig, auf die stetigen Vorwürfe und Verleumdungen ein. Die AfD sei weder rechtspopulistisch, noch im rechten Parteienspektrum zu Hause. Er sieht in der ganzen Hetze, die von linksorientierten Medien und dem dortigen Verleger-Diktat und auch der Hetze im politischen Wettbewerb von den Altparteien die näheren Gründe. Zuletzt hatte sich Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dazu hinreißen lassen, in einem Interview mit der „Welt“, die AfD am Rande der Verfassungsgrenze zu verorten. Henkel sagte in einem Interview mit den Südwestfalen-Nachrichten (SüWeNa), dass gerade die CDU mit ihrer Konrad-Adenauer-Stiftung und auch die SPD und ihrer Friedrich-Ebert-Stiftung mit kostspieligem „Anti-AfD-Material“ und gezielter Rufschädigungspropaganda den Aufstieg der Alternative für Deutschland zu verhindern versuche. „Harter Tobak, wenn sich demokratische Parteien mit solchen minderen Mitteln versuchen eine neue Partei mit der ,Nazi-Keule’ nieder zu machen.“ Am Ende der Veranstaltung gab es für Henkel lautstarken Applaus – auch von einigen Ex-CDU Wählern, wie man in anschließenden Gesprächen vernehmen durfte.

Der Vorstand der AfD im Kreis Olpe zusammen mit den Rednern. VlnR: Dr. Michael Balke, Dr. Burkhard  Ledig, Reiner Rohlje, Klaus-Peter Berg, Hans-Olaf Henkel, Sven Oliver Rüsche, Dr. Dominik Burghardt.

Der Vorstand der AfD im Kreis Olpe zusammen mit den Rednern. VlnR: Dr. Michael Balke, Dr. Burkhard Ledig, Reiner Rohlje, Klaus-Peter Berg, Hans-Olaf Henkel, Sven Oliver Rüsche, Dr. Dominik Burghardt.

SüWeNa - Südwestfalen-Nachrichten | Am Puls der Heimat.

Artikel weiterempfehlen
  • gplus
  • pinterest

Veröffentlicht von:

Sven Oliver Rüsche

Sven Oliver Rüsche ist Herausgeber der Südwestfalen-Nachrichten. Als Familienunternehmer und Internet-Unternehmer der ersten Stunde schreibt er als "Blogger" über Trends, Innovationen und die Wirtschaft in Südwestfalen. Regional vertritt er die SüWeNa im Kreis Olpe, Siegerland und am Verlagsstandort Lüdenscheid.
  • gplus

Ihr Kommentar zum Thema