Die Carnegie Hall in New York ist internationalen Top-Künstlern des klassischen Genres vorbehalten. Die größten Musiker der Welt geben im renommiertesten Konzertsaal der Welt ihre Visitenkarte ab. Auch Winnie Wen aus Möhnesee hat die ehrwürdige Halle mit ihren Klängen erfüllt. Beim internationalen Talentwettbewerb von American Protégé 2011 errang die Pianistin den ersten Platz sowie den Preis für die beste Performance. Damit ist sie die einzige Künstlerin, die diese Auszeichnung je nach Deutschland geholt hat.

Winnie Wen spielte in New York vor ausverkauftem Haus ein Stück, mit dem sie auch im Rahmen der Drüggelter Kunst-Stückchen 2010 das Publikum begeisterte. „Spring Dance“ von Sun Yiqiang bot sie derart virtuos dar, dass die kunstverwöhnte Jury voll des Lobes war. „Außergewöhnliches Niveau, Musikalität und technisches Know-how“ bescheinigten die Preisrichter der Ausnahme-Künstlerin. Und wählten sie als „First Prize Winner“ aus einem extrem großen Bewerberfeld.

Nicht der erste Erfolg, den Winnie Wen in den USA verbucht: Im Februar 2010 trat sie in der Dennis-Bono-Show in Las Vegas auf. Zum Wettbewerb von American Protégé meldete sie sich an, nachdem ihre in Asien lebende Schwester, Professor Yi Hong Wen, dort ebenfalls einen ersten Preis errungen hatte. In nur wenigen Minuten wusste Winnie Wen das Auditorium und die Jury mit ihrer furiosen Darbietung zu überzeugen.

Das Talent ist Winnie Wen in die Wiege gelegt. Die Tochter koreanischer Eltern begann im zarten Alter von vier Jahren mit dem Unterricht bei ihrer Mutter, einer professionellen Klavierlehrerin. Schon mit fünf trat sie erstmals öffentlich auf, studierte mit acht Jahren an der Central Conservatory of Music in China Klavier. Keine zwei Jahre später stand das kleine Mädchen als Solokünstlerin mit Unterstützung des Hongkong Symphonie Orchesters in der Philharmonie in Hongkong auf der ganz großen Bühne.

Winnie Wen ist mehrfach preisgekrönt, hat das Publikum in Europa und Asien mit ihrem leidenschaftlichen Spiel fasziniert. Zu ihren Spezialitäten zählen Liszt, Chopin und Debussy. Unvergessen ihr Auftritt bei den Drüggelter Kunst-Stückchen – dort stand sie sowohl solo als auch mit der Gruppe ElbtonalPercussion auf der Bühne.

Voller Eindrücke kehrten Winnie Wen und ihr Mann Thomas Gebhardt zwei Tage vor Weihnachten von der Preisverleihung aus den USA zurück, die Urkunde im Gepäck. Sehr, sehr glücklich sein sie und ihre Familie, so die Künstlerin: „Das bringt gute Energie!“ Der US-Preis sei für sie etwas ganz Besonderes und Wertvolles. Für alle klassischen Musiker ist es ein Traum, in der Carnegie Hall spielen zu dürfen.

Mit der Auszeichnung hat Winnie Wen auf der Karriereleiter eine wichtige Stufe erklommen. Wie ihre Laufbahn weiter geht, gilt es jetzt auszuloten: Mit einer solchen Urkunde stehen ihr alle Türen offen. Für 2012 sie bereits zu einer spanischen Tour eingeladen worden. Besucher der Drüggelter Kunst-Stückchen kommen höchstwahrscheinlich in den Genuss, sie zu Pfingsten in Aktion zu erleben – Gespräche um einen weiteren Auftritt bei Westfalens kleinstem, aber feinem Festival laufen. Zu diesem Event hat Winnie Wen einen besonderen Bezug. Ihre Schwiegermutter Regine Gebhardt war eine Mäzenin der Veranstaltung, hat die Kunst-Stückchen mit aufgebaut und stets unterstützt.

Text: Susanne Schulten

 

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