Attendorn. Und plötzlich ist alles anders: Nach dem Verlust eines geliebten Menschen ist es für Trauernde nicht einfach, wieder in so etwas wie „den Alltag“ zurückzufinden. Nichts ist mehr so wie es war, nichts wird wieder so sein. Eigene Pläne sind durchkreuzt. Hinzu kommt: Die Menschen aus der persönlichen Umgebung erwarten recht bald, dass die trauernde Person möglichst schnell wieder „funktioniert“. „Das Leben geht weiter“, fragt sich nur wie? Neuordnen ist unabdingbar. Hinzu kommt der Schmerz über den Verlust, der lähmt und momentan nichts zuzulassen scheint. Trauernde fühlen sich häufig mit ihren Gefühlen isoliert. Trauer kann Angst machen, Trauer kann Vereinsamung auslösen, Trauer kann Krankheiten verursachen.

Trauernde sollen und dürfen sich die Zeit nehmen, ihre Trauer zu leben. Dabei hilft der Austausch mit anderen betroffenen Menschen.

Daher wurde vor einem Jahr nach mehrjähriger Pause das Trauercafe in Attendorn wieder angeboten. „Die haupt-  und ehrenamtliche Begleitung durch Camino soll nicht mit dem Tod des Betroffenen enden, sondern die Hinterbliebenen brauchen gerade in der Situation Unterstützung und Begleitung“, so Dagmar Langenohl vom Sozialen Dienst des Caritas Zentrums Attendorn. Zusammen mit Marion Springob, Palliativfachkraft und Trauerbegleiterin, steht sie den Trauernden zur Seite. „Mittlerweile wird das Angebot so gut angenommen, dass es gar nicht mehr weg zu denken wäre. Es kommen Trauernde mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zu uns. Da ist die Witwe, die den Tod ihres Ehemannes verarbeiten muss. Da ist der Witwer, der ohne seine Ehefrau keinen Sinn mehr im Leben sieht, aber auch erwachsene Menschen, die mit dem Verlust von Eltern oder Freunden konfrontiert werden. Trauer ist unabhängig vom Alter, der Konfession und Familienstand. Daher ist das Angebot auch offen für alle, egal welcher Herkunft und welchen Glaubens. Niemand muss sich vorher anmelden und jeder ist willkommen“, so Dagmar Langenohl. Die gute Resonanz hat gezeigt, über die Situation reden können, hilft oft ungemein weiter. „Hinzu kommt es, dass hier Menschen sind, die in der gleichen Situation sind. Bei uns gibt es gemeinsame Gespräche, gemeinsames Weinen, aber auch gemeinsames Lachen  und  neue Kontakte.“ Das Trauercafe findet jeden zweiten Dienstag im Monat von 15 bis 17 Uhr, Schülderhof 6  (ehemalige Caritas Station) in Attendorn statt. Ausnahme ist der  kommende Monat Februar. Aufgrund der närrischen Tage lädt das Trauercafe alle Interessierten schon am 5. Februar ein. „Die Teilnehmer bestätigen uns immer wieder, wie hilfreich der Austausch mit  anderen in der gleichen Situation ist.“

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Marion Springob (l) und Dagmar Langenohl stehen den Trauernden im Trauercafe zur Seite.

 

 

 Weitere Informationen unter www.caritas-zentrum-attendorn.de

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