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Nachhaltigkeit im Blick: Darauf müssen Kontaktlinsenträger achten

Beim Sport verliert man sie nicht, bei Temperaturschwankungen können sie nicht beschlagen und im Verlustfall kostet der Ersatz vergleichsweise wenig Geld: Gegenüber der Brille haben Kontaktlinsen zahlreiche Vorteile. 2019 bezeichneten sich über 3 Millionen Deutsche in einer Umfrage des ZVA als Kontaktlinsenträger. Angesichts des steigenden Anteils wird das Sortiment seit Jahren stetig weiterentwickelt. So zuletzt auch, was Themen wie Nachhaltigkeit betrifft.

Bis vor einigen Jahrzehnten steckten Kontaktlinsen noch in den Kinderschuhen. Mittlerweile gibt es sie für jedes Auge, aus den unterschiedlichsten Materialien und mit verschiedenen Tragezeiten. Als beliebteste Modelle gelten günstige Monatslinsen – von solchen mit integriertem UV-Schutz bis hin zu Gel-Modellen für trockene Augen. Mit der steigenden Bedeutung eines nachhaltigen Lebensstils werden auf dem Kontaktlinsenmarkt auch Bio-Modelle langsam zu einem Thema. Was ist der aktuelle Stand der Dinge, was Kontaktlinsen und Nachhaltigkeit betrifft?

Nachhaltigkeit beginnt bei der Linsenentsorgung

So wie es für jeden die richtige Brille gibt, existieren heutzutage auch die richtigen Kontaktlinsen für jeden Anspruch. Mehr als fünf Prozent aller Deutschen tragen die unsichtbaren Sehhilfen mittlerweile. Fast 90 Prozent von ihnen verwenden keine extra angefertigten Modelle, sondern Tauschlinsen. Letztere sind auf eine bestimmte Tragedauer ausgelegt und werden anschließend entsorgt. Was die Entsorgung betrifft, machen zahlreiche Kontaktlinsenträger trotz steigenden Umweltbewusstseins noch immer Fehler. Jedes Jahr landen weltweit Milliarden von Kontaktlinsen in der Toilette oder im Abfluss. Gerade dort haben sie nichts zu suchen. Mikroorganismen in den Kläranlagen zersetzen sie zu Mikroplastik. An diesen Kleinstteilchen versagen die Filteranlagen, weshalb sie im Filterschlamm zurückbleiben. Um die Umwelt nicht damit zu belasten, sollten Kontaktlinsenträger ihre Sehhilfen stets im Restmüll oder Fachgeschäft entsorgen. Insbesondere jungen Kontaktlinsenträgern liegt der ressourcenschonende Umgang mit der Umwelt heutzutage am Herzen.

Woraus bestehen Kontaktlinsen? Die unsichtbaren Sehhilfen basieren auf makromolekularen, organischen Stoffen aus der Gruppe der Polymere. Die Linsenstabilität wird von Methylmethacrylat gewährleistet. Ihre optischen Eigenschaften werden durch Fluorverbindungen und Siloxan optimiert. In Hydrogellinsen mit hoher Sauerstoffdurchlässigkeit sind Silikonanteile aus Stoffen wie HEMA-Homopolymeren enthalten. Diese wertvollen Rohstoff werden mit Erdöl hergestellt und sind dementsprechend energiereich.

Vielversprechende Ansätze für nachhaltigere Kontaktlinsen

Noch existieren auf dem Kontaktlinsenmarkt keine echten Bio-Linsen. Trotzdem gibt es heute bereits Ansätze, um die Linsen und ihre Handhabung nachhaltiger zu gestalten. Vor allem die folgenden drei Stellschrauben spielen hierbei eine Rolle:

  • Kontaktlinsen-Tragedauer: Die Tragedauer der Linsen ist für die Nachhaltigkeit allesentscheidend. Tageslinsen sind beispielsweise mit wesentlich mehr Plastikmüll verbunden als Monatslinsen in formstabilen Varianten. Übrigens können sich Modelle mit längerer Tragedauer auf lange Sicht auch preislich auszahlen.
  • Kontaktlinsen-Verpackung: Viele Kontaktlinsenhersteller reduzieren mittlerweile ihre Umverpackung. Einige produzieren sie nachhaltig oder verzichten ganz darauf. Dünne Blisterverpackungen aus recyceltem Kunststoff reduzieren den Rohstoff-Aufwand und zugleich das Abfallaufkommen. Bezogen auf den Jahresbedarf sogar um bis zu 20 Prozent. Immer öfter sind Blisterverpackungen außerdem aus dem Kunststoff Polypropyl, der keine Weichmacher enthält. Davon abgesehen kommen im Hinblick auf Kontaktlinsen-Pflege-Artikel immer öfter Kartonagen aus nachhaltiger Forstwirtschaft zum Einsatz.
  • Recycling: In Ländern wie den Niederlanden arbeiten Anpasser mittlerweile mit Recyclingprogrammen für Kontaktlinsen-Träger. Die Reststoffe der Linsen verwandelt man in diesem Rahmen beispielsweise zu nachhaltigen Produkten wie Blumentöpfen oder Gartenmöbeln. Auch in Deutschland sind laut Experten künftig Angebote dieser Art zu erwarten. Dasselbe gilt für bereits vielerorts eingesetzte Rücksendeboxen, in denen anzupassende Linsen gesammelt und abgeholt werden. Die dadurch reduzierte Zahl an Einzeltransportwegen verbessert die CO2-Bilanz.

Was das Kontaktlinsen-Material selbst betrifft, wird es in absehbarer Zukunft vermutlich bei Kunststoffverbindungen bleiben. Diese Materialien machen die unsichtbaren Sehhilfen erst tragfähig. Biologisch abbaubare Linsen würden sich im Auge nicht wie gewünscht verhalten. Höchstens die Stoffzusammensetzung bietet nach derzeitigem Kenntnisstand etwas Raum für Steigerungen der Nachhaltigkeit.

Fazit: Der Träger entscheidet, wie nachhaltig Kontaktlinsen sind

Wenn es um die Nachhaltigkeit von Kontaktlinsen geht, steht vor allem der Träger in der Verantwortung. Schon die Entscheidung für die richtige Tragedauer bis hin zur angemessenen Entsorgung der Produkte kann jeder einen Beitrag leisten. Wer Kontaktlinsen, Pflegemittel und den dazugehörigen Verpackungsmüll beim Fachgeschäft entsorgt, gibt sie in den Recycling-Kreislauf. Das gesammelte Material wird so zumindest in Teilen weiterverwertet. Weil Verbraucher immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen, wird sich auch der Kontaktlinsenmarkt künftig in diese Richtung entwickeln. Ob nun über Recycling-Programme oder weniger Verpackungsmüll.

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