Bestwig – Für Bürger wie Unternehmen gleichermaßen ist „schnelles Internet“ schon lange kein Luxus mehr, sondern ein wichtiger Standortfaktor – ähnlich wie die Versorgung mit Trinkwasser, Gas oder Strom. Allerdings: Gerade im ländlichen Raum ist die Breitbandtechnologie – quasi die „Zufahrt zur Datenautobahn“ – keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Die Gemeinde Bestwig will nun über Förderprogramme für bislang unterversorgte Orte deutliche Verbesserungen erreichen.

Konkret geht es um die Ortschaften Andreasberg, Berlar, Dörnberg, Föckinghausen, Grimlinghausen, Halbeswig, Nierbachtal, Valme, Wasserfall und ggf. auch Alfert und Borghausen – statt „Datenautobahn“ ist hier bei den Netz – Geschwindigkeiten aktuell eher „Feldweg“ angesagt. Hintergrund: Der Anschluss gerade von kleineren Orten im ländlichen Raum an die schnelle Breitbandtechnologie ist für die Netzbetreiber oftmals nicht wirtschaftlich. Um die so genannte „Wirtschaftlichkeitslücke“ zu schließen, gibt es Förderprogramme. Die Gemeinde Bestwig prüft zurzeit für mehrere Ortschaften, welche Programme für einen Anschluss an das Glasfasernetz in Frage kommen und führt hierzu so g enannte Markterkundungs – und Auswahlverfahren durch . Besonders attraktiv: Das Bundesförderprogramm, in dem Kommunen in der Haushaltssicherung sogar eine 100 – Prozent – Förderung erhalten können .

Ziel ist es, den Endkunden in den je weiligen Erschließungsgebieten eine Netzgeschwindigkeit bis 50 Mbit/s im Downstream zu ermöglichen. Über den Hochsauerlandkreis möchte sich die Gemeinde Bestwig an diesem Förderprogramm beteiligen. Allerdings: Der HSK befindet sich dabei in Konkurrenz mit zahlreichen anderen Regionen in Deutschland – ob der „Zuschlag“ auch an den Hochsauerlandkreis geht, ist aktuell offen. Als Alternative steht das so genannte GAK – Förderprogramm des Landes zur Verfügung – hier allerdings wird ein zehn prozentiger Eigenanteil fällig. Ziel der Gemeinde Bestwig ist es, für die aktuell unterversorgten Ortschaften eine 100 – Prozent – Förderung zu erreichen – das hat jetzt der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen und die Verwaltung beauftragt, mit dem HSK eine entsprechende Kooperationsvereinbarung abzuschließen. Sollten hier nicht alle Orte im Gemeindegebiet „zum Zuge“ kommen, sollen diese über das GAK – Programm gefördert werden.

Der zehnprozentige Eigenanteil der Gemeinde soll dann aber die Summe von 69.000 Euro, die im Gemeindehaushalt für diesen Zweck bereitstehen, nicht überschreiten. Sollte die Summe nicht ausreichen, will man über Drittmittel nachdenken. Gemeinsam beschlossen die CDU – Fraktion und Piraten – Ratsmitglied Julius Hahn dieses Vorgehen – die SPD – Fraktion hatte sich dafür ausgesprochen, den Breitband – Ausbau mit Blick auf die knappen Finanzmittel nur bei einer 100 – Prozent – Förderung anzugehen. Es gehe hier um eine wichtige Zukunftsfrage, so CDU – Fraktionsvorsitzender Winfried Gerold: „Deshalb muss es uns zur Not auch einen Eigenanteil wert sein.“

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