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Nötigung am Steuer

Herscheid/Lüdenscheid – Im Rahmen der Verkehrsregelung nach den Verkehrsunfällen am Donnerstag in den Silbergkurven versuchte ein 89-jähriger Fahrer, eine Polizeibeamtin mit seinem Wagen wegzuschieben, um freie Fahrt zu haben.

Am Morgen hatten sich im Bereich einer der Silbergkurven zwei Unfälle auf glatter Fahrbahn ereignet (kurz nach 7 und 9 Uhr), weshalb die Strecke zwischen Lüdenscheid und Herscheid zwischenzeitlich komplett gesperrt war. Die Unfallaufnahme des zweiten Unfalls war abgeschlossen. Auf der Fahrbahn befanden sich allerdings Reste von Betriebsstoffen. Das mit der Reinigung der Fläche beauftragte Fachunternehmen kämpfte ebenfalls mit dem Frost, der die Maschine außer Gefecht setzte. Deshalb zog sich die Freigabe der Fahrspur länger als erwartet hin. Straßen NRW baute später eine Ampel auf, um den Verkehr einspurig an dem Engpass vorbei zu führen. Zwischenzeitlich leiteten zwei Polizeibeamte den Verkehr an der Unfallstelle vorbei.

Das ging einem 89-jährigen Lüdenscheider offenbar nicht schnell genug. Er fuhr kurz vor 12 Uhr an etwa 20 wartenden Fahrzeugen vorbei. Er ignorierte Haltezeichen und Weisungen der Polizeibeamtin. Stattdessen rief er aus dem Fenster, die Polizeibeamtin solle an die Seite gehen. Mehrfach fuhr er langsam gegen die Schienbeine der auf der Straße stehenden Beamtin, um sie nach hinten zu drängen. Selbst durch Klopfen auf die Motorhaube ließ sich der Lüdenscheider nicht aufhalten und drängte immer weiter vor. Der zweite Polizeibeamte konnte schließlich durch das geöffnete Fahrerfenster greifen und den Schlüssel aus dem Zündschloss ziehen.

Schneller kam der 89-Jährige durch sein Manöver nicht zum Ziel – im Gegenteil. Die Polizeibeamten schrieben eine Anzeige wegen Nötigung. Sie beschlagnahmten in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Hagen Fahrzeug samt Schlüssel und den Führerschein. Die Polizei wird eine Prüfung beim Straßenverkehrsamt veranlassen, ob der 89-Jährige charakterlich geeignet ist, weiter ein Fahrzeug zu führen. Die Polizeibeamtin wurde nicht verletzt.

Quelle: Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis

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