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Offshore-Windpark der Stadtwerke Soest am Netz

Trianel Windpark Borkum liefert ersten Strom

Soest/Borkum – Der erste rein kommunale Offshore-Windpark Europas liefert Strom. Gestern wurde die Inbetriebnahme der ersten Anlage abgeschlossen. „Über Weihnachten wurde unser Windpark über die Umspannplattform DolWin alpha an das Höchstspannungsnetz angeschlossen, nun ist die erste Anlage im Probebetrieb“, berichtet André Dreißen, Geschäftsführer der Stadtwerke Soest. Die Inbetriebnahme markiert einen weiteren Meilenstein für die Stadtwerke Soest auf ihrem Weg, mit erneuerbaren Energien einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung zu leisten. Neben der Beteiligung an einem Onshore-Windpark in Laubersreuth, der Umstellung aller Haushalts- und Gewerbekunden auf 100% Ökostrom und 100% klimaneutrales Erdgas im Jahr 2010 sowie kleineren PV-Anlagen, unterstreicht der Windpark vor Borkum die ökologische Ausrichtung des Unternehmens.

An dem Offshore-Windpark sind neben den Soestern und der Trianel GmbH weitere 32 Stadtwerke und Regionalversorger aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz beteiligt. Der Windpark mit seinen 40 Windenergieanlagen liegt rund 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum. Die Errichtung wurde windparkseitig Mitte 2014 abgeschlossen. Die mehrfache Verschiebung der Netzanbindung durch den Übertragungsnetzbetreiber hatte den Netzanschluss allerdings bis zum Jahreswechsel verzögert. Die Inbetriebnahme der 40 Windenergieanlagen erfolgt nun gemeinsam mit dem Hersteller AREVA Wind. Bis zum Frühjahr sollen alle Anlagen des Typs M5000 mit einer Leistung von 5 MW nach und nach zugeschaltet werden.

Das Errichterschiff Aker Wayfarer beim Einsatz im Windpark Borkum (Quelle: Robert Ferdinand/Trianel).
Das Errichterschiff Aker Wayfarer beim Einsatz im Windpark Borkum (Quelle: Robert Ferdinand/Trianel).

Für die Inbetriebnahme der einzelnen Windenergieanlagen hat AREVA das Spezialschiff AKER WAYFARER gechartert. Das 157 Meter lange Schiff ist mit zwei Schwerlastkränen ausgestattet und hat neben der Crew bis zu zehn Techniker an Bord. Zusätzlich verfügt das Schiff über eine Ampelmann-Gangway, die in der Lage ist, mit einer speziellen Hydraulik bis zu vier Meter hohe Wellen auszugleichen. Die Inbetriebnahme erfolgt in vier Schritten. Erst gehen die Anlagen in den sogenannten Trudelbetrieb. Dabei dreht die Turbine sehr langsam, gewissermaßen um warm zu laufen und die notwendige Betriebsdrehzahl zur Netzsynchronisation zu erreichen. Der zweite und dritte Schritt ist die Inbetriebnahme des Umrichters und des Generators. Zuletzt erfolgt der Übergang in die Einlaufphase mit den Abschlussarbeiten bis zum Beginn des Probebetriebs. Der Wind muss mit mindestens Windstärke 3 (4 m/s entspricht 14,4 km/h) wehen, um das Windrad in Betrieb nehmen zu können. Zugleich darf nicht mehr als Windstärke 7 (15 m/s entspricht 54 km/h) herrschen, um den sicheren Übergang vom Schiff zur Anlage für die Techniker zu ermöglichen.

„Wenn die Anlagen in Betrieb genommen sind, kann der Wind gern stärker wehen“, so André Dreißen und erläutert: „Unsere Windkraftanlagen sind so ausgelegt, dass sie auch bei schwerem Sturm (25 m/s entspricht 90 km/h) noch Strom produzieren.“ Bis zu dieser Geschwindigkeit gilt je stärker der Wind, desto besser für die Stromerzeugung.

Der Trianel Windpark Borkum wird pro Jahr auf Basis der erwarteten 4.000 Volllaststunden rund 800 Gigawattstunden Strom (800 Mio. kWh) produzieren. Die Stadtwerke Soest sind mit rund 5,4 Megawatt am Windpark beteiligt. Damit reicht die jährliche Stromproduktion des Soester „Anteils“ aus, um rechnerisch zirka 6.170 Haushalte zu versorgen.

Die Soester Stadtwerke werden ihr Engagement im Bereich erneuerbare Energien weiterhin ausbauen, verschiedene Onshore-Windprojekte werden derzeit geprüft. Darüber hinaus wird an Dienstleistungen und Tarifen, die sich energiesparend auswirken, gearbeitet.

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