Südwestfalen gehört zu den waldreichsten Regionen Deutschlands. Zu den Kernbranchen zählt unter anderem auch die Holz- und Forstwirtschaft. Dennoch spielt der Holzbau in der Region vergleichsweise bislang eher eine geringe Rolle. Am 27.02.19 wird bei der Veranstaltung “Werkstoff Holz – Ressourceneffizient Bauen und Leben” in Olsberg über die Chancen und Herausforderungen von Holz als Baustoff diskutiert. Unter anderem mit dabei: Marc Schenuit, Abteilungsleiter Bau und Ausbau bei der Handwerkskammer Südwestfalen.

Herr Schenuit, gibt es schon kluge Beispiele in Südwestfalen für den ressourceneffizienten Bau mit Holz?

Zurzeit haben regionale Bauträger einige innovative und interessante Projekte in der Pipeline. Es tut sich also was. Für bereits realisierte Projekte in Holzbauweise ermöglicht die neue Holzbaudatenbank in NRW einen guten Überblick. Aber es ist tatsächlich so, dass für eine Region wie Südwestfalen, in der es so viel Wald und Forstwirtschaft gibt, nur vereinzelte Vorzeigebauten existieren. Im Privatbereich sieht das anders aus. Genaue Zahlen zum Holzbau in der Region liegen mir nicht vor, aber hier bewegen wir uns näher am Bundesdurchschnitt.

Warum spielt Holz vielleicht eher eine Rolle im privaten Wohnungsbau als in den Bauplanungen von Unternehmen und Kommunen?

Einerseits herrscht zurzeit ein großer Bedarf an Wohnraum. Besonderes in Städten und Ballungszentren ist die Nachfrage nach Wohnraum enorm. Zum anderen verfügt der Bereich des Wohnungsbaus im Gegensatz zu Unternehmen und Kommunen über eine deutlich größere Anzahl an potenziellen Bauherren.

Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie für den Umgang mit Holz?

Der Holzbau wird zurzeit besonders im Bereich von Bauen im Bestand (z.B. für Anbauten, Aufstockungen oder Modernisierungen) und den klassischen Zimmererarbeiten (Dachstuhl etc.) eingesetzt. Zudem befindet sich der Neubau von Holzhäusern weiter auf dem Vormarsch. Die Holzbauweise punktet durch hohe Vorfertigung, serielle Bauweise und verkürzte Bauzeiten auf der Baustelle. Auch Gestaltqualität im Hinblick auf eine regionale Bauweise kann eine Rolle spielen. Mit der neuen Landesbauordnung in NRW wird der Holzbau sowohl für den Wohnungsbau wie auch für Unternehmen und Kommunen attraktiver. Würde der ressourcenschonende Einsatz von Holz gefördert – wie das beispielsweise bei Holz als Energieträger der Fall ist, etwa bei Pellets – könnte das auch in der Breite helfen, mehr Bauträger für einen verstärkten Einsatz von Holz zu gewinnen.

Quelle: Südwestfalen Agentur GmbH

Veröffentlicht von:

Annalena Rüsche
Annalena Rüsche
Annalena Rüsche befindet sich aktuell in der Vorbereitung zum Studium. Sie absolviert in unserer Redaktion ihr Jahrespraktikum. Im Anschluss will Sie "Medienmanagement" studieren. In unserer Redaktion ist sie aktuell für den Newsdesk zuständig und hält Ausblick nach aktuellen und für unsere Leser wertvollen Informationen. Sie ist unter redaktion@suedwestfalen-nachrichten.de direkt erreichbar.

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