Gesundheit

Vom riesigen Hörrohr zum unsichtbaren Hightech-Gerät

Die Erfindung des Telefons hatte nicht nur erhebliche Auswirkungen auf unsere Kommunikation, es hat auch die Entwicklung von Hörhilfen entscheidend vorangebracht. Menschen mit Hörbehinderung konnten Sprache durch den Telefonhörer besser verstehen als im persönlichen Gespräch. Mittels Kohlenstoff-Sender, eine Weiterentwicklung von Thomas Edison für das Telefon, konnte das elektrische Signal verstärkt und um 15 Dezibel erhöht werden. Mit diesen Carbon-Hörgeräten konnte ein, wenn auch kratziger Klang erreicht werden. Sie wurden 1902 von den Vakuumröhrchen-Hörgeräten abgelöst. Der Weg zu modernen Hörgeräten war geebnet.

11. Welttag des Hörens

Mit der unterschiedlichen Versorgung mit Hörgeräten in Europa, Nordamerika und Asien beschäftigt sich der „Internationale audibene Hörreport“, der am 11. Welttag des Hörens am 3. März 2022 auf einer Kampagnen-Seite des Hörgeräte-Experten audibene veröffentlicht wird. Dabei werden unterschiedliche Daten wie Alter und Geschlecht berücksichtigt und die Highlights des Berichts in Infografiken und einem Online-PDF zum Herunterladen ergänzt. Der Bericht beschäftigt sich auch mit der Bedeutung, die ein diskretes Design für Hörgeräte hat und stellt Akku- und Batterie-Hörgeräte in einem Vergleich gegenüber. Der Welttag des Hörens ist als Aktionstag von Weltgesundheitsorganisation und nationalen Partnern konzipiert. Der Tag steht ganz im Zeichen von guter Hörversorgung und Prävention.

Kleine Geräte für gutes Hören

Moderne Hörgeräte ermöglichen es Hörbehinderten, ihre Gesprächspartner am anderen Ende der Telefonleitung klar und deutlich zu verstehen. Störgeräusche und Umgebungslärm werden unterdrückt und Sprache, egal aus welcher Richtung sie kommt, in den Vordergrund gestellt. Außerdem lassen sich die kleinen Hightech-Geräte mit dem Telefon und Smartphone verbinden. Gespräche werden direkt ins Ohr des Hörgeräte-Trägers transportiert. Das funktioniert selbstverständlich auch mit Fernseher, Radio und anderen Multimedia-Geräten. Mit dem kratzigen Klang der ersten Versuche ist das Klangerlebnis der Geräte von heute nicht mehr zu vergleichen.

Moderne Hörgeräte ermöglichen es Hörbehinderten, ihre Gesprächspartner am anderen Ende der Telefonleitung klar und deutlich zu verstehen.
Bild von Peter Holmes von Pixabay

Von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt verordnete Hörgeräte werden von der Krankenkasse bis zu einem festgelegten Höchstbetrag übernommen. Allerdings wird vom Patienten die gesetzliche Zuzahlung wie bei verschreibungspflichtigen Medikamenten verlangt. Es besteht aber die Möglichkeit, sich von der Zuzahlung befreien zu lassen, wenn die Belastungsgrenze erreicht ist.

Ein Blick in die Entwicklungsgeschichte

Für Hörgeräte-Träger war die Größe der Geräte schon immer ein entscheidendes Argument. Mit dem riesigen Hörrohr der Anfänge haben die fast unsichtbaren Hörhilfen von heute nichts mehr zu tun. Dennoch dauerte es eine ziemlich lange Zeit, bis Hörgeräte klein und bequem genug wurden. Werner von Siemens gelang es 1913, sein weiterentwickeltes Hörgerät in ein elegantes Handtäschchen zu verstecken. Schon ein Jahr später brachte Siemens die ersten Kleinhörer auf den Markt, die näher am Trommelfell saßen. Dieser Ohrsprecher war dann tatsächlich die erste Erfindung, die nur für Hörgeräte gemacht wurde. Richtig klein wurden die Geräte erst mit der Entwicklung der Transistortechnologie Mitte der 1950er-Jahre. In den 1960er-Jahren wurden die ersten Hörgeräte entwickelt, die hinter dem Ohr getragen wurden.

Mit der Zeit lässt das Hörvermögen nach

Heute ist ein Hörgerät so selbstverständlich wie eine Brille. Nur wer gut hört, kann vollumfänglich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Wie die Sehkraft lässt mit den Jahren auch das Hörvermögen nach. Umso wichtiger ist es, sich regelmäßig einem Hörtest zu unterziehen und rechtzeitig etwas gegen die Altersschwerhörigkeit zu unternehmen. Dazu bietet der Welttag des Hörens die beste Gelegenheit.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Südwestfalen-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]

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