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Belmondo-Mofas von Zündapp: So kommt man an Ersatzteile & Zubehör

Alte Mofas werden wieder modern und erleben derzeit eine große Renaissance. So geht es auch dem Zündapp-Belmondo-Mofa – in der Schweiz auch liebevoll Töffli genannt.

Für viele Männer, die sich gerade im besten Mannesalter befinden, gehört das Töffli zu ihren besten Jungenderinnerungen. So war das Töffli auf mancher Spritztour ein treuer Begleiter und verhalf so manchem Teenager in der Schweiz zum ersten richtigen Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit.

Ein wenig zur Geschichte des Belmondo-Mofas

Die Firma Zündapp baute das Belmondo-Mofa ausschließlich für die Schweiz. In anderen Ländern gab es das Belmondo-Mofa von Zündapp nicht zu kaufen. Die Zündapp-Werke aus München lieferten den Motor für das Töffli, der Rahmen kam aus Italien.

Heute findet man eine immer größer werdende Fangemeinde des Kult-Mofas, verbinden doch viele Schweizer ihre Jugend mit dem Töffli und schwelgen beim Cruisen über die Landstraßen gerne in Erinnerungen. Stolze Besitzer eines Töffli pflegen ihr Mofa wie ihren Augapfel und werden auf der Suche nach Ersatzteilen bei spezialisierten Experten wie Mofakult.ch fündig. Die Firma bietet keine Fahrzeuge an, dafür aber fast alles, was man für die Reparatur seines Töffli braucht. Diese werden nämlich immer seltener und so hat Mofakult die Verfügbarkeit solcher Teile deutlich verbessern können. Mit ihrer Eigenmarke „swiing“ baut die Firma sogar Ersatzteile nach und kann damit so manchen Töffli-Besitzer glücklich machen.

Im Jahre 1971 importierte die Züricher Firma MOHAG bereits die ersten Mofas, die damals nur Zündapp hießen. Den Namen Belmondo bekamen sie erst später. Insgesamt wurden bis Ende 1977 genau 23.000 Stück des Typs 247-71 gebaut. Danach durften handgeschaltete Töffli nicht mehr zugelassen werden.

Noch heute können Kenner die Mofas der ersten Serie an speziellen Merkmalen erkennen:

  • einfarbig in Rot, Gold, Grün oder Blau lackiert
  • goldener Zündapp-Schriftzug auf silbernem Grund
  • breit gebaute Federgabel
  • Rahmennummer
  • höhere Schutzbleche und Streben
  • alte Tankform

1972 kam das erste Facelifting für das Töffli. Unter anderem veränderten sich der Tank und die Seitenschutzaufschrift – weißer Zündapp-Schriftzug auf schwarzem Grund – und es kamen neue Farben hinzu wie Orange, Monza-Rot, Silber-Schwarz und Coca-Cola-Gelb. Der Chromstahltankdeckel mit Bajonettverschluss wurde beibehalten. Das Fassungsvermögen des Tanks verkleinerte sich von 4,0 auf 3,5 Liter.
1974 erschien das Töffli dann ab der Rahmennummer 2151 mit der offiziellen Aufschrift „Belmondo“. Aufgrund seiner Beliebtheit bei der Jugend kam 1975 die 2. Belmondo-Serie auf den Markt. Die markantesten Merkmale der 2. Serie sind:

  • Zündapp-Schriftzug komplett durch „Belmondo“ ersetzt
  • abgespeckte Gabel
  • Rahmen immer in schwarzer Farbe
  • schlanke Radschutzbleche
  • Sportversion mit bis zu 80km/h kam dazu
  • runde Lampe
  • Farben: Gelb, Rot, Grün, Blau und Silber

Wer fährt heute das Töffli?

Nicht nur die Jugend von früher, also die heute 30 bis 60 jährigen, findet man unter den Belmondo-Fans. Die Männer von heute, als Töffli-Buben aufgewachsen, sind immer noch von den Zweitaktern fasziniert. Und das färbt nun auch auf ihre Kinder ab, welche langsam aber sicher ebenfalls großen Spaß am Töffli-Fahren finden.

Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay

In der Schweiz darf man bereits mit 14 Jahren den Mofa-Führerschein machen, der hier „Führerausweis M“ heißt. Und so kommen die jungen Belmondo-Fahrer frühzeitig in den Genuss von Freiheit und sind das erste Mal unabhängig von Eltern oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Für Grenzgänger ist hier allerdings Vorsicht geboten, denn weder in Deutschland noch in Österreich dürfen in diesem Alter Mofas gefahren werden.

Was macht Zündapp heute?

Nachdem die Zündapp-Werke 1984 komplett nach China verkauft wurden, werden seit 2017 wieder Zündapp-Motorräder mit 125 ccm in Deutschland vermarktet. So findet man unter ihnen zum Beispiel den Retroroller „Bella R 50/125“ auf deutschen Straßen. Die „Bella“ wurde bereits 1953 erstmalig gebaut und verkauft. Angelehnt an den italienischen Moto-Parilla-Roller, den Zündapp in Lizenz herstellte, ähnelt sie schon sehr einer Vespa oder der DDR-Schwalbe – und lässt ganz sicher so manches Herz der Retroroller-Fans höher schlagen.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Südwestfalen-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]

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