Traditionelle Piercings

Das Piercing wurde nicht erst neu erfunden. Bereits vor 7000 Jahren wurden Haut-und Körperstellen wie Lippen oder Ohren durchstochen. Dabei hat die Bedeutung des Körperschmuck bei verschiedenen Völkern verschiedene Bedeutungen. So gehören zum Beispiel eingeschnittene und geweitete Piercings in den Lippen und Ohrläppchen sowie Tellerlippen zum Schönheitsideal in Äthiopien. Aber auch bei den Ureinwohner Afrikas, Amerika und Asiens gehörten Piercings zur Kultur. Dabei wurde der Körperschmuck vorwiegend aus Holz, Horn, Knochen, Perlmutt, Ton und Quarz sowie aus einfachen Metallen gefertigt.

Piercings in Europa

In unsere westliche Welt kam das Piercing erst in den 60 er Jahren auf. “Hippies” brachten das Ohr- und Nasenpiercing von Indien nach Europa. Ohrlöcher, so wie wir es kennen sind ebenfalls weit in der Geschichte zurückzuführen, war aber bis in die 70 er Jahre eher den Frauen zugeschrieben. Ausschließlich bei Zimmerleuten auf der Walz wurde das Ohrloch, welches mit einem Zimmermannsnagel gestochen wurde, akzeptiert. Bis in die 90 er Jahre waren Tätowierungen und Piercings eher in der Punk- und Techno Szene zu finden. Den Durchbruch hatte das Bauchnabelpiercing 1993. In einem Musikvideo der Band Aerosmith ließ sich die Schauspielerin Alicia Silverstone ein Bauchnabelpiercing stechen. In Folge dessen kam es vermehrt zu einer Nachfrage von Bauchnabelpiercings. Schließlich wurden auch andere Piercings, vorwiegend Gesichtspiercings, modern. Vor allem bei junge Leuten sind moderne Piercings beliebt und populär. Mittlerweile gibt es auch viele Anhänger von Intimpiercings.

Beliebteste Piercings

Foto: elementus / pixabay.com

Augenbrauen,- Bauchnabel- und Zungenpiercing sind heutzutage eher rückläufig. Ein neuer Trend setzt sich zunehmend durch. Lippen – und Tragus Piercing erfreuen sich immer mehr an Beliebtheit. Genauso wie das Weiten der Ohrläppchen, das Tunneln auch Flesh Tunnel genannt. Dabei wird das Ohrläppchen Schritt für Schritt gestrecht. Mit Hilfe von Dehnern für Tunnel und Ohr Plugs wird das durchstochene Ohrläppchen auf die gewünschte Größe gebracht.

Man unterscheidet im Gesichtspiercingbereich folgende Bereiche:

  • Augenbrauenpiercing
  • Bridge Piercing
  • Anti Eyebrow Piercing
  • Nasenpiercing (welche widerum in Septum Piercing und Nostril Piercing unterteilt werden)
  • Wangenpiercing
  • Lippenpiercing (auch hier wird wieder in Teilbereiche unterschieden)
  • Piercings im Mund (Zungenpiercing, Zungenbändchen- und Lippenbändchenpiercing)

Dann gibt es auch noch die Piercings am Ohr, Intimpiercings sowie die Körperpiercings.

In seinem Beitrag zum Thema Piercing Namen auf flesh-tunnel-shop.de erklärt Piercing Experte Matthias Speck alle Formen dieser Art der Bodymodification mit ihren Besonderheiten.

Durchführung eines Piercings

Wurden Ohrlöcher in früheren Zeiten ausschließlich von Juwelieren mit der sogenannten Ohrlochpistole gestochen, werden Ohrlöcher und Piercings heutzutage vorwiegend mit einer Piercing Nadel oder einem peripheren Venenkatheter gestochen. Dies ist hygienischer als eine Ohrlochpistole die nicht ausreichend desinfiziert werden kann. Vor dem Stechen wird die Haut gründlich desinfiziert. Die Schmerzen halten sich, je nach Hautstelle, in Grenzen. Das Ohrläppchen schmerzt dabei am wenigsten weil es kaum von Nervenbahnen durchzogen ist. Doch jeder hat ein anderes Schmerzempfinden. Aufpassen sollte man beim Ohr- oder Nasenknorpel. Das Durchstechen ist nicht ganz ungefährlich und sollte mit Bedacht durchgeführt werden. Komplikationen sind, bei fachgerechter Durchführung, in der Regel aber nicht zu erwarten. Auf keinen Fall sollte man sich entlang der Wirbelsäule und im oberen Rückenbereich piercen lassen. Hier entlang verlaufen wichtige Nervenbahnen, genauso wie entlang der Arme und an Ober- und Unterschenkeln. Piercings entlang der Nervenbahnen können Funktionen beeinträchtigen und gereizte Nerven sind äußerst schmerzhaft. Also wenn ein Piercing dann im Gesicht, am Bauch oder im Brustbereich. Innerhalb weniger Wochen verheilen die Einstichstellen und mit gereizten Nervenbahnen muss man nicht rechnen.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Südwestfalen-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@suedwestfalen-nachrichten.de

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