In deutschen Gärten und Parks qualmt es wieder, denn für wahre Grillfreunde ist die schönste Zeit des Jahres schon in vollem Gange. Die meisten Grillmeister haben ihr liebstes Gartenutensil schon längst wieder in Betrieb genommen und legen fleißig ihre Auswahl aus der Fleischtheke auf den Rost. Leider kann die Freude am Grillen getrübt werden, wenn man nach einem opulenten Mahl und einigen Bieren nachts durch ein schmerzendes Gelenk im großen Zeh aufwacht: ein Gichtanfall. Zwar lassen die Beschwerden irgendwann von selber nach, aber der nächste Anfall kommt mit Sicherheit. Deshalb ist es zu empfehlen, sich umfassend über den Umgang mit der Erkrankung zu informieren (http://www.fid-gesundheitswissen.de/innere-medizin/gicht/) und den Gang zum Arzt nicht zu lange aufzuschieben.

Wie kommt es zur Gicht?

Bei Gicht liegt der Harnsäurespiegel im Blut höher als normal, denn aufgrund dieser Stoffwechselstörung wird die Harnsäure nicht über die Nieren ausgeschieden, sondern lagert sich in Form von Kristallen ab. Unter anderem in den Gelenken, so kommt es dort zu den typischen Schmerzen durch Entzündungen und den knotenartigen Verdickungen im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit, wenn keine ärztliche Behandlung sowie eine Ernährungsumstellung erfolgt.

In früheren Zeiten als Krankheit der Adligen bekannt, da sich die einfache Bevölkerung Völlerei nicht leisten konnte, ist Gicht heute zur Zivilisationskrankheit geworden. Gicht ist häufig erblich bedingt oder die Begleiterscheinung einer anderen Krankheit. Auslöser für einen Gichtanfall können neben falscher Ernährung unter anderem auch zu radikale Diäten oder Fastenkuren sein, denn in solchen Situationen bildet der Organismus vermehrt sogenannte Ketonkörper, die wiederum die Ausscheidung der Harnsäure hemmen. Deshalb ist bei Übergewicht ein allmählicher Gewichtsverlust anzustreben, am besten unter ärztlicher Überwachung des Harnsäurespiegels.

Gichtanfälle durch Ernährungsumstellung vermeiden

Die Harnsäure entsteht als Stoffwechselprodukt beim Abbau von Purinen, die Bestandteile unserer körpereigenen Zellen sind und zu den Bausteinen unserer Erbsubstanz gehören.

Aber auch in vielen Nahrungsmitteln befinden sich Purine. Deshalb ist bei den meisten Betroffenen eine Nahrungsumstellung dringend notwendig. Fleisch, Innereien, Fisch, aber auch Hülsenfrüchte enthalten viele Purine. Gerade in der Grillzeit ist deshalb Vorsicht geboten und man sollte sich auf eine kleine Portion Fleisch beschränken oder besser ganz darauf verzichten, je nachdem wie schnell es zu einem Gichtanfall kommt. Bei Gicht ist es wichtig immer viel zu trinken, um die Nierentätigkeit zu unterstützen und so die Entstehung von Nierensteinen möglichst zu verhindern. Bier, auch alkoholfreie Sorten, hat einen recht hohen Puringehalt und sollte deshalb von Gichtkranken nicht getrunken werden. Generell ist Alkohol bei Gicht nicht zu empfehlen, denn auch alkoholische Getränke, die selber keine Purine enthalten, wirken sich hemmend auf die Ausscheidung der Harnsäure aus.

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