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Modeindustrie: Konsumenten legen Wert auf Nachhaltigkeit

Lange Zeit hieß es auf dem deutschen Markt auch in Bezug auf die Mode fast ausschließlich: „Geiz ist geil“. Dass Geiz allerdings im Gegenteil nicht geil, sondern vielmehr mit hohen Folgekosten für Verbraucher, Hersteller und der Umwelt behaftet ist, diese Erkenntnis setzt sich nun mittlerweile in immer breiteren Käuferschichten durch. Als einer der üblen Hauptakteure steht dabei aktuell neben der Hightech- auch die Textilbranche immer öfter im Rampenlicht – sei es wegen der Verseuchung ganzer Landstriche durch Chemikalien, wegen Kinderarbeit oder wegen der für die Gesundheit der Angestellten katastrophalen Arbeitsbedingungen.
Billig und schmutzig
Gerade in jüngster Zeit kamen wieder einige Skandale an die Öffentlichkeit, die sich vor allem mit den desaströsen Auswirkungen der Jeansproduktion beschäftigten. Abgesehen von dem massiven Chemikalieneinsatz, die beim Färben und Bleichen zum Einsatz kommen und meist ungeklärt in die umliegenden Gewässer geleitet werden, stehen dort besonders die Arbeitsbedingungen in der Kritik. Die Liste der Vorwürfe reicht dort von dem ungeschützten Arbeiten mit giftigen Substanzen bis hin zu dem in den meisten Ländern inzwischen verbotenen Sandstrahlen der fertigen Hosen. Diese Fälle werden oft als Ausnahmefälle abgetan und große Ketten bemühen sich, ihren Anteil an den Umständen zu leugnen. Leider entspricht dies allerdings nicht der Wahrheit und solche Zustände sind entgegen allen Beteuerungen nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Auch bei anderen Produkten der Textilbranche ist bereits über ähnliche Zustände berichtet worden. Besonders erschreckend ist dabei der umfassende Einsatz von giftigen und krebserregenden Substanzen in der Kinderbekleidung. Aus solchen Gründen ist auch bei dem Einkauf von Kleidung das Bewusstsein der Konsumenten in den letzten Jahren stark angestiegen.
Nachhaltige Alternativen zu der konventionellen Industrie
Eine zuverlässige Zertifizierung von nachhaltig erzeugten Kleidungsstücken ist leider noch nicht in Aussicht. Trotzdem gibt es bereits Zertifikate, die auch in diesem Bereich erteilt werden, darunter z.B. das Bio- und das FairTrade-Siegel. Die Statistiken belegen das rasche Wachstum beim Kauf von Gütern, die unter diesen strengen Bestimmungen gehandelt werden. Ähnlich wie in der Lebensmittelverarbeitung scheint der Trend zunehmend von der konventionellen Massenproduktion weg und hin zu einer qualitativ hochwertigeren Fertigung in kleineren Stückzahlen zu verlaufen. Profitieren tun davon nicht allein die Beschäftigten in den Herstellerländern, sondern auch das lokale Handwerk, das zu den höheren Preisen wieder konkurrenzfähig wird. Auf diese Weise entsteht eine Win-Win-Situation, bei der alle Beteiligten einen positiven Nutzen aus der Änderung der Marktstruktur ziehen.
Kurz- und langfristige Perspektiven
Sämtliche Verkaufszahlen für nachhaltig erzeugte Kleidung steigen zurzeit noch wesentlich stärker als die generelle Entwicklung innerhalb des Einzelhandels. Es sieht bislang auch weiterhin danach aus, als würde sich diese Tendenz, ähnlich wie in der anfangs oft belächelten Biobranche, weiter fortsetzen. Es kann deshalb noch einige Jahre bis Jahrzehnte dauern, bis sich der Gesamtanteil am Umsatz auf einem Niveau stabilisiert, das in jedem Fall wesentlich über dem derzeitigen liegen wird.

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