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Private Haftpflichtversicherung: Alles, was man wissen muss!

Welche Versicherung brauche ich wirklich? Diese Frage stellen sich viele – besonders bei der Überlegung, wie sich regelmäßige Ausgaben oder Kosten einsparen lassen. Wer hier jedoch auf eine private Haftpflichtversicherung verzichtet, spart an der falschen Stelle. Für vergleichsweise günstige Beiträge von wenigen Euro pro Monat deckt diese Versicherung mit ihrem Schutz umfangreiche größere Risiken ab.

Dafür ist die private Haftpflichtversicherung da

Kommt es in Ihrem Umfeld zu einem Schaden, den Sie aus Versehen, fahrlässig oder vorsätzlich verursacht haben, sind Sie gegenüber geschädigten Institutionen und Personen per Gesetz schadensersatzpflichtig. Mit Ausnahme des Vorsatzes schützt eine private Haftpflichtversicherung vor solchen Ansprüchen. Sie prüft zunächst die Rechtmäßigkeit der Ansprüche. Gibt es Zweifel, übernimmt die Versicherung auf ihre eigenen Kosten eine Abwehr zum Beispiel durch ein Gerichtsverfahren. Die private Haftpflichtversicherung enthält somit immer auch einen Rechtsschutz. Ansonsten übernimmt die Versicherung bei berechtigten Ansprüchen die volle Regulierung von Personen- oder Sachschäden im Rahmen der vereinbarten Versicherungssumme.

Das alles ist versichert

An einem Schaden soll sich niemand bereichern. Deswegen gelten für die private Schadensersatzpflicht wie für die Leistungen der Versicherungsunternehmen drei Grundsätze:

  • Ist ein Sachschaden reparabel, werden sämtliche Reparaturkosten übernommen – gegebenenfalls zuzüglich eines Aufschlags für eine Wertminderung.
  • Bei einem Totalschaden erhalten Geschädigte einen Ersatz in Höhe des Wiederbeschaffungs- oder Zeitwerts.
  • Im Falle eines Personenschadens kann gleich eine längere Reihe von Kosten entstehen: unmittelbare Behandlungskosten, spätere Reha-Kosten, dazu Schmerzensgeld oder auch Rentenzahlungen bei dauerhafter Beeinträchtigung.

Hier lässt sich bereits gut erahnen, wie teuer ein Schaden im Einzelfall werden kann. Im Straßenverkehr gilt deswegen eine echte Haftpflicht. Hier muss jedes Fahrzeug eine Haftpflichtversicherung besitzen. Der Nachweis über eine abgeschlossene Versicherung ist bereits Voraussetzung für die Zulassung. Für den privaten Bereich gilt eine solche Pflicht nicht – genauso wenig wie eine Pflicht zur Berufshaftpflicht für Freiberufler oder Unternehmer. Dabei können im Alltag wie im Geschäftsverkehr im schlimmsten Fall ähnlich hohe Schäden entstehen wie im Straßenverkehr.

Hier schützt Sie eine private Haftpflichtversicherung:

  • Wenn die Aufsichtspflicht über minderjährige Kinder verletzt wird – über eigene wie über andere Kinder
  • Nach einer Verletzung der Verkehrssicherungspflicht wie zum Beispiel durch unterlassene Schneeräumung auf einem Gehweg
  • Wenn Fußgänger oder Radfahrer in einen Unfallschaden verwickelt sind
  • Bei privaten sportlichen Betätigungen
  • Bei selbst genutztem Immobilieneigentum wie Ferienwohnungen oder auch einer Eigentumswohnung
  • Zusätzlicher Schutz gegenüber der Eigentümergemeinschaft, wenn Gemeinschaftseigentum beschädigt wird
  • Bei Schlüsselverlust für eine Mietwohnung und ebenso bei Verlust von Schlüsseln des Arbeitgebers
  • Als Bauherr bei Bau- oder Umbaumaßnahmen im Wert von mehr als 20.000 Euro
  • Bei Gewässerschäden durch haushaltsübliche Stoffe und Stoffmengen
  • Nach Schäden durch Austausch, Bereitstellung oder Übermittlung elektronischer Daten
  • Bei Schäden während ehrenamtlichen Tätigkeiten

Die Reichweite des Versicherungsschutzes fällt umfangreich aus. Welche Schadenshöhen im Einzelfall reguliert werden, hängt von der Versicherungspolice und den vereinbarten Versicherungssummen ab. Die Höhe dieser kann im Schadensfall entscheidend sein, wenn es um die finanzielle Existenz geht.

In welcher Höhe sollte eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden?

Viele Versicherer bieten hier feste Tarifpakete an: Ein Basisschutz, ein erweiterter Schutz und eine Premium-Variante sind dabei die Regel.

  • Der Basisschutz beinhaltet gewöhnlich durchschnittliche Versicherungssummen zwischen einer und fünf Millionen Euro.
  • Ein erweiterter Schutz deckt häufig Schäden um die zehn Millionen Euro ab.
  • Im Premium-Bereich sind Versicherungssummen von 30 bis 50 Millionen Euro üblich.

Das erscheint auf den ersten Blick sehr viel. Nach einem größeren Unfall sind derart hohe Schäden, aber keinesfalls eine Seltenheit. Für oft nur geringfügig höhere Versicherungsbeiträge in einem Premium-Tarif sind auch diese extremen Ereignisse gut versichert. Denn ansonsten gilt immer: Alles, was der Versicherungstarif nicht abdeckt, muss wiederum vom Verursacher bezahlt werden. Bei einer Schadenssumme von beispielsweise zwei Millionen Euro hilft eine private Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von 1,5 Millionen Euro dann auch nicht, weil immer noch eine halbe Million privat bezahlt werden muss. Da lohnt es sich, für eine deutlich höhere Versicherungssumme einen geringfügig höheren monatlichen Beitrag zu zahlen.

Fazit: Nicht an der falschen Stelle sparen

Die Menschen in Deutschland sind relativ gut versichert. Bei vielen gibt es aber auch erhebliche unversicherte Risiken durch den Verzicht auf eine private Haftpflichtversicherung. Dieses Risiko sollte jedoch niemand eingehen. Schon für kleine monatliche Versicherungsbeiträge gibt es umfangreichen Schutz vor dem möglichen finanziellen Ruin durch einen Schadensfall. Eine private Haftpflichtversicherung deckt Risiken ab, die von kleinen Beträgen bis hin zu Millionen-Summen reichen. Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit kann ausreichen, um einen Unfall mit Personenschaden zu verursachen, der durch Arzt- und Krankenhauskosten, möglichen langwierigen Therapien und Arbeitsausfall sehr schnell schwindelerregende Kosten hervorrufen kann. Ohne einen ausreichenden Versicherungsschutz bedeutet dies eine Bedrohung der finanziellen Existenz und Summen, die möglicherweise nicht mehr auszugleichen sind.

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