Bad Laasphe

Zeitreise in Bad Laasphe: Historische Druckerei Schmidt feiert Doppeljubiläum mit Erlebnistagen

Bad Laasphe. Ein doppeltes Jubiläum ruft im Wittgensteiner Land die Geschichte des schwarzen Handwerks wach: Die Historische Druckerei Schmidt in Bad Laasphe feiert das 150-jährige Bestehen der einstigen „Wittgensteiner Zeitung“ sowie das 30-jährige Bestehen ihres hauseigenen Druckereimuseums. Aus diesem Anlass öffnet der Traditionsbetrieb am letzten Augustwochenende – am Samstag, 29. August, und Sonntag, 30. August 2026, jeweils von 12 bis 18 Uhr – seine Türen für Besucher.

Vom Wochenblatt zur Regionalzeitung

Die Wurzeln des Events reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Am 1. Juli 1876 gab der Firmengründer Ernst Schmidt I (1835–1917) die Erstausgabe des „Wittgensteiner Wochenblatts“ heraus. Das Blatt wuchs schnell zum zentralen Nachrichtenorgan der Region heran und benannte sich später in „Wittgensteiner Zeitung“ um. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Zeitung schließlich in der heutigen Westfalenpost auf. Der Betrieb selbst blickt auf eine noch längere Geschichte zurück: Ernst Schmidt gründete die Buchdruckerei bereits im Jahr 1861 an der Bahnhofstraße 41 in Bad Laasphe, wo sie bis heute als Zeitzeuge erhalten ist.

Technikgeschichte zum Anfassen

In den denkmalgeschützten Räumlichkeiten schlagen Herz und Schläge der Gutenberg-Ära unweit des historischen Stadtkerns weiter. Besucher bekommen nicht nur Einblicke in die traditionelle Handsetzerkunst mit Bleibuchstaben, sondern dürfen auch selbst Hand anlegen und Flugblätter oder Postkarten mit Muskelkraft drucken.

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Ein Highlight des Maschinenparks ist die vor Ort vorgeführte Buchdruck-Schnellpresse, auf der schon vor einem Jahrhundert die Lokalausgaben frisch vom Stapel liefen. Zudem demonstriert das Museum einen echten Meilenstein der Drucktechnik: einen betriebsbereiten „Original-Heidelberger Tiegel“ aus dem Jahr 1934. Diese Legende der Druckgeschichte galt zu ihrer Zeit wegen ihres genialen Greifersystems als die schnellste Tiegeldruckpresse der Welt und prägte Akzidenzdrucke weltweit über Jahrzehnte.

Museum als kulturelles Gedächtnis

Dass die historische Werkstatt nicht moderner Automation weichen musste, ist dem 1996 ins Leben gerufenen Druckereimuseum zu verdanken. Seit nunmehr 30 Jahren bewahrt der Förderverein die authentische Atmosphäre des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und macht das Buchdrucker-Handwerk – das seit 2018 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt – für breites Publikum erlebbar.

Wer sich vorab ein Bild von der Sammlung machen möchte, findet Fotos, Hintergrundinformationen und einen virtuellen Rundgang auf der Museums-Website unter hexenwahn-laasphe.aspritos.de/druckerei/.

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