Winterberg – Tag für Tag in der Natur unterwegs, dazwischen immer wieder auf dem Showparkett: Der Winterberger Forstwirt Dirk Braun ist einer der Topstars der Sportholzfäller-Szene. Seinen achten Titel als Deutscher Meister im Sportholzfällen will er sich am 13. August bei der STIHL TIMBERSPORTS® Series in seiner Heimatstadt holen. „Ich fühle mich fit und in der Lage dazu“, gibt er sich zuversichtlich.

Eiserne Muskeln, prägnanter Bart, typisch sauerländisch bescheidene Attitüde: Dirk Braun ist ein „Kerl wie ein Baum“. Und Bäume sind auch sein Ding. Die im Wald – und jene, die er bei Contests in rasender Geschwindigkeit und enormer Präzision zu Kleinholz zerteilt. Die Zuschauer im ZDF-Fernsehgarten trauten ihren Augen kaum, als er im Vorjahr den Guinness-Weltrekord knackte, ohne mit der Wimper zu zucken. Auch die aktuelle Saison lässt sich für Dirk Braun gut an. Ein dritter und ein erster Platz – letzteren beim Chiemgau-Cup  in Ruhpolding – sind Bilanz der Ausscheidungswettkämpfe.

Quelle: Bild: STIHL TIMBERSPORTS ® Series

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„Interesse an Timbersports hatte ich immer schon“, blickt er zurück auf die Anfänge seiner steilen Karriere. „Als 2003 erstmals die deutschen Meisterschaften in Winterberg stattfanden, suchte der Skiklub Winterberg einen Local Hero und sprach mich an. Trotz eines privaten Umbaus, der mich seinerzeit beanspruchte, bin ich tatsächlich angetreten.“ Wenngleich Dirk Braun seinen ersten Wettkampf nicht gewann, war sein Talent doch gleich offensichtlich. „Anfangs musste ich mich in die Materie erst einfinden.“, erinnert er sich. Doch nur zwei Jahre später holte er bereits seinen ersten deutschen Meistertitel.

Wenn Braun sich bei den bevorstehenden Wettkämpfen im Wintersportpark Sahnehang gegen die Mitstreiter durchsetzt, darf er sich zum achten Mal amtierender Deutscher Meister nennen. Und genau das ist sein Ziel: „Ich gebe mein Bestes“, verspricht der Vater dreier Kinder, „und trainiere zurzeit täglich im Garten. Aber natürlich ist es für den Erfolg auch wichtig, einen guten Tag zu erwischen.“

Sechs Methoden gibt es, dem Holz zu Leibe zu rücken. In allen Disziplinen sei er in etwa gleich gut, so der Forstwirt. Und führt aus: „Dreimal treten wir an der Axt an und verwenden die traditionellen Techniken der Holzfäller. So zeigen wir den Zuschauern quasi, wie seit jeher Bäume gefällt werden.“ Darin hat Braun von Beruf wegen reichlich Übung. Die drei weiteren Disziplinen mit der Motorsäge zeigen besonders spektakuläre Action.

Quelle: Bild: STIHL TIMBERSPORTS ® Series

Quelle: STIHL TIMBERSPORTS ® Series

Dirk Braun kennt seine Konkurrenten gut und nimmt sie sehr ernst. Robert Ebner aus Ottelmannshausen in Bayern ist scharf auf seinen vierten DM-Titel. Und Vizemeister Danny Mahr aus dem hessischen Sinntal würde nur allzu gern ganz oben auf dem Treppchen stehen. „Die haben sich definitiv vorgenommen, mich zu ärgern“, schmunzelt der 46-Jährige, „und sind zudem zwanzig Jahre jünger.“

Vom Austragungsort verspricht sich Dirk Braun einen gewissen Heimvorteil. „Endlich mal sind meine Fans in der Überzahl“, freut er sich. „Wenn sie mich anfeuern und unterstützen, pusht mich das enorm.“ Doch ganz gleich, ob er gewinnt oder nicht, für die Deutsche Meisterschaft der STIHL TIMBERSPORTS® Series in Winterberg wünscht sich der Titelverteidiger vor allem gute Stimmung. „Die Menschen sollen zahlreich kommen und die Show genießen.“

Entstanden ist die STIHL TIMBERSPORTS® Series aus der Tradition des Kräftemessens professioneller Holzfäller, speziell aus den USA und Kanada. Deutschland gilt in Europa als Antriebsmotor dieser Wettkampfserie.

Die Disziplinen:

  • Standing Block Chop: Diese Disziplin simuliert das Fällen eines Baumes. Ein senkrecht verankerter Holzblock wird so schnell wie möglich mit der Axt durchschlagen.
  • Underhand Chop: Die Sportler stehen auf einem horizontal verankerten Holzblock und durchschlagen den Stamm mit der Axt. Schnelligkeit ist entscheidend. Maßgeblich für den Erfolg ist dabei die richtige Technik.
  • Springboard: Mit der Axt werden zwei Taschen (Pockets) in unterschiedlicher Höhe in einen senkrechten Holzstamm geschlagen, um zwei Trittbretter zu platzieren. So gelangen die Sportler auf einen auf der Spitze montierten Block. Während der Holzfäller in zwei Meter Höhe auf diesem schwingenden Brett steht, durchschlägt er den auf der Spitze verankerten Holzblock.
  • Single Buck: Mit einer riesigen Handzugsäge sägt ein Sportler eine Holzscheibe von einem liegenden Block. Dynamik und Rhythmus sind hier entscheidend.
  • Stock Saw: Alle Teilnehmer arbeiten mit einer handelsüblichen Motorsäge. Von einem liegenden Holzblock werden mit einem Aufwärts- und Abwärtsschnitt zwei Holzscheiben (Cookies) vom Stamm gesägt. Sie müssen eine genau definierte Stärke haben.
  • Hot Saw: Mit einer „getunten“ und damit extrem leistungsstarken 62-PS-Motorsäge werden drei „Cookies“ von einem liegenden Holzstamm gesägt.

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