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Mütter auf Probe: CJD Olpe führt Projekt „Babybedenkzeit“ an der Hakemicke Hauptschule durch

Olpe. Seit Beginn dieses Schuljahres wird an der Hakemicke Hauptschule in Olpe eine AG rund um das Thema Schwangerschaft und Elternschaft durchgeführt. 15 Schülerinnen der 9. Klasse besuchten zum Beispiel verschiedene Einrichtungen wie eine Schwangerschaftsberatungsstelle, das Mutter-Kind-Haus Aline oder eine Hebammenpraxis. Für den weiteren Verlauf des Schuljahres sind noch Besuchstermine beim Kinderarzt, auf der Entbindungsstation, im Kindergarten, bei einer Erziehungsberatungsstelle und bei einem Babyausstatter geplant.

Ein weiterer Höhepunkt der AG fand Anfang des Jahres statt. Ausgerüstet mit sechs Babysimulatoren (u.a. gespendet von der Sparkasse Finnentrop und dem Zonta-Club Siegen) führten die beiden Sozialpädagoginnen Katja Geuecke und Petra Philipps vom CJD Olpe bereits zum zweiten Mal das Projekt „Babybedenkzeit“ an der Schule durch.

Jugendliche haben schon während der Schulzeit die Möglichkeit, Berufe auszuprobieren, Praktika in Betrieben und Büros zu machen, bevor sie sich für eine Ausbildung entscheiden. Aber Eltern sein – das kann doch jeder?

Das Projekt Babybedenkzeit will Jugendlichen Aufgaben der Elternschaft nahe bringen, mit ihnen zum Thema arbeiten und den elterlichen Verantwortlichkeiten eine größere Bedeutung geben. Es ist ein präventiver Ansatz, um schon bei Jugendlichen ein Bewusstsein für elterliche Belastungen und Verantwortlichkeiten entstehen zu lassen.

Vier Tage und vier Nächte hatten sechs Schülerinnen die Gelegenheit, ein Elternpraktikum mit einem der sechs „RealCare-Babys“ durchzuführen.

Diese „Babys“ fordern nach Tagesplänen echter Säuglinge eine „rund um die Uhr Versorgung“: Füttern, Aufstoßen, Windel wechseln, im Arm wiegen usw. Sie können glücklich jauchzen, Atemgeräusche machen, husten, und manchmal sind sie einfach nörgelig.

Ob die Teilnehmer ihr Baby gut oder nicht so gut versorgt haben, ist ersichtlich aus detaillierten Aufzeichnungen des Babycomputers.

Alle sechs Mädchen schlossen ihr Elternpraktikum mit einem guten Ergebnis ab, waren jedoch erleichtert, als ihre Zeit als „Mutter“ beendet war und sie wieder in den Schulalltag zurückkehren konnten.  Sie waren sich einig, dass sie erst die Schule abschließen und eine Berufsausbildung machen möchten, bevor sie eine Familie gründen.

„Wir wollen auf keinen Fall mit diesem Projekt abschrecken”, erklärt Projektleiterin Katja Geuecke vom CJD Olpe. „Es geht auch nicht um bestehen oder nicht bestehen. Es geht darum, dass die jungen Leute eine Vorstellung entwickeln, was es bedeutet, Mama oder Papa zu sein.”

„Junge Mütter sind natürlich nicht an sich schon schlechte Mütter”, ergänzt CJD Mitarbeiterin Petra Philipps. „Aber es geht um Lebensplanung. Die Mädchen sollen sich genau überlegen, was sie in ihrem Leben möchten – und wann.”

Weitere Informationen unter www.cjd-olpe.de

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