Warstein (Mülheim-Sichtigvor-Waldhausen) – Im bundesweiten Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2014 ist am vergangenen Samstag das Netzwerk „Zukunft der Dörfer in Südwestfalen“ als einer von 100 Preisträgern geehrt worden. Eingebettet war die Überreichung der Auszeichnung in den „4. Tag der Dörfer“ in Südwestfalen, bei dem sich das Kirchspiel der Region präsentierte und Ideen sowie Erfahrungen für eine nachhaltige Dorfentwicklung mit interessierten Dorfaktiven und weiteren Projektträgern austauschte. Ein passender Tag für die Ehrung des Regionale-Projektes, denn: Zum Thema „Innovationen querfeldein – Ländliche Räume neu gedacht“ liefert das Projekt in der Wettbewerbs-Kategorie ‚Gesellschaft’ eine Antwort auf die Frage, wie Bürger motiviert werden können, Ideen für ihre Dörfer zu entwickeln und umzusetzen, damit ländliche Räume für Jung und Alt attraktiv bleiben.

Regionale-Projekt „Zukunft der Dörfer in Südwestfalen“

Wie bleibt unser Dorf trotz gesellschaftlicher Alterung und Abwanderung lebenswert? Vor dieser Herausforderung stehen viele Menschen in der Region zwischen Soest und Siegen. Die Südwestfalen Agentur GmbH bietet mit ihrem Regionale-Projekt „Zukunft der Dörfer in Südwestfalen“ Hilfe zur Selbsthilfe: Sie motiviert Bürger jeden Alters, zum Beispiel bei Dorfgesprächen auf der Haferkiste, sich mit den Zukunftsfragen ihrer Orte auseinander zu setzen. So entsteht in Südwestfalen ein Netz von Aktiven, bei dem auch Kommunen, Kreise und Politiker neue Wege der Projektentwicklung und der Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg gehen. Zum Beispiel wollen neuerdings Dörfer, Sportvereine und Krankenkassen kooperieren, um die Reha für Schlaganfallpatienten auf dem Land zu verbessern. Ein weiterer Ansatz ist, die Dörfer „energieklug“ zu machen sowie im Rahmen von bisher bereits zwei erfolgten Schülerwettbewerben Jugendliche für das Thema Landleben zu gewinnen.

„Es freut mich, dass man von außen sieht, dass der von uns gewählte Weg der richtige ist“, kommentierte Prof.in Dr.-Ing. Hildegard Schröteler-von Brandt, Dekanin der Fakultät II der Universität Siegen, die Preisverleihung. Die Professorin forscht seit Jahren zum Thema ländliche Entwicklung der Region. Als „Botschafterin Südwestfalens“ und seit 2010 als Kuratorin des DenkRaums „Zukunft Dorf“ der Regionale Südwestfalen 2013 war die Dekanin maßgeblich an der Konzeption und der Umsetzung des ausgezeichneten Projekts beteiligt. „Ausgangspunkt war die Idee, 100 Dorfgemeinschaften entlang des Rothaarsteigs miteinander ins Gespräch zu bringen und zu sehen, welche Ideen und Projekte vorhanden sind, um voneinander zu lernen und die Hauptproblemfelder aus Sicht der Bevölkerung auszumachen“, erläuterte die Dekanin.

Freuten sich über die Ehrung „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ (v.l.): Uli Quaas (Repräsentant der Initiative "Deutschland – Land der Idee"), Andreas Mersch (Deutsche Bank), Isabel Sabisch (Jugendfilmprojekt), Horst Frese (Mitinitiator der Haferkistengespräche), Dr. Stepahie Arens (Projektleiterin), Reinhard Figgen ("Q-Dorf" Referinghausen), Prof.in Dr. Hildegard Schröteler-von Brandt (Universität Siegen), Dr. Olaf Hähner (Arbeitskreis Schülerwettbewerb), Heike Kruse (Ortsvorsteherin Sichtigvor), Rudolf Zölzer (Vereinsring MÜSiWa), Landrätin Eva Irrgang und Dirk Glaser (Foto: "Deutschland – Land der Ideen"/Fotoagentur FOX/Marco Stepniak).

Freuten sich über die Ehrung „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ (v.l.): Uli Quaas (Repräsentant der Initiative “Deutschland – Land der Idee”), Andreas Mersch (Deutsche Bank), Isabel Sabisch (Jugendfilmprojekt), Horst Frese (Mitinitiator der Haferkistengespräche), Dr. Stepahie Arens (Projektleiterin), Reinhard Figgen (“Q-Dorf” Referinghausen), Prof.in Dr. Hildegard Schröteler-von Brandt (Universität Siegen), Dr. Olaf Hähner (Arbeitskreis Schülerwettbewerb), Heike Kruse (Ortsvorsteherin Sichtigvor), Rudolf Zölzer (Vereinsring MÜSiWa), Landrätin Eva Irrgang und Dirk Glaser (Foto: “Deutschland – Land der Ideen”/Fotoagentur FOX/Marco Stepniak).

Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“

Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank zeichnen im Rahmen des Wettbewerbs gemeinsam Ideen und Projekte aus, die einen positiven Beitrag zur Gestaltung der ländlichen Räume und Regionen liefern und sie fit für die Zukunft machen. Andreas Mersch, Filialdirektor der Deutschen Bank in Olpe, überreichte der Projektleiterin der Südwestfalen Agentur, Dr. Stephanie Arens, die Auszeichnung und betonte: „Sie zeigen uns, dass der ländliche Raum eine Zukunft hat: durch Innovationen, die Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verknüpfen und so die Herausforderungen querfeldein anpacken. Treffender hätte ein Jahresthema die Kreativität auf dem Land gar nicht abbilden können.“

Dr. Stephanie Arens kommentierte die Auszeichnung: „Wir sind sehr stolz, dass die Dörfer in Südwestfalen gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen der ländlichen Regionen arbeiten und dadurch ein ‚Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen‘ sind. Neben der Vernetzung bilden auch die Themenfelder ‚Junges Landleben’ und ‚Innovative Dorfprozesse’ Arbeitsschwerpunkte. Vor dem Hintergrund der Komplexität des Projektes freut uns die Auszeichnung besonders und gibt Auftrieb für die weitere Arbeit.“

„Der Einfallsreichtum und die Leidenschaft der Menschen, mit denen sie Zukunft in unserem und für unser Land gestalten, verdienen eine Bühne, auf der sie wahrgenommen werden. Die ‚Ausgezeichneten Orte‘ bilden ein einmaliges Netzwerk an Innovationen aus Deutschland“, begründete Andreas Mersch das langjährige Engagement der Deutschen Bank im Wettbewerb.

Aus 1.000 Bewerbungen hatte eine Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern gemeinsam mit einem sechsköpfigen Fachbeirat die Südwestfalen Agentur GmbH mit ihrem Netzwerk „Zukunft der Dörfer in Südwestfalen“ als Preisträger aus.

Das könnte Sie auch interessieren:

SüWeNa - Südwestfalen-Nachrichten | Am Puls der Heimat.

Artikel weiterempfehlen
  • gplus
  • pinterest

Veröffentlicht von:

Ihr Kommentar zum Thema