Bad Sassendorf – Am 30. April 1817 ging das erste Mal ein Brief bei den Sassendorfer Erbsälzern ein, in dem eine Privatperson darum bat, in Sassendorfer Sole baden zu dürfen, um gesundheitliche Beschwerden zu behandeln. 200 Jahre später stehen in Bad Sassendorf ein halbes Dutzend Reha-Kliniken und ein Solethermalbad. Die kleine Sonderschau der Westfälischen Salzwelten erzählt diese Geschichte, endet aber bereits am 31.7.

“Wer noch einmal einen Einblick in die Kulturgeschichte des Badens in Westfalen im Allgemeinen und Bad Sassendorfs im Besonderen gewinnen möchte, der sollte sich beeilen”, drängt Museumsleiter Dr. Olover Schmidt interessierte und potenzielle Museumsbesucher, noch in den Ferien die Sonderausstellung über 40 Jahre Solethermalbad und 200 Jahre Baden in Westfalen im Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten zu besuchen.

Quelle: Westfälische Salzwelten

“Am 31. Juli ist Schluss – dann bauen wir die Ausstellung wieder ab”, schließt er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. “Lachend, weil wir mit diesem Ausstellungsthema viele spannende Projekte angestoßen haben: Wir haben in Zusammearbeit mit dem Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster weitere Dokumente recherchiert und interessante Geschichten zu tage gefördert – und wir haben viele Leute getroffen, die sich an ihre Zeit beim Kinderbaden erinnerten und uns darüber berichten wollten,” so Dr. Schmidt. Daraus ist nun ein Zeitzeugen-Projekt geworden, dass viel Zuspruch und viele Erinnerungen hervorgebracht hat. “Das weinende Auge,” so Schmidt,”bezieht sich darauf, dass wir die schönen Objekte, die wir aus dem Thermalbad erhalten haben, nun wieder abgeben müssen, und die anderen, interaktiven Elemente erst einmal wieder aus der Ausstellung verschwinden werden.” Und das ist nicht ganz unerheblich: Ein großer Medientisch lädt Besucherinnen und Besucher ein, ihr eigenes Thermalbad zu bauen und auf seine Wirtschaftlichkeit hin zu testen. Ein anderes Ausstellungsmöbel enthält einen Bildschirm, der als Medienarchiv fungiert und eine Reise in die Vergangenheit des Badens erlaubt.

Interaktive Medien nur noch bis 31.7.

Diese Spiele und interaktive Medien bleiben also nur noch bis zum 31.7. in den Salzwelten. “Dann müssen wir sehen, ob und falls ja, wie wir sie ggf. doch noch in das bestehende Ausstellungskonzept integrieren können”, so der Museumsleiter. “Eins bleibt jedoch klar: Mit dieser Ausstellung haben wir gerade die Spitze des Eisbergs angeschnitten. Das Thema ‘Baden’ hält für die Salzwelten und Bad Sassendorf noch viel mehr in petto”, schließt Schmidt. Eins scheint also klar: Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf viele weitere hinreißende Ausstellungen rund um das Baden freuen – mal sehen, ob es beim nächsten Mal dann um Kurschatten, Fango oder Tango geht!

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