Schulpsychologen beschäftigten sich 2014 mit Mobbing, Inklusion und Co.

Kreis Soest – Beim Gedanke an die nächste Mathe-Klausur zieht sich bereits der Magen zusammen. Schweißperlen bilden sich auf der Stirn. Und dann ist da noch dieser Junge, der seit Monaten nichts Besseres zu tun hat, als einem fiese Spitznamen zu geben und sich zu prügeln. Szenen, die manch einem Schüler, aber auch Lehrer und Schulpsychologen bekannt sind. Auf der Themenliste der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Soest standen 2014 Mobbing, Prüfungsangst und Krisenprävention weit oben.

„Mobbing ist ein Thema, mit dem Schüler wie auch Lehrer vermehrt konfrontiert werden“, erklärt die Leiterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle, Annelie Meyer-Bos. Gerade dort spiele Empathie, beziehungsweise soziales Lernen eine große Rolle. Schließlich müsse das Miteinander im sozialen Umfeld erlernt und gefördert werden. Eine Vielzahl der im letzten Jahr durchgeführten Schulberatungen, insgesamt 184 Stück vom Einzelfall unabhängige Lehrerberatungen, befassten sich mit Mobbing. Doch auch Themen wie Prüfungsangst, Krisenbewältigung, Lehrergesundheit oder Lese- Rechtschreibschwäche und Führen von Elterngesprächen spielten eine Rolle, vor allem in den von der Beratungsstelle angebotenen Fortbildungen für Schulen.

Das Team der Schulpsychologischen Beratungsstelle ist für die Schüler, Eltern und Schulen im gesamten Kreisgebiet im Einsatz (Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest).

Das Team der Schulpsychologischen Beratungsstelle ist für die Schüler, Eltern und Schulen im gesamten Kreisgebiet im Einsatz (Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest).

Ein weiterer Bereich, in dem viel Beratungsbedarf herrscht, heißt Inklusion: „Inklusion ist seit mehreren Jahren ein Thema. Wir sehen es als übergreifende Maxime an. Schon bevor Inklusion in der Politik und den Medien diskutiert wurde, stellte sich stets die Frage nach der besten individuellen Förderung für ein Kind. Der Unterschied jetzt ist, dass der Blick noch stärker auf die Individualität der Schüler und ihre spezifischen Bedürfnisse gerichtet wird. Doch wie setzt man in der eigenen Schule Inklusion am besten um? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns verstärkt seit 2014. Die praktische Umsetzung ist in den Fokus gerückt“, so Annelie Meyer-Bos. Wie muss sich eine Schule genau verändern? Was können Lehrer leisten? Wo liegen ihre Grenzen? Bei diesen und vielen weiteren Fragen unterstützt die Schulpsychologische Beratungsstelle die Schulen im Kreisgebiet. Zu dieser Aufgabe kommen hinzu: die Arbeit in über zehn Netzwerken, das Zeugnistelefon und natürlich die sogenannte Einzelfallhilfe, wenn Schüler oder Eltern bei den Schulpsychologen Rat suchen.

Fünf Schulpsychologen (je zwei Planstellen für Landes- und Kreisbedienstete) sind für die Schüler, Eltern und Schulen im gesamten Kreisgebiet vor Ort im Einsatz. Betrachtet man sich allein die Schülerzahlen, kommen im Durschnitt auf einen Schulpsychologen etwa 12.000 Schüler. Eine ganz schöne Menge. „Es ist viel zu tun, denn auch wenn die Schülerzahlen sinken, die Nachfrage nach Unterstützung lässt nicht nach“, bringt es Schulpsychologin Annelie Meyer-Bos auf den Punkt.

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