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Wasserwirtschaft sagt Herkulesstaude Kampf an

Bürger sollen Bestände melden oder sich aktiv an der Bekämpfung beteiligen

Kreis Soest – Auch an Bächen im Kreis Soest hat sich die Herkulesstaude (auch Riesenbärenklau genannt) ausgebreitet. Hier gilt das alte Sprichwort „Wehret den Anfängen“. Deshalb bittet das Sachgebiet Wasserwirtschaft des Kreises Soest Bürgerinnen und Bürger Bestände zu melden oder sich aktiv an der Bekämpfung zu beteiligen. Aber Vorsicht: Die Pflanze ist giftig! Hautkontakt muss vermieden werden.

An jeder der verblühten Pflanzen hängen bis zu 50.000 Samen, die darauf warten, vom nächsten Hochwasser, dem Wind oder sonst wie verbreitet zu werden“, beschreibt Annette Kühlmann, in der Wasserwirtschaft zuständig für ökologische Verbesserungsmaßnahmen an Gewässern, die Problematik. Daher appelliert sie, Standorte von Herkulesstauden an Fließgewässern oder auf Grundstücken, wenn möglich mit Lageplan, ihrem Kollegen Michael Hoff, Telefon 02921/302209, E-Mail [email protected] zu melden.

So sieht die ausgewachsene Herkulesstaude mit Blütenstand aus (Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest).
So sieht die ausgewachsene Herkulesstaude mit Blütenstand aus (Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest).

Die Herkulesstaude wurde etwa um die Jahrhundertwende aus dem Kaukasus als imposante Zierpflanze nach Europa eingeführt, in botanischen Gärten wurde sie bereits um das Jahr 1890 gezogen. Mit bis zu vier Metern Höhe und einem Stängel von bis zu zehn Zentimetern Durchmesser ist sie die größte Staude des europäischen Raumes. Ursprünglich wurde sie als Zierpflanze in unseren Gärten angebaut. Sie ist aber dort nicht geblieben und breitet sich, vor allem durch Ihre enorme Wuchsleistung immer weiter aus. Der konkurrenzstarke Riesenbärenklau verdrängt und überwuchert die heimische Pflanzenwelt. Die schwimmfähigen Samen breiten sich entlang von Fließgewässern besonders gut aus, und verdrängen die hier typischen Hochstauden wie zum Beispiel den violett blühenden Blutweiderich, das wohlriechende Mädesüß und viele andere.

Die besondere Gefährdung liegt allerdings in der Giftigkeit der Pflanze. Photosensibilisierende Substanzen (Furanocumarine) sind in der Pflanze enthalten. Diese können bei Hautkontakt insbesondere in Kombination mit Sonnenlicht phototoxische Reaktionen hervorrufen. Die Folge sind Rötungen, Hautentzündungen, Reizungen und sie können bis zu Verbrennungen zweiten Grades führen. Auch Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschocks können die Folge des Umgangs mit den Pflanzen sein. Daher ist es besonders wichtig, der Ausbreitung des Riesenbärenklaus Einhalt zu bieten.

Die Bekämpfung der Herkulesstaude ist äußerst schwierig. Mähen ist zwecklos, da die Pflanze immer wieder aus einer kräftigen Rübe austreibt und das Mähen lediglich zu einer Verzögerung der Blüte führt. Eine wirksame Methode ist das Durchstechen der Wurzelrübe ca. 10 bis 15 Zentimeter unter der Bodenoberfläche mit einem Spaten. Blütendolden die bereits reife Samen besitzen sollten in Folien verpackt und vernichtet werden, um eine weitere Verbreitung der acht bis zehn Jahre keimfähigen Samen zu verhindern. Alle Arbeiten sollten nur mit entsprechender Schutzkleidung (vollständige Bekleidung, Handschuhe und eine Schutzbrille mit seitlichem Schutz) durchgeführt werden, um Verbrennungen der menschlichen Haut zu vermeiden.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur bedingt möglich und besonders an Gewässern sind je nach Mittel bestimmte Mindestabstände einzuhalten. Weitere Informationen zur Herkulesstaude und Bekämpfungsmöglichkeiten erhalten Sie auch auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer NRW (www.landwirtschaftskammer.de).

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