Neue regionale Radroute am Hellweg – Eröffnung am 26. April 2015 beim „Anradeln“

Kreis Soest/Kreis Unna/Kreis Paderborn – Salzproduktion und Salzhandel haben die Entwicklung vieler Orte der Hellwegregion geprägt. Vom Kurpark in Unna-Königsborn bis zum Kütfelsen in Salzkotten gibt es noch heute rund ums Thema Salz viel zu sehen. Grundlage sind die salzhaltigen Quellen. Mit der Verwendung der Sole für die Gesundheit entstanden ab dem 19. Jahrhundert die drei Heilbäder im heutigen Kreis Soest. Den Spuren dieser Geschichte folgt eine neue 77 Kilometer lange Radroute entlang des Hellwegs – die Westfälische Salzroute.

Sie wird am Sonntag, 26. April 2015, 13 Uhr, im Rahmen des Fahrradaktionstages „Anradeln“ mit vielen geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft auf dem Hof Haulle in Bad Sassendorf offiziell eröffnet. Grußworte sprechen Dr. Gerd Bollermann (Regierungspräsident, Arnsberg), Wilhelm Börskens (stellvertretender Landrat, Kreis Soest), Hubertus Winterberg (Geschäftsführer, Südwestfalenagentur GmbH) und Malte Dahlhoff (Bürgermeister, Bad Sassendorf). Mit dabei sind auch die Vertreter der sechs weiteren Partner im Projekt: Unna, Werl, Soest, Bad Westernkotten, Bad Waldliesborn und Salzkotten. Denn die „Westfälische Salzroute“ ist das Ergebnis der Netzwerk-Arbeit im Rahmen des Regionale-Südwestfalen-Projekts „Salzwelten am Hellweg“.

Die Eröffnung der Westfälischen Salzroute wird am Sonntag, 26. April 2015, in Bad Sassendorf mit einem Hoffest auf Hof Haulle gefeiert. Zugleich steht die neue Route im Mittelpunkt des schon traditionellen Fahrradaktionstags im Kreis Soest, dem „Anradeln“.

Bei vielen „Anradel-Touren“ aus den beteiligten Städten und Gemeinden heißt es so in diesem Jahr „Auf nach Bad Sassendorf!“. Die Teilnehmer der geführten Touren erhalten an diesem Tag freien Eintritt in das Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten.

Von 11 bis 17 Uhr wird auf dem Hof Haulle rund um die Westfälischen Salzwelten ein buntes Programm mit einem Fahrrad-Markt, Vorträgen, Führungen, Live-Musik sowie kulinarischen Genüssen geboten.

Um 11, 13, 14 und 15 Uhr werden öffentliche Führungen im Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten angeboten. Zum Mitmachen laden von 11 bis 16 Uhr im Laborraum der Westfälischen Salzwelten verschiedene Aktionen rund um „Salz und Sole“ ein, zum Besipiel Herstellen von Badesalz, Salzseifenzauber, Basteln mit Salzteig und Salzsieden. Für die Musik sorgen von 11 bis 13 Uhr The Original Salzsieders sowie von 13 bis 17 Uhr das Jan Klare Ensemble.

Um 11 Uhr findet in der Kulturscheune ein Vortrag zum Thema „Artenvielfalt in der Soester Börde“ mit Dr. Ralf Joest von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) im Kreis Soest statt. Jeweils um 11.30 und 14.30 Uhr werden Rundgänge entlang der „Sassendorfer Salzspuren“ angeboten, bei dem es Spannendes zur Entwicklung Bad Sassendorfs vom ehemaligen Sälzerdorf zum heutigen Heilbad zu entdecken gibt.

Die offizielle Eröffnung der „Westfälischen Salzroute“ folgt um 13 Uhr. Um 14 Uhr starten zwei geführte Radtouren entlang der Westfälischen Salzroute, davon führt eine Route über Soest in Richtung Werl, die andere in Richtung Bad Westernkotten und Bad Waldliesborn. Dr. Oliver Schmidt, Leiter der Westfälischen Salzwelten, referiert um 15 Uhr referiert zum Thema „Salzgewinnung am Hellweg“ und schlägt damit den Bogen zur Westfälischen Salzroute.

Hinweis für alle Radfahrer: Die Beschilderungsarbeiten für die Westfälische Salzroute sind derzeit in der Umsetzung und werden in den nächsten Wochen komplett abgeschlossen. Informationen zur Westfälischen Salzroute, zum Streckenverlauf und zum „Anradeln“ mit allen Touren der einzelnen Städte und Gemeinden finden Interessenten unter www.westfaelische-salzroute.de.

Hintergrund

Der Hellweg ist eine historische Salzregion. Grundlage der hiesigen Tradition von Salzproduktion und Salzhandel ist das stark salzhaltige Grundwasser, das in den kreidezeitlichen Kalksteinschichten des Münsterländer Beckens lagert und an seinem südlichen Rand zutage tritt. Es wird entlang des Hellweges zwischen Unna-Königsborn und Salzkotten seit mehr als 2000 Jahren genutzt, weshalb die Salzproduktion als die „älteste Industrie Westfalens“ gilt.

Schon in der Eisenzeit begann die Salzgewinnung in Werl. In Soest existierte vom 6. bis 10. Jahrhundert eine Saline, die zusammen mit der Saline in Bad Sassendorf die Grundlage für den Reichtum der Hansestadt Soest im Mittelalter bildete.

Diese Salzhistorie hat die Region geprägt und zahlreiche Zeugnisse hinterlassen. Mit dem Aufkommen des Salzbergbaus verlor die Salzproduktion aus Sole ihre wirtschaftliche Bedeutung und wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in der gesamten Region eingestellt. Das Salz hat mit dem Ende der Salzgewinnung seine herausragende Bedeutung in der Region aber nicht verloren: Bereits im 19. Jahrhundert entdeckte man die heilende Wirkung der Sole. Sie spielt insbesondere als natürliches, ortsgebundenes Heilmittel in den Heilbädern Bad Sassendorf, Bad Waldliesborn und Bad Westernkotten bis heute eine bedeutende Rolle in Gesundheitswirtschaft und -tourismus.

Die Westfälische Salzroute verfolgt die Spuren dieser Geschichte und führt Radfahrerinnen und Radfahrer, Wandersleute und Durchreisende auch zu neuen (gesundheits-) touristischen Angeboten. 77 Kilometer Radtour entlang des Hellwegs durch das landschaftlich reizvolle wie abwechslungsreiche Westfalen geben ihnen die Gelegenheit, auf Entdeckungsreise zu gehen und die Westfälische Gastfreundlichkeit kennenzulernen.

Die Vertreter der Partner-Städte bzw. -Gemeinden und des Kreises Soest laden zum Anradeln und zum Hoffest am 26. April nach Bad Sassendorf ein (Foto: Manuela Wolff/Westfälische Salzwelten).

Die Vertreter der Partner-Städte bzw. -Gemeinden und des Kreises Soest laden zum Anradeln und zum Hoffest am 26. April nach Bad Sassendorf ein (Foto: Manuela Wolff/Westfälische Salzwelten).

Die Partner-Kommunen bringen dabei ganz unterschiedliche Stärken in das Gesamtangebot der Westfälischen Salzroute mit ein:

Bad Sassendorf: Bad Sassendorf liegt im Zentrum der Westfälischen Salzroute und bietet mit dem neuen Erlebnismuseum „Westfälischen Salzwelten“ seit Februar 2015 einen besonderen Besuchermagneten an der Strecke. Das Moor- und Soleheilbad eröffnet mit SoleTherme, Meersalzgrotte, Gradierwerk und im Diagnose- und Therapiezentrum vielfältige Möglichkeiten, die wohltuende Wirkungen der Sole hautnah zu „erspüren“.

Bad Waldliesborn: Die Geschichte Bad Waldliesborns begann mit einem Irrtum: Statt Steinkohle sprudelte Anfang des 20. Jahrhunderts eine der besten Solequellen Deutschlands aus der Probebohrung. Heute speist die Sole mit rund 38 Grad Celsius aus 900 Meter Tiefe eine der größten Natursolethermen in Nordrhein-Westfalen.

Bad Westernkotten: Zwei riesige historische Gradierwerke im Kurpark versprechen gesunde Freiluftinhalation und einen salzigen Hauch von Geschichte. Zum schweben in der Sole laden die Hellweg-Sole-Thermen ein. Solequellen und Königssood zeugen von der Salz-Tradition des Ortes.

Salzkotten: Der geologisch bemerkenswerte Kütfelsen aus Salzablagerungen der Unitas-Quelle ist ein Wahrzeichen der Stadt. Seit 1160 standen hier Salzwerke. Heute erinnern das rekonstruierte Gradierwerk und das Brunnenhäuschen an die lange Salz-Geschichte des Ortes. Sehr empfehlenswert: Das Salzmuseum des Heimatvereins!

Soest: Die alte Hansestadt Soest betrieb vom 6. bis ins 10. Jahrhundert eine erste Saline am Hellweg. Das Burghof-Museum versetzt Sie in die abenteuerliche und beschwerliche Geschichte des mittelalterlichen Salzhandels, dessen Bedeutung für Soest Sie in diesem denkmalgeschützten Gebäude entdecken können.

Unna: Aus der Metropolregion Ruhrgebiet führt der Hellweg nach Osten. Der Kurpark in Unna-Königsborn erinnert an die Salzgewinnung seit dem 14. Jahrhundert. Im vergangen Jahrhundert kam für kurze Zeit der Kurbadbetrieb hinzu. Salz brachte eine erste wirtschaftliche Blüte nach Unna, das heute mit Hellweg Museum und Zentrum für internationale Lichtkunst glänzt.

Werl: Mit den alten Briquetage-Öfen im Städtischen Museum Am Rykenberg verweist Werl auf eine rund 3000 Jahre lange Salzgeschichte. Heute zeigt der Kurgarten des ehemaligen Solbades mit seinem im Jahr 2000 errichteten Gradierwerk und der rekonstruierten Siedehütte die lange Tradition der Salznutzung in Werl.

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