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20.000 historische Fotos im Kreisarchiv in Altena

Ausstellung „Kein schöner Land…“ eröffnet

Altena (pmk) – Interessante Einblicke in die Geschichte geben 150 historische Fotos und Postkarten, die zurzeit im Altenaer Kreishaus zu sehen sind.

„Kein schöner Land… Das Lennetal auf alten Fotos und Postkarten“ lautet der Titel der Ausstellung, die das Kreisarchiv/Landeskundliche Bibliothek des Märkischen Kreises dort noch bis zum 31. Juli zeigen. Knapp 50 Interessierte waren zur Ausstellungseröffnung durch Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper gekommen. Sie erinnerte an Anton Wilhelm Zuccamaglio. Der deutsche Heimatschriftsteller, Volksliedforscher, Dichtermusiker und Komponist, der sich selbst Wilhelm von Waldbrühl nannte, komponierte das Lied „Kein schöner Land“, das der Ausstellung den Titel gab. Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper hatte ihre „Mundorgel“ mitgebracht. Das Liedbüchlein enthält Volkslieder, die seinerzeit bei vielen Schulwanderungen und Ausflügen gesungen wurden. Als Industrieregion im Grünen, verfüge der Märkische Kreis über „eine Landschaft, mit der wir wuchern sollten.“

Gezeigt werden in den Räumen des Kreishauses in Altena Fotos und Ansichtskarten aus Nachrodt-Wiblingwerde, Altena, Werdohl und Plettenberg, die zwischen 1887 und 1901 entstanden sind. Die Fotos sind nur ein Bruchteil der etwa 20.000 Einzelaufnahmen umfassenden Fotosammlung des Kreisarchivs und stammen von drei namhaften Fotografen aus Düsseldorf, Iserlohn und Lüdenscheid. Ausstellungs-Macher, Diplom-Archivar Ulrich Biroth, kündigte für Ende des Jahres ein Internet-Portal an, in das bis zu 9.000 Aufnahmen eingestellt werden sollen. „Wir erhoffen uns davon auch, dass uns die Leute helfen können, die Bilder zeitlich und räumlich zuzuordnen“, so Biroth.

Gleich nach der offiziellen Eröffnung schauten sich die Besucher die Ausstellung an (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis).
Gleich nach der offiziellen Eröffnung schauten sich die Besucher die Ausstellung an (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis).

Fotografien waren Ende des 19. Jahrhunderts noch sehr selten und so teuer, dass sich nur wenige Betuchte Portraitfotos leisten konnten, so Biroth. Landschaftsaufnahmen oder Stadtansichten kamen erst seit den 1880er Jahren in Mode. Nur in Großstädten konnte ein Fotograf ausreichend Aufträge bekommen, um davon leben zu können. Deshalb reisten Fotografen durch das Land und machten mit großformatigen Ortsansichten für ihre Kunst Reklame.

 Schauten sich alte Fotos der noch nicht wieder aufgebauten Burg Altena an: (von links) Diplom-Archivar Ulrich Biroth, Fachdienstleiter Detlef Krüger und Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis).

Schauten sich alte Fotos der noch nicht wieder aufgebauten Burg Altena an: (von links) Diplom-Archivar Ulrich Biroth, Fachdienstleiter Detlef Krüger und Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis).

Wegen der extrem langen Aufnahme-Belichtungszeiten sind auf den Landschaftsfotos nur wenige Menschen zu sehen. Die Gegenden selbst sollten eindeutig „schön“ sein und zeigen deshalb eine Idylle, die es in dieser Form auch damals nur noch selten gab.

Ein besonderer Hingucker sind die zahlreichen bunten Ansichtskarten aus den Beständen des Kreisarchivs. Ansichtskarten wurden in Deutschland erstmals in den 1860er Jahren verschickt. Bunt illustriert mit den Sehenswürdigkeiten einer Stadt dienten sie dazu, den Lieben daheim oder in der Ferne Grüße zu übermitteln. Und zwar nur auf der Karten-Vorderseite! Die heute übliche geteilte Rückseite mit einem Adressfeld und Platz für Mitteilungen wurde nämlich erst 1905 von der deutschen Postverwaltung zugelassen.

Für die musikalische Begleitung sorgen Sopranistin Ricarda Woeste und Tzvetlanka Wiegand am Klavier. Nach der offiziellen Eröffnung nutzten die Gäste die Gelegenheit zu einem ersten Rundgang durch die Ausstellung. Die Ausstellung ist bis zum 31. Juli montags bis donnerstags von 8.30 bis 16.00 Uhr und freitags von 8.30 bis 12.00 Uhr zu sehen.

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