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Sport im Verein unverzichtbar für Integration

Märkischer Kreis (pmk) – Dem Sport, insbesondere den Sportvereinen, können bei der Integration von Menschen mit Mitgrationshintergrund eine wichtige Rolle übernehmen. Das wurde bei der Veranstaltung „Integration durch Sport“ im Lüdenscheider Kreishaus deutlich.

64 Prozent aller Sportvereine haben keine Mitglieder mit Migrationshintergrund – zumindest die für eine Studie der Universität Bielefeld befragten Clubs in Bielefeld und Duisburg. Das ist ein Ergebnis der Arbeit von Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay, die sie anlässlich der Auftaktveranstaltung „Integration durch Sport“ im Lüdenscheider Kreishaus vorstellte. Eingeladen dazu hatte der Kreissportbund Märkischer Kreis in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises. Mehr als 60 Interessierte aus Schulen, Sportvereinen, Kulturvereinen sowie Städten und Gemeinden waren gekommen.

„Im Märkischen Kreis leben Menschen aus 150 verschiedenen Nationen. Fast 30 Prozent der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund“, erklärte Landrat Thomas Gemke in seiner Begrüßung. Das sei im Vergleich zu anderen Kreisen recht hoch, sogar höher als im Ruhrgebiet. Der Sport könne viel zur Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft beitragen. „Es ist das ideale Umfeld für interkulturellen Austausch und gelebte Integration.“

Groß war das Interesse an der Veranstaltung "Integration durch Sport" (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis).
Groß war das Interesse an der Veranstaltung „Integration durch Sport“ (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis).

17 der 54 Sportbünde im Landessportbund seien in dem Netzwerk aktiv, erfuhren die Teilnehmer. Fast 16 Millionen der gut 80 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. „Die Gesellschaft ändert sich und wird nie mehr so sein wie jetzt“, zeigte Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay auf. Sie sah es als Chance für die Sportvereine, von denen viele über sinkende Mitgliederzahlen klagen, stärker auf die Migranten zuzugehen. Nur 14,8 Prozent von ihnen treiben Sport in einem Verein. „Aber 24,8 Prozent in einem Fitnessstudio.“ Fußball (57 Prozent), Kampfsportarten (14 Prozent) und Turnen sind die beliebtesten Sportarten der Menschen mit Migrationshintergrund, ergab ihre Studie. Handball, Volleyball und Basketball spielten dagegen keine Rolle. „Hier gibt es für die Vereine großen Nachholbedarf.“ Der Breiten- und Gesundheitssport werde von den Migrantinnen und Migranten in den Fitnessstudios betrieben.

Unstrittig sei, dass die Sportvereine viel für die Integration leisten können. „In den sozialen Netzwerken des Vereins werden die Sprachkompetenz, die Bildungskarriere und die Integration in den Arbeitsmarkt gefördert“, stellte Kleindienst-Cachay fest. Die Migranten erleben dort eine Wertschätzung und soziale Unterstützung. Das fördere die Identifikation mit dem Leben im „Hier“ und „Jetzt“.

Wie es gehen kann, zeigen zwei gute Beispiele aus dem Märkischen Kreis. Im Projekt „Quietschfiedel – Schimmen lernen“ haben sich die DLRG Werdohl und der SV 08 Werdohl zusammengetan, um Grundschülern das Schwimmen beizubringen. Es läuft sehr erfolgreich. Mehrfach ausgezeichnet wurde der FC „Borussia“ Dröschede aus Iserlohn für seine vielfältigen Aktivitäten. In Dröschede soll die Integrationsförderung noch in diesem Jahr sogar als Vereinsziel in die Satzung aufgenommen werden.

Die Mehrzahl der Sportvereine hat das Thema für sich dagegen noch nicht erkannt. Deshalb startete der Kreissportbund jetzt die Veranstaltungsreihe „Integration durch Sport“. Der Auftakt ist im Lüdenscheider Kreishaus gemacht – weitere Treffen sollen folgen.

Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay hielt das Impulsreferat (Foto: Beatrix Naujoks/Märkischer Kreis).
Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay hielt das Impulsreferat (Foto: Beatrix Naujoks/Märkischer Kreis).

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