Mittelstand

Aktien der Automobilindustrie: Rückblick 2019 und Prognose 2020

Auto-Aktien als mittel- und langfristige Investition

Die Automobilbranche galt unter Anlegern lange als uninteressant. Handelszölle und Umweltauflagen sorgten zusätzlich für Unsicherheit. Dagegen stehen Trends wie E-Mobilität, Elektrofahrzeuge und Investitionen in innovative Technologien wie autonomes Fahren. Als einer der wertvollsten Autohersteller an der Börse und Herausforderer gilt das US-amerikanische Unternehmen Tesla als Ausnahme. Dabei schlossen etliche Automobilaktien 2019 ein gutes Jahr ab und auch 2020 verspricht, aussichtsreich für Auto-Investoren zu werden.

So verlief 2019 für die Automobilaktien

Tesla als größter US-Autohersteller

Beim Jahresrückblick 2019 auf die Automobilindustrie führt kein Weg an Tesla vorbei. Das kalifornische Unternehmen legte im Jahr 2010 einen erfolgreichen Börsengang hin und ist für seine Elektrofahrzeuge bekannt. Tesla beschleunigte durch Innovation den Wechsel zu nachhaltigen Energien und geriet unter Beschuss von etablierten Autoherstellern. Aussagen des Gründers Elon Musk ließen den Aktienkurs immer wieder schwanken.

In der Automobilindustrie führt kein Weg an TESLA vorbei. Die Entwicklung der Auto-Aktien ist ein klares Signal für Anleger.
Tesla ist ein innovativer US-amerikanischer Hersteller von Elektroautos (Bildquelle: pixabay)

Die hohe Volatilität der Tesla-Aktie interessierte vor allem Spekulanten. Doch Tesla setzte 2019 mehr als 350.000 Fahrzeuge ab und der Kurs zog in der zweiten Jahreshälfte stark an. Mit mehr als 70 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung schaffe es Tesla an die Spitze der US-Autohersteller. Die Entwicklung der Aktie ist ein klares Signal für Anleger – weg von der Spekulation und hin zu Tesla Aktien kaufen. Tesla Aktien gelten zudem als mittel- und langfristige Investition.

Deutsche Automobilunternehmen

In Sachen E-Mobilität zählten die deutschen Automobilunternehmen 2019 nicht zu den großen Pionieren. Trotz eines insgesamt tendenziell rückläufigen Marktes konnten sie 2019 hohe Absätze verzeichnen.

In relativen Zahlen war der kleine Herausforderer Tesla mit knapp 50 Prozent Zuwachs der absolute Absatzgewinner. Der Gigant Toyota legte nur knapp 2 Prozent zu. In absoluten Zahlen belegte Volkswagen mit 10,7 Millionen Fahrzeugen den Spitzenplatz, noch vor Toyota und General Motors. Weitere heimische Hersteller waren Daimler und BMW auf den Plätzen 12 und 13 in Sachen Absatz.

Im Bezug auf Umsatz und Gewinn schaffte es der bayerische Autobauer BMW auf Platz 2 mit einer Ebit-Marge von 8,6 Prozent und liegt damit knapp hinter Toyota. Zum Jahreswechsel erreichte die Aktie ein Hoch gegenüber der Jahresmitte. Daimler steigerte bei den Automobilen die Ebit-Marge auf 5,7 Prozent und legte 2019 ein profitableres Geschäftsjahr als im Vorjahr hin.

Ausblick für Auto-Aktien 2020

Auf der einen Seite sind Anleger aufgrund von Abgasauflagen, Einfuhrbeschränkungen und politischer Unsicherheit vorsichtig mit dem Kauf von Auto-Aktien. Auf der anderen Seite muss man sehen, dass die Branche zur Innovation und Neuerfindung gezwungen ist und der Kampf um die Vorherrschaft bei der Elektro-Mobilität längst ausgebrochen ist.

Experten schätzen, dass in den nächsten Jahren 5 bis 6 Millionen Elektro-Fahrzeuge pro Jahr verkauft werden. Tesla will 2020 mehr als eine halbe Millionen Elektro-Autos absetzen. 2018 und 2019 war China Vorreiter bei der Förderung: Das Center of Automotive Management verzeichnete jeweils mehr als eine Millionen E-Auto-Neuzulassungen, so dass es China auf 4,7 Prozent Marktanteil in Sachen E-Mobilität bringt. Die deutsche Regierung will mit einem „Umweltbonus“ und weiteren Maßnahmen bis zu 700.000 Elektro-Fahrzeuge fördern.

Impulse für den Kauf von Auto-Aktien 2020

Trotz einer ungewissen Zukunft gibt es Signale, die dafür sprechen, dass Anleger jetzt von einer Investition in Auto-Aktien profitieren können. Diese sind:

  • Die Branche hat durch erfolgreiche vergangene Geschäftsjahre erhebliche Finanzpolster aufgebaut, Ausgaben gekürzt und die Effizienz erhöht. Diese Ausgangslage für eine Zukunftsinvestition ist aktuell nicht in Börsenkursen eingepreist.
  • Dafür ist die Sicherheitsmarge hoch, also sind etwaige Zukunftsprobleme bereits jetzt im Aktienpreis ausgedrückt. Es besteht hohen Potenzial zur Gewinnüberraschung.
  • Tesla ist tatsächlich eine Ausnahme, was Newcomer betrifft. Es ist unwahrscheinlich, dass noch ein Herausforderer die etablierten Marktgrößen erfolgreich angreift.
  • Der Zeitpunkt für den Markteinstieg bei Auto-Aktien ist günstig: Historisch betrachtet lohnt sich der Kauf, wenn der Zyklus niedrige Markt- und Gewinnerwartungen bringt.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Südwestfalen-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]

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