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Erndtebrück : Gut überwacht und sicher transportiert

Erndtebrück – Riesige Werkhallen, hohe Krane und schwere Stahlrohre: Wo Großes bewegt wird, kann viel passieren. Im Unternehmen EEW aus Erndtebrück herrschte bis vor Kurzem ein erhöhtes Gefährdungspotenzial für die Beschäftigten beim Transport von Rohren in den Fertigungsstätten. Um das Risiko für Arbeitsunfälle zu reduzieren, hat der Industriebetrieb deshalb ein Überwachungssystem für Hallenkrane im Parallelbetrieb entwickelt. Dafür erhält das Unternehmen jetzt den Sicherheitspreis der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Heino Taube, Health-Safety-Environment-Manager und Fachkraft für Arbeitssicherheit bei EEW nahm den Preis am 20. April 2016 im Erndtebrücker Unternehmen von Franz-Dieter Thoma, BGHM, entgegen.

(V.l.): Wolfgang Grabitz (Kranführer, EEW), Jörg Franke (BGHM), Franz-Dieter Thoma (BGHM), Heino Taube (Fachkraft für Arbeitssicherheit) und Mario Schumann (Elektrotechniker, EEW) mit der Urkunde des BGHM-Sicherheitspreises. (Quelle: EEW)
(V.l.): Wolfgang Grabitz (Kranführer, EEW), Jörg Franke (BGHM), Franz-Dieter Thoma (BGHM), Heino Taube (Fachkraft für Arbeitssicherheit) und Mario Schumann (Elektrotechniker, EEW) mit der Urkunde des BGHM-Sicherheitspreises. (Quelle: EEW)

Lösung für besseren Arbeitsschutz nach Beinahe-Unfall entwickelt

„Unser Unternehmen fertigt große und schwere Stahlrohre für die Energiewirtschaft an. Zum Transport dieser Rohre in unseren Fertigungsstätten benutzen wir Hallenkrane im Tandembetrieb“, erklärt die EEW-Sicherheitsfachkraft Taube. Die Rohre werden an zwei Kranen eingehakt und der Transport von einem Kranführer am Boden mittels Fernbedienung koordiniert. „Wenn da ein technischer Fehler unterläuft, ist das Gefährdungspotenzial hoch: Bleibt ein Kran stehen, fährt der andere trotzdem weiter. Dem Bediener bleiben nur Sekundenbruchteile, um zu reagieren: Sonst lösen sich die Rohre aus den Halterungen und fallen herunter.“ Nach einem Beinahe-Unfall suchte Taube zusammen mit dem stellvertretenden Leiter der Instandhaltung Steven Hahn deshalb nach einer technischen Maßnahme, um das Unfallrisiko zu senken und den Arbeitsschutz zu verbessern. „Ziel war es, den innerbetrieblichen Transport von langen Rohren mit zwei Kranen sicherer zu gestalten“, erläutert er. Die Lösung: Ein elektronisches System, mit dem sich zwei parallel betriebene Krane oder Hubwerke gegenseitig überwachen. Dadurch wird ein Auseinanderfahren während des Rohrtransportes und damit ein möglicher Absturz der Fracht verhindert. „Das System verfolgt die relevanten Schaltvorgänge der beiden synchron betriebenen Fahrwerke. Falls eine Differenz ihrer Bewegungen auftritt, werden sofort beide Fahrwerke gestoppt. Somit bleiben die Rohre in ihren Halterungen und können nicht fallen“, erklärt der Experte.

Jörg Franke vom BGHM-Präventionsdienst Köln hat das technische Sicherheitssystem bei seinem ersten Einsatz begutachtet und lobt den Erfindergeist seitens des Unternehmens. „Mit diesem System werden die EEW-Beschäftigten besser vor Arbeitsunfällen geschützt und die Arbeitssicherheit im Betriebsalltag nachhaltig verbessert.“ Nach dem erfolgreichen Probelauf wird der Sicherheitscontroller nach und nach in alle Krane des Betriebs eingebaut.

„Mit dem Sicherheitspreis zeichnet die BGHM vorbildlich umgesetzte Präventionsmaßnahmen aus“, sagte Franz-Dieter Thoma von der BGHM bei der Preisvergabe. „Das Überwachungssystem von EEW ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus kleinen Ideen große, wirkungsvolle Verbesserungen entstehen können.“

Veröffentlicht von:

Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou veröffentlichte diesen Artikel auf Südwestfalen Nachrichten. Sie ist in der Lüdenscheider Redaktion unter 02351-9749710 und per Mail unter [email protected] erreichbar.

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