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Neunkirchen auf dem Weg zur Fairtrade-Town

Steuerungsgruppe gegründet – Registrierung erfolgt

Neunkirchen – Dem Ziel Faitrade-Town zu werden, ist die Gemeinde Neunkirchen ein ganzes Stück näher gerückt. Vertreter aus Einzelhandel, Kirchengemeinde, Politik und Gemeindeverwaltung gründeten jetzt im Rathaus eine Steuerungsgruppe, die künftige Maßnahmen von Ort vorantreiben soll. Zur Vorsitzenden der Steuerungsgruppe wurde Nicole Morgenschweis, die kommunale Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gewählt. Sie übernahm auch die Registrierung bei Fairtrade Deutschland, der Entwicklungshilfeorganisation, die die Fairtrade-Standards und somit die Nutzungsrechte für das Fairtrade-Siegel vergibt.

Um Fairtrade-Town zu werden braucht es neben der Steuerungsgruppe aber vor allem Einzelhändler, Gastronomen, Institutionen und Organisationen, die gesiegelte Fairtrade-Produkte verkaufen oder nutzen. „Deren Zahl ist abhängig von der Größe der teilnehmenden Stadt oder Gemeinde“, erklärt Martin Gerke vom ortsansässigen Weltladen. Er hat sich maßgeblich für das Projekt eingesetzt, das auf einen Ratsbeschluss des vergangenen Jahres zurückgeht.

„In vielen Neunkirchener Geschäften können bereits fair gehandelte Produkte erworben werden. Das reicht von den Klassikern, wie Kaffee, Schokolade und Bananen bis hin zu Kleidung aus fair gehandelter Baumwolle“, so Gerke. Doch das Angebot soll in den kommenden Monaten noch erweitert werden. Darüber hinaus möchte man den Fokus auch auf die Aufklärung zur Bedeutung des fairen Handels legen. „Die Leiter einiger Schulen haben sich bereits bereiterklärt, das Thema in den Unterricht zu integrieren“, informiert Nicole Morgenschweis und erwähnt lobend das Engagement der evangelisch reformierte Kirchengemeinde. Dort werden seit langem gesiegelte Produkte angeboten. Und erst kürzlich fand ein „kulinarischer Informationsabend“ statt, bei dem Regionalpfarrer Martin Ahlhaus über den fairen Handel referierte.

In den kommenden Monaten möchte die Steuerungsgruppe noch weitere ortsansässige Restaurants, Einzelhändler, Verein, Unternehmen und Institutionen ins „Fairtrade-Boot“ holen. Und auch neue Mitglieder sind gern willkommen. „Wir wollen einen Beitrag leisten, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Entwicklungsländern zu verbessern“, sind sich die Mitglieder einig, „und das geht am besten, wenn wir uns vor Ort für den fairen Handel stark machen.“ Wenn alle notwendeigen Kriterien erfüllt sind, kann die Bewerbung erfolgen. Und das soll noch in diesem Jahr der Fall sein.

Bundesweit bieten Firmen rund 4000 gesiegelte Produkte an. An das Fairtrade-Siegel sind Bedingungen wie etwa existenzsichernde Preise, umweltschonende Anbauweise, der Verzicht auf illegale Kinderarbeit oder bessere Arbeitsbedingungen geknüpft. So trägt der faire Handel zur Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern bei und gibt den Kleinbauern und Arbeitern Vertrauen und Sicherheit für eine selbstbestimmte Zukunft.

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