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WESTKALK schafft nachhaltig Lebensraum für gefährdete Pflanzen

Sommerwurz und weitere seltene Pflanzen blühen im Steinbruch
Renaturierungsmaßnahmen zeigen erste große Erfolge

Rüthen-Kallenhardt – Im ehemaligen Kallenhardter Steinbruch „Roberts Bruch“ sind zahlreiche Exemplare der seltenen Großen Sommerwurz (Orobanche elatior) aufgeblüht. Die kniehohe Pflanze mit ihren dichten gelben Blütenständen steht auf der Roten Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen in NRW und hat im Rahmen der umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen der Firma WESTKALK einen dauerhaft gesicherten Lebensraum gefunden. „An den Rändern des Steinbruchs gibt es sehr flachgründige Böden, wo der Kalkstein nah an der Oberfläche liegt – der perfekte Standort für Magerrasenpflanzen wie die Sommerwurz“, sagt Projektleiter Peter Dolch. „Trotzdem hätten wir nicht damit gerechnet, dass wir insbesondere auf den kürzlich entbuschten Flächen so schnell so große Erfolge erzielen.“

Als Magerpflanze findet die Große Sommerwurz im Roberts Bruch ideale Wachstumsbedingungen (Foto: Volker Stelzig).
Als Magerpflanze findet die Große Sommerwurz im Roberts Bruch ideale Wachstumsbedingungen (Foto: Volker Stelzig).

Seit knapp einem Jahr arbeitet WESTKALK gemeinsam mit dem Kreis Soest unentwegt daran, eine Heimat für steinbruchtypische Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. Unterstützt wird das Steinbruchunternehmen dabei vor allem von Dr. Hans Jürgen Geyer, Naturschutzverein ABU, sowie Volker Stelzig, Inhaber des Planungsbüros Stelzig in Soest. Damit z.B. die Große Sommerwurz mit nährstoffarmer Erde und einem warmen, trockenen Grund perfekte Lebensbedingungen vorfindet, haben die Projektpartner auf einer Gesamtfläche von 2.500 Quadratmetern Gehölzaufwuchs und Büsche entfernt. Außerdem sorgen rund 20 Ziegen dafür, dass die Grundsohle des Steinbruchs „Roberts Bruch“ nicht mit dornigen Schlehensträuchern zuwächst. „Es ist wichtig, dass Ziegen die Flächen regelmäßig und ausgewogen beweiden“, sagt Volker Stelzig. Nur so könne man diesen sehr wertvollen Kalkmagerrasen durch nachhaltige Bewirtschaftung langfristig sichern.

Foto: Volker Stelzig
Foto: Volker Stelzig

Doch auch wenn die Ziegen im Roberts Bruch dazu beitragen, dass die große Sommerwurz überhaupt erst wachsen kann, erfordert ihre Gegenwart zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen. „Die Tiere wissen ja nicht, welche Pflanzen sie unserer Ansicht nach fressen sollen und welche nicht, darum gehen wir regelmäßig in den alten Steinbruch und schützen jedes einzelne Sommerwurz-Exemplar mit einem speziellen Metallkäfig gegen unerwünschten Verbiss“, erklärt Peter Dolch.

Ideale Wachstumsbedingungen findet die Große Sommerwurz nicht nur wegen der intensiven Renaturierungsarbeiten von WESTKALK, sondern offenbar auch dank des guten Wetters. Das in diesem Jahr recht trockene Frühjahr hat dafür gesorgt, dass mittlerweile über 60 Sommerwurz-Pflanzen auf dem Areal des ehemaligen Steinbruchs blühen. „So viele Exemplare auf so engem Raum habe ich in meinen 35 Jahren als Botaniker noch nicht gesehen“, freut sich Stelzig. „Tatsächlich gibt es diese Pflanze nur an wenigen Wuchsorten in der Region.“ Der Kalkmagerrasen am Roberts Bruch beherbergt zahlreiche weitere seltene Pflanzenarten. Dazu gehören Flockenblumen und Zittergras, verschiedene Kleearten oder auch Acker-Witwenblumen und Schafschwingel. Zukünftig könnten sogar seltene Orchideen auf dem Magerstandort wachsen.

Damit die Flora im Roberts Bruch auch weiterhin so prächtig gedeihen kann, werden WESTKALK und das Büro Stelzig diesen besonderen Lebensraum auch in den kommenden Jahren fördern. Dazu gehört u.a. die langfristige Beobachtung der Sommerwurz-Population.

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