Siegen – Zu einer Exkursion der besonderen Art luden die Fischereigenossenschaft Kreuztal und die Biologische Station Siegen-Wittgenstein jetzt naturinteressierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein. Gemeinsam erkundeten die Teilnehmer die Tier- und Pflanzenwelt unter der Wasseroberfläche der Ferndorf am Aherhammer. Der Bach war noch vor 30 Jahren durch Industrieabwässer so stark verunreinigt, dass dort keine Fische oder andere Gewässertiere mehr existieren konnten. Ab den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts begann die Fischereigenossenschaft in Zusammenarbeit mit der Stadt Kreuztal und der Unteren Wasserbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein mit dem Rückbau von mittlerweile rund 25 Fischwanderungshindernissen wie Wehren und Sohlabstürzen. Neben der Beseitigung von gewerblichen- und Haushaltseinleitungen waren damit die Voraussetzungen geschaffen worden, dass sich die Unterwassertierwelt der Ferndorf wieder erholen konnte. Mittlerweile fühlen sich anspruchsvolle Wassertiere wie Bachforelle, Groppe, Elritze, Eintags-, Köcher- und Steinfliegen hier wieder wohl.

Mitglieder der Fischereigenossenschaft Kreuztal beim Elektrofischen in der Ferndorf (Foto: Michael Frede)

Mitglieder der Fischereigenossenschaft Kreuztal beim Elektrofischen in der Ferndorf (Foto: Michael Frede)

Nach einem kurzen Vortrag ging es für die Teilnehmer der Exkursion mit ihrem Elektrofischfanggerät an die Ferndorf. Anschließend wurden die gefangenen Tiere wieder wohlbehalten in die Ferndorf entlassen. Jetzt hatten die Exkursionsteilnehmer noch die Möglichkeit, unter fachlicher Anleitung von Sabine Portig kleine Gewässertiere zu fangen und zu bestimmen. Mit Handsieb, Pinsel und Sammelschälchen ausgestattet, gingen die Teilnehmer mit viel Eifer an die Arbeit. Die gefundenen Köcher-, Stein- und Eintagsfliegenlarven sowie Zuckmückenlarven, Wasserasseln und Wasserkäfer bescheinigten der Ferndorf eine mittlerweile wieder gute Wasserqualität.

Südwestfalen Nachrichten | Am Puls der Heimat.

Ihr Kommentar zum Thema

Ich akzeptiere