Wilnsdorf – Defizit verringert, Investitionen erhöht. Wilnsdorf blickt optimistisch ins Haushaltsjahr 2020 und darüber hinaus

Ausgesprochen positiv blicken Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler und Kämmerer Daniel Denkert ins kommende Jahr, genauer gesagt auf die Haushaltsplanung für 2020. „Wir werden über 12,6 Mio. Euro in die Infrastruktur der Gemeinde Wilnsdorf stecken“, kündigte die Verwaltungschefin heute bei der Vorstellung der Haushaltssatzung 2020 an, „und zeitgleich wollen wir erneut das geplante Jahresdefizit deutlich senken“. Das kommende Jahr soll mit einem vergleichsweise niedrigen Fehlbetrag in Höhe von 639.662 Euro abgeschlossen werden, „dem besten Planergebnis seit zwölf Jahren“, hob Kämmerer Daniel Denkert hervor. Für 2019 wurde noch mit einem Defizit in Höhe von 1,19 Mio. Euro gerechnet.

Und selbst dieses Ergebnis wird besser ausfallen als erwartet, im günstigsten Fall rechnet der Kämmerer sogar mit einem Plus am Ende des Jahres. „Unsere heimische Wirtschaft hat sich von einem Konjunktureinbruch erholt, die Gewerbesteuererträge liegen nach derzeitigem Stand rd. 2,5 Mio. Euro über dem Haushaltsansatz 2019“. Für 2020 planen Bürgermeisterin und Kämmerer mit 9,5 Mio. Euro an Gewerbesteuern, aus der Einkommensteuer werden Wilnsdorf 12,4 Mio. Euro zufließen.

Die positiven Entwicklungen auf der Einnahmenseite schlagen sich zukunftsträchtig in den Aufwendungen nieder. Im Haushaltsplanentwurf stecken fast 10,3 Mio. Euro an geplanten Investitionen und 2,4 Mio. Euro Unterhaltungsaufwendungen. Schwerpunktmäßig werden sie in Schulen und Feuerwehrgerätehäuser, in Straßen und Bushaltestellen fließen: etwa in den Anbau an die Grundschule Niederdielfen, in den Um- oder Neubau (je nach Votum des Rates) der Grundschule Wilnsdorf, in zwei Fahrzeuge für die Löschgruppe Wilden und in die Ertüchtigung von weiteren Feuerwehrgerätehäusern. Schuppler erinnerte: „Wir mussten lange und schmerzhaft am Haushaltsausgleich arbeiten, der nun endlich in Reichweite ist“. Nach jetziger Planung wird Wilnsdorf schon 2021 kein Defizit in seiner Jahresergebnisplanung ausweisen müssen, der faktische Haushaltsausgleich ist für 2022 fest verbucht. „Jetzt können wir verstärkt in jene Dinge investieren, die den Bürgerinnen und Bürgern wichtig sind“.

In die Hände spielen der Gemeinde Wilnsdorf günstige Bedingungen auf dem Kreditmarkt. Denkert erklärte, dass gegenwärtig langfristige Kredite zu niedrigen Zinsen aufgenommen werden können, „ein guter Zeitpunkt für Investitionen“, dennoch dürfe die Verschuldung natürlich nicht aus dem Blick geraten. 2020 werden sich die investiven Darlehen um 4 Mio. Euro und die Liquiditätskredite um 3,3 Mio. Euro erhöhen. Die gute Botschaft: „Wir kommen ohne Steuererhöhungen aus“, freute sich Bürgermeisterin Schuppler über unveränderte Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer und für alle anderen Steuerarten. Und eine weitere positive Nachricht konnte die Bürgermeisterin verkünden: „Auch 2020 werden wir einen neuen Azubi einstellen“. Kontinuierlich Ausbildungsplätze anzubieten, ist der Bürgermeisterin besonders wichtig, „nicht nur, um unseren eigenen Bedarf zu decken, sondern um unserer sozialen Verantwortung gerecht zu werden“.

Hingegen als ganz und gar unerfreulich bewerteten Schuppler und Denkert die Pläne von Landrat Müller, erneut die Kreisumlagen zu erhöhen. „Dafür gab es bereits deutlichen Widerspruch von allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern des Kreises Siegen-Wittgenstein“, mahnte Schuppler, „wir erwarten, dass unsere Forderung nach einer zurückhaltenderen, sparsameren Planung erfüllt wird“. Im vorliegenden Haushaltsplanentwurf sind die beabsichtigten Hebesatzerhöhungen daher nur zur Hälfte berücksichtigt, was bereits eine Steigerung von rd. 1,74 Mio. Euro ausmacht. „Damit fließen fast 38% der Wilnsdorfer Erträge in die Kreiskasse“, rechnete Kämmerer Denkert aus.

Über den Entwurf der Haushaltssatzung 2020 und das fortgeschriebene Haushaltssicherungskonzept wird der Gemeinderat am 5. Dezember entscheiden. Zuvor werden Beratungen in den Fachausschüssen stattfinden.

Quelle: Gemeinde Wilnsdorf

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