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Solarenergie in NRW: Südwestfalen als PV-Region

Photovoltaikanlagen sind ein entscheidender Baustein der Energiewende in Deutschland. Durch die Umwandlung von Sonnenlicht in Strom tragen sie zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei. Der aktuelle Stand unserer Erde erfordert Energiegewinnung ohne fossile Brennstoffe: Die Solarbranche wird dabei zu einem unverzichtbaren Wirtschaftszweig. Vor allem Besitzer von Eigenheimen profitieren von der energetischen Unabhängigkeit und können gleichzeitig auf Strom von fossilen Energiequellen verzichten.

Aktueller Stand in Südwestfalen

Auch in der Region Südwestfalen werden Photovoltaikanlagen immer beliebter. Nordrhein-Westfalen ist eines der führenden Bundesländer, wenn es um die Anzahl neu gebauter PV-Anlagen geht. Im Rahmen einer Studie hat das Solar-Einhorn Enpal diese Daten erhoben. Alleine in den ersten zwei Monaten in 2023 wurden mehr Anlagen gebaut als in den anderen Bundesländern. Auch die Summe aller in NRW gebauten PV-Anlagen aus 2019 wurde im Januar und Februar dieses Jahres deutlich übertroffen. Seit 2018 hat Hagen fast 1.500 Anlagen gebaut, Siegen und Iserlohn hingegen etwas über 800, Lüdenscheid fast 550 Anlagen. Alle vier Städte weisen somit eine Quote von 8 bis 9 gebauten Anlagen pro 1.000 Einwohner vor. Besonders hervorzuheben sind die Städte Arnsberg und Lippstadt, welche eine beeindruckende Quote von 14,5 und 16,5 Anlagen pro 1.000 Einwohner vorweisen. Seit 2018 wurden jeweils etwa 1.100 Anlagen gebaut, welche die Betreiber mit erneuerbaren Energien versorgen.

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Die Region bietet dank guter Wetterbedingungen dafür die richtigen Voraussetzungen: ca. 1.980 Sonnenstunden im Jahr. Der Bundesdurchschnitt liegt mit 2.025 zwar knapp höher, für eine ertragreiche Solaranlage sind diese Bedingungen aber allemal ausreichend. Im Jahr 2022 waren die Monate März, Juni, Juli und August mit etwa 8 bis 9 Sonnenstunden pro Tag die ertragsreichsten Monate in NRW. Im Januar und Dezember hingegen schien nur knapp über eine Stunde am Tag die Sonne. Dennoch steuern die Herbst- und Wintermonate zu 15 bis 30 % des Jahresertrags bei. Denn auch bei Bewölkung kann diffuses Licht, wenn auch weniger ertragreich, Strom liefern.

Finanzierung und Förderung einer Photovoltaikanlage

In der Region Südwestfalen werden Photovoltaikanlagen immer beliebter.
Foto: Enpal

Die Anschaffung einer PV-Anlage ist mit einem hohen Informationsbedarf und durchdachten Entscheidungsprozess verbunden. Die finanzielle Belastung wollen Bundes- und Landesregierungen dem Käufer anhand verschiedener Förderungen reduzieren. Die progres.NRW soll dabei mit mehreren Fördermöglichkeiten helfen. Darunter fällt beispielsweise die Förderung von Privatpersonen, die Freiflächen- und Agro-Solaranlagen installieren. Dies fällt außerhalb des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Auch Steuereinrichtungen für den Betrieb von Wärmepumpen werden gefördert. Einige Programme, wie die Förderung zu Batteriespeichern, sind momentan jedoch erschöpft. In Hagen ist ab dem 02. Mai außerdem eine Förderung für Stecker-Solargeräte inkraftgetreten.

Das BAFA und die KfW-Bank bieten deutschlandweite Förderungsmöglichkeiten. Darunter fällt das Programm 270, in dem Anlagen und Speicher gefördert werden. Das BAFA fördert zudem elektrische betriebene Fahrzeuge mit einem Umweltbonus voraussichtlich bis Ende 2025. Darüber hinaus gilt die Einspeisevergütung als staatliches Fördermittel. Betreiber von Solaranlagen, welche den erzeugten Strom nicht selbst nutzen, sondern ins öffentliche Netz einspeisen, erhalten dafür Geld. Die Einspeisevergütung liegt momentan bei 8,2 Cent pro Kilowattstunde. Es lohnt sich auch, nach Energieversorgern Ausschau zu halten, die über die Direktvermarktung vergüten. Hier handelt es sich oft um höhere Beträge.

Eine weitere Form der PV-Förderung ist das Mietmodell. Hier muss der Gesamtpreis nicht mit einem Mal aufgebracht werden, sondern die Kosten werden über mehrere Jahre hinweg bezahlt. Hier sind meist auch die Reparatur- und Wartungskosten gleich mitenthalten. Grundsätzlich kann man sagen, dass man im Miet- und Kaufmodell ungefähr auf die gleichen Kosten kommt.

Die Solarpflicht in NRW

Noch gibt es in NRW keine Solarpflicht für private Neubauten. Die bestehende Solarpflicht soll aber Schritt für Schritt ausgebaut werden. Angefangen wurde dabei im Jahr 2023 mit öffentlichen Liegenschaften. In 2025 ist mit einer Solarpflicht für private Neubauten zu rechnen, während 2026 die Solarpflicht auf Dachsanierungen ausgeweitet wird.

Ob eine Solaranlage für Ihr Dach geeignet ist und sich lohnt, können Sie mitunter bei kostenlosen Beratungsservices verschiedener Anbieter herausfinden. Hier können Sie berechnen lassen, wie viel Ertrag Ihnen eine Anlage bringt und ob die notwendigen bürokratischen und elektrischen Voraussetzungen gegeben sind. Die Bereitschaft, auf Ihrem Dach zu bauen, kann von Anbieter zu Anbieter aufgrund bestimmter Spezialisierungen und Montageverfahren variieren. Für einen ersten Eindruck helfen die Solarkataster der jeweiligen Regionen oder Bundesländer: Finden Sie Ihr Dach und Sie erhalten in der Regel die Ausrichtung, geeignete Dachfläche und Strahlungsenergie genannt. Für Nordrhein-Westfalen finden Sie dieses Kataster auf der Internetseite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Südwestfalen-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@suedwestfalen-nachrichten.de

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