“KulturPur XXL” – Sieben Tage, sieben Nächte

Hilchenbach-Lützel. Vor 20 Jahren konnte niemand voraussehen, was aus KulturPur einmal werden würde: eines der größten Zelttheaterfestivals in Europa, das mit seinen hochkarätigen Veranstaltungen im familiären Ambiente Jahr für Jahr mehr Menschen anzieht und bis heute rund 800.000 Besucher für das Konzept Kultur in der Natur begeisterte. Knapp 5000 kleine und große Show-Stars, Artisten, Schauspieler und Musiker sorgten für die berühmte Mischung aus spektakulärer Internationalität und regionalem Wir-Gefühl. Zum 20. Geburtstag wird das beliebte Festival deshalb auf sieben Tage verlängert.

Allein von der Eventdekoration ein einmaliges Erlebnis: Kultur pur ist für jedes Wetter gewappnet.

AC/DC im Kilt

Nach Zeltzauber (18. Mai), einer eigens inszenierten Eröffnungs-Gala, für die das KulturPur-Team noch einmal die Programmfarben aus zwei Jahrzehnten zusammengetragen hat, und dem Kultcomedian Rüdiger Hoffmann (19. Mai) steht eine Spezialität auf dem Programm: Die Red Hot Chilli Pipers (19. Mai) verbinden mit High-Voltage-Tradition schottische Dudelsack- und Trommeltraditionen mit der Wucht, Kraft und Lautstärke der Rockmusik. AC/DC im Kilt getrommelt und gepfiffen, intoniert von zwei echten Weltmeistern auf den Drums, leitet trefflich über zum gezupft-geschlagenen „We will rock you“.

Brachialer Mittelalter-Rock

Ein KulturPur-Projekt aus 2008 hat sich schon fast zur Tradition gemausert: die rockige Zeitreise ins Mittelalter. Nach Schandmaul und In Extremo stehen in diesem Jahr die sechs Recken von Saltatio Mortis (21. Mai) auf der Giller-Bühne. Wie der martialische Bandname und der Tour-Titel „Wer Wind sät“ ahnen lassen, laden hier keine ruhigen Schalmeien-Klänge zum Ringelpietz. Neben Drehleiher und Dudelsack bitten mächtige Metal-Riffs zum mittelalterlichen Folk-Rock vom Feinsten.

Foto: Saltatio Mortis

Multikulti-Rap und Yeehaw-Sound

Die bewährte Mischung aus besonderer Klassik, Tanz- und Bildtheater, Kabarett, Percussion und echten Chartstürmern bleibt auch im Geburtstagsjahr erhalten. Am KulturPur-Samstag geben sich deshalb die Multikulti-Reggae-Rap-Funker von Culcha Candela (22. Mai) die Ehre: Mit „Hamma“, „Monsta“ und neuen Stücken aus dem Album „Schöne Neue Welt“ machen sie Zwischenstation auf dem Giller-Gipfel. Auch danach wissen die Festivalmacher, was sie ihrem guten Ruf schulden: Statt Alleinunterhalter mit Bontempi-Orgel kommen mit BossHoss die absoluten Abräumer der vergangenen Jahre und gratulieren am Samstag direkt nach Culcha Candela mit einem kräftigen „Yeehaw“ exklusiv zur 20. KulturPur-Ausgabe. Und das, obwohl das Festival eigentlich nie mehr als zwei Gastspiele eines Top-Acts macht, sei er noch so erfolgreich, und die sieben Outlaws eigentlich nur noch die ganz großen Hallen bespielen. Doch auch Boss und Hoss erinnerten sich noch gut ans spezielle KulturPur-Feeling von 2006 und 2007, als tausende Cowgirls und -boys mit Stetsons und Stiefeln die Ginsberger Heide bevölkerten.

Feel the Rhythm

Gerade bei einem kulturellen Volksfest wie KulturPur gilt für die Festivalmacher, ganz genau auf die Wünsche der Besucher zu hören. Deshalb werden Publikumslieblinge wie die großen Trommel-Erlebnisse der vergangenen Jahre auch in Zukunft immer im Programm auftauchen. Folglich lässt „Feel the Rhythm“ mit Power!Percussion (23. Mai) am KulturPur-Sonntag Mülltonnen scheppern, Ölfässer rumpeln und Trittleitern klappern. Neben Alltags-Utensilien gehören klassische Schlaginstrumente wie Marimbafon und Orchesterpauke zum Handwerkszeug ihrer lautstarken und spektakulären Inszenierung.

40 Jahre Krautrock

Mit Grobschnitt (23. Mai) konnte als ein weiterer Publikumswunsch die Krautrock-Legende der 70-er Jahre verpflichtet werden. Grobschnitt waren stets eine innovative Gruppe, die mit ihrer Mischung aus Theater und akustischen Effekten, Klamauk und Improvisationen Rockmusik inszenierten. Zum 40-jährigen Bühnenjubiläum präsentieren sie in einem mindestens dreistündigen Konzert Stücke aus ihren Kult-Alben „Solar Music“, „Razzia“ und „Illegal“ wie auch das wohl bekannteste Konzeptalbum der deutschen Rockgeschichte: „Rockpommelsland“ mit Lightshow und Pyrotechnik.

Die Vorverkaufskontingente für manche Konzerte (Milow, Culcha Candela, Philharmonie Südwestfalen, Zeltzauber und Rüdiger Hoffmann) waren bei Redaktionsschluss bereits vergriffen. Ab 18. Mai, 10 Uhr, gibt es mit Öffnung der Festivalkasse wieder Karten für alle Veranstaltungen. Zu-Kurz-Gekommene können dann ihr Glück erneut an der Sparkassen-Hotline von ProTicket unter 01803/742654, an den bekannten Vorverkaufsstellen oder über die Internetportale, zum Beispiel www.siwikultur.de, versuchen.

Veröffentlicht von:

Internetexperte Sven Oliver Rüsche
Internetexperte Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche ist parteilos und Herausgeber der Südwestfalen-Nachrichten und schreibt über Vereine, Menschen, Tourismus und die Wirtschaft. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002. Er ist erreichbar unter: redaktion@suedwestfalen-nachrichten.de

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