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Datenrettung: Diese Internet-Tipps richten noch mehr Schaden an

Wenn die Festplatte plötzlich ausfällt, während der Nutzer konzentriert am PC arbeitet, kann dies schnell zur Panik führen. Werden die wichtigen Dateien, die sich auf der Festplatte befinden, nicht mehr angezeigt, heißt es, schnell eine Lösung zu finden. In zahlreichen Internetforen werden für ein solches Szenario fragwürdige Methoden zur Selbsthilfe beschrieben.

Dabei können diese Ansätze schnell das Gegenteil bewirken, sodass die Daten endgültig verloren gehen. Professionelle Dienstleister in diesem Bereich, wie die Datenretter in Bonn, erhalten häufig Datenträger, die erst nach dem eigentlich Schaden vollständig zerstört wurden.

Sowohl der Aufwand als auch die Kosten für die Datenwiederherstellung steigen dann maßgeblich, in einigen Fällen kann sogar nur noch ein totaler Verlust festgestellt werden. Welche Tipps aus dem Internet somit keinesfalls beherzigt werden sollten, zeigt der folgende Artikel.

Rettung im Gefrierfach

Oft wird im Internet von der Idee berichtet, den Fehler des Datenträgers zu beheben, indem dieser in das Gefrierfach gelegt wird. Die Basis dafür bildet die physikalische Annahme, dass sich eventuell verklemmte Metallkomponenten durch die Kälte zusammenziehen und dann durch einen geringen Druck und Reibung wieder zu ihrer eigentlichen Beweglichkeit finden.

Allerdings geht dabei von der Raumluft eine eminente Gefahr aus. Denn an den Metallteilen des Gerätes kondensiert die Luftfeuchtigkeit. Dadurch werden sowohl magnetisierte Datenplatten als auch die Leiterplatten gefährdet. Es kann dadurch zu einem Kurzschluss oder Korrosion kommen, wodurch die Festplatte vollkommen unbrauchbar wird und Daten vollständig zerstört werden.

Stoßen, Klopfen und Schütteln

Wenn der Schreib-Lesekopf ein Klicken von sich gibt, spricht dies häufig dafür, dass es zu einem Steckenbleiben oder einer Blockade gekommen ist. Die Festplatte startet dann gar nicht mehr oder nur fehlerhaft.

Wird die Mechanik der Festplatte allerdings geöffnet und manuell bewegt, sind die empfindlichen Bauteile in Gefahr. Es ist unbedingt nötig, dabei professionell vorzugehen, damit die Rettung der Daten wirklich möglich ist.

Dringend abgeraten wird davon, die Festplatte anzustoßen oder auf eine harte Oberfläche fallen zu lassen. Bei einer falschen Vorgehensweise werden physikalische Schäden oft nur größer, beispielsweise besteht die Gefahr, dass die Magnetplatten zerbrechen.

Festplatte im Backofen

Grundsätzlich sind Festplatten für normale Raumtemperaturen ausgelegt. NAS und RAID Server verfügen sogar über komplexe Kühlsysteme, damit sie keinen Schaden durch die große Hitzeentwicklung bei redundanten Speichervorgängen nehmen. Daher ist die Theorie, dass eine starke Hitzeeinwirkung die Daten der Festplatte wieder verfügbar macht, vollkommen abwegig.

Dahinter steckt der Versuch, durch die Regeneration von Lötstellen oder durch Ausdehnung die Festplatte zu retten. Allerdings ist diese Vorgehensweise überaus riskant und führt im Großteil der Fälle zu einem Totalschaden der Festplatte. Zwar mag es in vereinzelten Fällen zu einer kurzfristigen Verbesserung des Problems mit der Festplatte kommen, allerdings wird der Schaden im Normalfall nur vergrößert.

Tausch der Festplatten-Platine

Oft wird auch der Tipp gegeben, dass die Festplatte – falls ein Elektronik-Problem vorliegt – nach einem Wechsel der Steuerplatine wieder funktioniert. Ursprünglich stammt dieser Rat jedoch aus den 90er Jahren. Dazu soll sich der Betroffene lediglich eine baugleiche und gebrauchte Festplatte besorgen und das Steuerboard dieser in die defekte Festplatte einbauen.

Allerdings gestaltete sich zu dieser Zeit die Elektronik der Festplatten noch wesentlich anders als heute. Die Firmware war damals direkt auf der Platine zu finden. Bei den aktuellen Festplattenbetriebssystem liegt diese allerdings direkt auf dem Magnetspeicher. Wenn ein blinder Austausch der Steuerplatine vorgenommen wird, werden dabei wichtige Festplattenbereiche überschrieben beziehungsweise zerstört.

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