Brunnenzauber als Ziel gesetzt

Neunkirchen – Bis zum Brunnenzauber am 19. Dezember möchte die Gemeinde Neunkirchen Fairtrade-Town sein. Dieses ambitionierte Ziel setzten sich jetzt die Teilnehmer der Steuerungsgruppe. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die nötigen Mitstreiter für dieses Kampagne in den nächsten Wochen gewinnen können“, erklärte die Vorsitzende der Steuerungsgruppe, Nicole Morgenschweis.

Eine Gemeinde in der Größenordnung Neunkirchens benötigt mindestens zwei Gastronomiebetriebe, eine Schule, einen Verein und vier Einzelhandelsgeschäfte, um das Zertifikat entgegennehmen zu können. „Diesbezüglich sind wir bereits gut aufgestellt“, weiß Martin Gerke vom Weltladen, der seit Beginn an in den Prozess eingebunden ist. „Die Kirchengemeinden engagieren sich schon seit geraumer Zeit, schenken bei ihren Veranstaltungen fair gehandelten Kaffee und Tee aus und informieren fundiert über das Thema“ Und doch reicht es den Neunkirchnern nicht, lediglich die Mindestmaßgaben einzuhalten. „Es wäre ein sehr positives Signal, wenn wir weitere Schulen und Vereine von unserem Vorhaben überzeugen können“, so Gerke.

Insbesondere die Bereitschaft der Schulen, an dem Projekt teilzuhaben, ist groß. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium erfüllt bereits alle notwendigen Kriterien. Im Lehrerzimmer wird fair gehandelter Kaffee konsumiert, das Thema „Fair Trade“ ist Bestandteil des Lehrplans und auch die Inhaberin der Cafeteria, Christa Dax hat sich gern bereiterklärt, fair gehandelte Produkte anzubieten.

Auch Günter Bieler und Michael Utsch, die Schulleiter der Grundschule Neunkirchen und Salchendorf signalisierten ihr Interesse. Utsch äußerte in der Steuerungsgruppe, die Möglichkeit, dass Thema im Unterricht des vierten Schuljahrs zu verankern. Ferner wolle er anregen, fair gehandelte Getränke im Lehrerzimmer und bei Elternabenden anzubieten.

„Die Palette fair gehandelter Waren ist größer als man denken mag“, weiß Martin Gerke, hier mit einer kleinen Auswahl. Die Fairtrade-Produkte in den Fokus der Verbraucher zu rücken, dass ist Ziel der Neunkirchener Steuerungsgruppe, die der Kommune zum Titel Fairtrade-Town verhelfen will (Foto: Gemeinde Neunkirchen).

„Die Palette fair gehandelter Waren ist größer als man denken mag“, weiß Martin Gerke, hier mit einer kleinen Auswahl. Die Fairtrade-Produkte in den Fokus der Verbraucher zu rücken, dass ist Ziel der Neunkirchener Steuerungsgruppe, die der Kommune zum Titel Fairtrade-Town verhelfen will (Foto: Gemeinde Neunkirchen).

Die Standards, die mit dem Fairtrade-Siegel einhergehen, betreffen nicht nur den festen Mindestpreis, der die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken soll. Auch ein Verbot von Zwangsarbeit und ausbeuterischer Kinderarbeit ist klar festgeschrieben.

Wer fair gehandelte Waren kauft, hilft, die Lebenssituation von Kleinbauern und Arbeitern zu verbessern und stärkt den gerechten Handel. Und die hohen Umweltstandards schützen letztlich auch den Verbraucher, denn gentechnisch veränderte Saaten sind verboten und der der Gebrauch von Pestiziden und Chemikalien wird stark reglementiert.

Und was den Geschmack angeht, klärt Martin Gerke auf, seien die mancherorts immer noch vorherrschenden Vorurteile den fair gehandelten Lebensmitteln gegenüber völlig unbegründet. „Vor einigen Jahren mag ein fair gehandelter Kaffee geschmacklich noch an feuchte Pappe erinnert haben, heute ist er von herkömmlichen Kaffeesorten nicht mehr zu unterscheiden“.

Nach einem Ratsbeschluss vom 29. Oktober des vergangenen Jahres befindet sich die Gemeinde Neunkirchen seit dem 8. Mai auf dem Weg zur Fairtrade-Town. Nach wie vor sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich an diesem Prozess zu beteiligen. „Wir freuen uns sehr, wenn wir noch weitere Vereine mobilisieren können, das Projekt zu unterstützen“, wirbt Morgenschweis und hofft, die Bewerbungsunterlagen bis Ende Juli auf den Weg zu bringen zu können.

Südwestfalen Nachrichten | Am Puls der Heimat.

Ihr Kommentar zum Thema

Ich akzeptiere