Viele Unternehmen unterhalten Fahrzeugflotten. Und diese müssen gemanaged werden. Lange Zeit haben dies sogenannte Fuhrparkmanager noch gleichsam »von Hand« bewerkstelligt, doch nun scheint auch hier die allseits virulente Digitalisierung die ersten Spuren zu hinterlassen. Brauchen wir in Zukunft noch Fuhrparkmanager oder können diese irgendwann gänzlich durch Flottenmanagementprogramme ersetzt werden?

Das Kernproblem im Flottenmanagement

Wenn man danach fragt, ob der Beruf des Fuhrparkmanagers angesichts zunehmender Digitalisierung früher oder später obsolet zu werden droht, dann muss man freilich allererst danach fragen, was ein Fuhrparkmanager denn so in seinem Arbeitsalltag alles macht. Was ist das Kernproblem, das er für seinen Arbeitgeber löst?

Foto: TBIT / pixabay.com

Fahrzeugflotten begegnen uns tagtäglich. Seien es Taxiunternehmen, Baufirmen, Logistikunternehmen oder einfach Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Firmenwagen anbieten – es liegt auf der Hand, dass diese kollektiven Akteure ihren Fahrzeugbestand irgendwie überblicken, verwalten und koordinieren müssen. Wer fährt wann welches Fahrzeug? Wann stehen wichtige Reparaturen bzw. Wartung- und Pflegearbeiten an? Wo lässt man das Ganze machen und was kostet es? Welche laufenden Kosten (Sprit, Wartung etc.) verursacht die Gesamtflotte und wie lassen sich diese durch geschickte Planung in Schach halten oder reduzieren? Reicht die gegenwärtige Anzahl der Fahrzeuge aus oder benötigt man neue? Und sollten möglicherweise bereits in die Jahre gekommene Fahrzeuge verkauft respektive ersetzt werden? Das sind nur einige Fragen, mit denen sich ein sogenannter »Flottenmanager« tagtäglich »herumschlagen« muss. Darüber hinaus muss er etwa darauf achten, dass Fahrtenbücher gepflegt werden, die gesetzlich vorgeschriebene Führerscheinkontrolle, die zwei Mal jährlich durchgeführt werden muss, vornehmen sowie die ordnungsgemäße Nutzung der Fahrzeuge sicherstellen. Kurzum: Der Fuhrparkleiter muss zusehen, dass sein Fuhrpark funktioniert.

Es ist nun klar, dass man im Flottenmanagement eine Menge an Informationen benötigt, um ein reibungsloses Funktionieren der Flotte sicherzustellen. Doch diese zu beschaffen, ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch schwierig. Woher weiß ich, dass der Fahrer wirklich die vorgeschriebene Route gefahren ist? Wie stark er das Fahrzeug beansprucht? Wie finde ich heraus, ob eine festgelegte Route nicht doch etwas ungünstig gelegt ist, da kurzfristige Straßenbaumaßnahmen sie durchkreuzen und ein anderer Fahrer, einige Ziele insofern womöglich besser ansteuern könnte? Richtig, man muss viel kommunizieren, und das kostet viel Zeit und setzt ein gutes analytisches Gespür voraus. Hier kommen Softwarelösungen ins Spiel.

Flottenmanagementsoftware bringt mehr Effizienz

Flottenmanagementsysteme bringen zum einen den Vorteil mit sich, dass sie die Informationen, die ein Fuhrparkmanager möglicherweise gar über Monate hinweg mühsam »von Hand« sammeln würde, innerhalb nur eines Arbeitstages – und je nach Art der Information gar innerhalb weniger Minuten – beschaffen und aufbereiten können. Ermöglicht wird dies durch ein Zusammenspiel aus Hard- und Software: Fahrzeuge werden mit Geräten ausgestatten, die nicht nur GPS-Daten – und damit die zurückgelegte Route – erfassen, sondern auch Daten über das Brems- und Beschleunigungsverhalten, Pausenzeiten, Kraftstoffverbrauch und auch die Fahrzeuggeschwindigkeit. Diese werden dann direkt an das jeweilige Unternehmen übermittelt, wo sie mithilfe entsprechender Software umgehend ausgewertet werden können. Der Fuhrparkmanager kann so Probleme viel schneller erkennen und entsprechend schneller gegensteuern. Zudem lassen sich beispielsweise ein elektronisches Fahrtenbuch und eine elektronische Führerscheinkontrolle einführen. Auch ein Diebstahlschutz mittels Geofencing – hierbei wird ein bestimmter geographischer Bereich definiert, sodass Alarm ausgelöst wird, sobald ein Fahrzeug diesen verlässt – ist möglich.

Fraglich ist, ob der Fuhrparkmanager als solcher deshalb irgendwann gänzlich obsolet wird. Vermutlich wird es nicht dazu kommen, denn am Ende des Tages muss ja immer noch ein Mensch aus den mittels Software ausgewerteten Daten praktische Entscheidungen ableiten. Und weil es schlichtweg zu viele Unvorhersehbarkeiten gibt, wird er wohl nie gänzlich durch ein Computersystem ersetzt werden können. Gleichwohl wird man dem Fuhrparkmanager von morgen womöglich neue Aufgaben zuteilen und/oder seine Arbeitszeit reduzieren, was zu Stellenkürzungen führen könnte. Die Unternehmen, das lässt sich abschließend sagen, profitieren letztlich in jedem Fall aufgrund der mit digitalem Flottenmanagement verbundenen Effizienzstei-gerung.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Südwestfalen-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über regionale Themen und besondere "Landmomente". Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@suedwestfalen-nachrichten.de

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