Aktuelles aus den Orten

Mehr pflegen und weniger dokumentieren Landrat trifft heimische Landtagsabgeordnete

Die aktuellen Sorgen der stationären Pflegeeinrichtungen, das Projekt Gesundheitswirtschaft sowie die Regionale 2013. Das waren die zentralen Themen, die Landrat Thomas Gemke beim traditionellen Treffen mit den heimischen Landtagsabgeordneten erörterte. Angela Freimuth (FDP), Michael Scheffler und Gordan Dudas (beide SPD) sowie Wolfgang Exler (CDU) waren dazu ins Lüdenscheider Kreishaus gekommen. Es war das erste Treffen nach der Landtagswahl.

Mit am Tisch dieses Mal die Geschäftsführer der Träger von stationären Pflegeeinrichtungen. Sie beschwerten sich bei den Landespolitikern vor allem über die dramatische Zunahme der Bürokratie in ihren Einrichtungen und baten um Unterstützung für eine Eindämmung der Dokumentation. 30 bis 50 Prozent ihrer täglichen Arbeitszeit müssten Pflegekräfte allein für die Dokumentation aufbringen. Teilweise würden Daten doppelt erfasst. Das fehle dann bei der Betreuung der Patienten. Die Heime seien an ihre Grenzen gestoßen. Diese Arbeit sei auf Dauer so nicht mehr leistbar. „Die Bewohner wollen nicht kontrolliert und dokumentiert werden, sondern betreut werden.“ Darüber hinaus beklagen die Betreiber der Pflegeheime einen zunehmenden Fachkräftemangel.

„Pflegeeinrichtungen sind in Deutschland nach Kernkraftwerken die am meisten geprüften Einrichtungen. Man sollte mal über die Verlängerung des Kontrollrhythmus nachdenken“, so Landrat Thomas Gemke. Interessiert nahmen die Landtagsabgeordneten das Angebot der Träger zur Kenntnis, sich aktiv an einer wissenschaftlich begleiteten Untersuchung zu beteiligen, bei der die Kriterien für sinnvolle Prüfungen und Dokumentation erarbeitet werden könnte. Angeregt worden war eine solche Untersuchung von der Pflegekonferenz im Märkischen Kreis.

Für eine weitere Unterstützung für das regionale Netzwerk „Brancheninitiative Gesundheits-wirtschaft Südwestfalen e.V.“ warben der Geschäftsführer Jochen Schröder und Nadine Möller von der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung Märkischer Kreis bei den Land-tagsabgeordneten. Die Förderung ist dazu gedacht, den Innovations- und Technologietransfer in der Medizintechnik auszubauen und effizienter zu gestalten. Sie trägt dazu bei, Projekte zwischen Unternehmen, Hochschulen, Instituten und Gesundheitseinrichtungen zu verknüpfen.

Rückhaltlos stehen die Abgeordneten weiter hinter den Projekten für die Regionale 2013 im Märkischen Kreis. Dies gelte auch, trotz der zunehmenden Diskussion in Altena, für das Aufzug-Projekt „Wir holen die Burg ans Lenneufer.“

Veröffentlicht von:

Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche ist parteilos und Herausgeber der Südwestfalen-Nachrichten und schreibt über Vereine, Menschen, Tourismus und die Wirtschaft. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002. Er ist erreichbar unter: [email protected]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich willige ein, dass meine Angaben aus diesem Kontaktformular gemäß Ihrer Datenschutzerklärung erfasst und verarbeitet werden. Bitte beachten: Die erteilte Einwilligung kann jederzeit für die Zukunft per E-Mail an [email protected] (Datenschutzbeauftragter) widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"