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KKH: Blitzgefahr – bei Gewitter keine Schirme aufspannen

Tipps zum richtigen Verhalten bei Unwettern: Ruhe bewahren und Panik vermeiden

Hagen – Nun kommt der Sommer 2015 doch noch in Schwung. Klettern die Temperaturen nach oben, steigt aber auch das Risiko für Gewitter und damit für Unwetter-Alarm in Deutschland. Anhaltende Hitzewellen werden von Gewittern mit Starkregen, Hagelschauern und Sturmböen abgelöst. In manchen Bundesländern ist die Gewitter-Gefahr besonders hoch. Denn statistisch gesehen ist die Blitzdichte regional sehr unterschiedlich, wie eine Studie des Blitz-Informationsdienstes von Siemens herausgefunden hat. Demnach zucken vor allem in Sachsen und Brandenburg die meisten Blitze vom Himmel. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Anzahl der Blitze dagegen am geringsten.

Bei einem Gewitter schlägt das Wetter oftmals in kurzer Zeit um: Gerade eben schien noch die Sonne am Himmel, wenig später prasselt Regen nieder und zahlreiche Blitze zucken Richtung Erde. Vor allem bei Großveranstaltungen ist bei Unwetter-Alarm Vorsicht geboten. Wenn viele Menschen auf einer Freifläche – wie bei einem Musikkonzert, einem Festival oder einem Zeltlager – von einem Gewitter überrascht werden, müssen Veranstalter und Verantwortliche umsichtig reagieren. „Auch wenn die Gefahr bei einem Gewitter relativ gering ist, von einem Blitz getroffen zu werden: Bei solchen Großveranstaltungen im Freien kommt es immer mal wieder zu Blitzunfällen, da die Menschen die höchsten Punkte in der Umgebung sind“, erklärt Thomas Seidel vom Serviceteam der Kaufmännische Krankenkasse in Hagen.

Die Gefahr wird vergrößert, wenn die Besucher ihre Regenschirme aufspannen, da diese noch weiter aus der Menge herausragen. Deshalb sind Schirme, Fahnen und ähnliches auf den Boden zu legen. In den meisten Fällen kann es sinnvoll sein, aufgrund des Unwetters eine Unterbrechung anzuordnen. Gibt es keine Möglichkeit für einen Unterschlupf in einem Gebäude, sollten die Besucher während des Unwetters auf der Freifläche nicht aufrecht stehen, sondern sich besser mit zusammengezogenen Füßen hinhocken. Dabei sollten der Kopf gesenkt und die Knie mit den Armen umfasst werden.

Sicherer ist es zudem, getrennt Schutz zu suchen und nicht in einer großen Gruppe beieinander zu bleiben. Zu Bäumen, Masten, Metallzäunen oder Wasserrohren ist grundsätzlich ein Mindestabstand von drei Metern einzuhalten, da diese oft vom Blitz getroffen werden und die elektrischen Stromschläge weiterleiten können. Ein Mythos ist es, dass Blitze ins Handy einschlagen können. Telefonieren und damit Hilfe rufen ist also während eines Gewitters erlaubt. Bei einem Festnetz-Anschluss kann es allerdings passieren, dass der Blitz in die Leitung gelangt. Dann ist aber nur ein leichter Stromschlag zu spüren, der keine gesundheitsschädigenden Auswirkungen hat.

Passiert es doch und ein Mensch wurde von einem Blitz erwischt, ist die Angst unbegründet, beim Erste-Hilfe-Leisten ebenfalls einen elektrischen Schlag zu bekommen. Der Mensch kann keine Elektrizität speichern, und so entweicht der Blitzstrom in maximal zwei Sekunden aus dem Körper. „Anfassen ist also erlaubt und dringend notwendig. Denn die Überlebensrate nach einem Blitzschlag liegt bei 90 Prozent, wenn sofort Hilfe da ist“, erklärt Seidel. Ein Blitzschlag verursacht in den häufigsten Fällen schwere Verbrennungen, Atemstillstand, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen oder Gehirnschäden. Eine Reanimation per Herzdruckmassage und eine schnelle Mund-zu-Mund-Beatmung können also Leben retten. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn der Strom-Unfall im Haushalt oder an einer Hochspannungsleitung passiert. Hier gilt es, einen Sicherheitsabstand einzuhalten und vor dem Beginn mit der Ersten Hilfe unbedingt die Stromzufuhr abzuschalten.

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