Hagen – Die Agentur für Arbeit will mit der Ausstellung „Minijob? Da geht noch mehr!“ in der Zeit vom 30. Oktober bis 10. November 2017 umfassend informieren – einerseits über die rechtliche Situation im Minijob und andererseits über die tatsächlichen Kosten für Unternehmen. Zugleich soll die Ausstellung den Dialog mit Beschäftigten und Arbeitgebern vertiefen, um gemeinsam Wege in die existenzsichernde Beschäftigung zu finden. Die Wanderausstellung kann während der normalen Öffnungszeiten im Foyer der Agentur für Arbeit Hagen besichtigt werden.

In Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis arbeiten fast 31 000 Menschen ausschließlich in Minijobs – knapp zwei Drittel davon sind Frauen. Sie verdienen maximal 450 Euro im Monat, sind häufig nicht eigenständig krankenversichert und haben weder Anspruch auf Arbeitslosengeld noch Rente. Zur fehlenden Absicherung bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im Alter kommt hinzu, dass viele Minijobbende aus Unkenntnis Nachteile in ihrem Arbeitsverhältnis in Kauf nehmen: Häufig wissen Arbeitgeber und Beschäftigte nicht, dass Minijobbende den gleichen Anspruch haben auf Mindestlohn, bezahlten Urlaub oder geregelte Arbeitszeiten – wie andere Beschäftigte auch.

„Minijobs können für Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie für Rentnerinnen und Rentner einen attraktiven Zuverdienst darstellen. Auch Frauen sehen durch die interessanten steuerlichen Vergünstigungen und die kurzen und flexiblen Arbeitszeiten vermeintlich gute Chancen, das Familieneinkommen zu erhöhen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu realisieren. Die erhoffte Brücke in reguläre Beschäftigung sind Minijobs aber nicht. Sie blockieren berufliche Aufstiegsperspektiven, den eigenständigen Zugang zur sozialen Sicherung und führen langfristig zu Altersarmut“, so Regine Bleckmann, Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit Hagen.

„Mit der Ausstellung wollen wir Unternehmen, aber auch die Minijobber ermutigen, über eine Umwandlung in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nachzudenken. Dies hätte für beide Seiten große Vorteile. Die Firmen würden eine zusätzliche flexible Fachkraft gewinnen und die Mitarbeiter wären komplett kranken-, renten- und arbeitslosenversichert“, erläutert Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, das Anliegen der Ausstellung.

„Nach wie vor spielen Minijobs am Arbeitsmarkt eine große Rolle. Fast jede Fünfte abhängig Beschäftigte in der BRD ist geringfügig entlohnt. Nur für jeden Dritten davon ist es ein Neben-job, der überwiegende Teil arbeitet ausschließlich in Minijobs. Insgesamt wirken Minijobs eher als Sackgasse denn als Brücke in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“, so Stefan Marx, Regionsgeschäftsführer DGB Ruhr-Mark. „Eine Reform ist dringend geboten. Die Umwandlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung muss dabei oberste Priorität haben. Deswegen begrüßen wir diese Initiative der Agentur in Hagen und unterstützen sie. Für uns gilt auch weiterhin: gute Arbeit ist unbefristet, sozialversicherungspflichtig und tariflich abgesichert.“

Zum Abschluss der Ausstellung informiert ein Experte der Minijobzentrale über die rechtliche Ausgestaltung von Minijobs. Der Vortrag findet am 10. November 2017 um 10.30 Uhr in der Agentur für Arbeit Hagen, Körnerstr. 98 – 100, im Veranstaltungsraum 0.62a des Berufsinformationszentrums (BiZ), statt. Alle Interessierten sind hierzu eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Voranmeldung unter Telefon 02331 / 202-237 ist erwünscht.

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Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou veröffentlichte diesen Artikel auf Südwestfalen Nachrichten. Sie ist in der Lüdenscheider Redaktion unter 02351-9749710 und per Mail unter redaktion@suedwestfalen-nachrichten.de erreichbar.

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