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Meschede: Hauswirtschaft als Zukunftsberuf?!

Fachtagung auf Haus Düsse mit NRW – Landwirtschaftsminister Eckhardt Uhlenberg

Meschede. Das Einsatzgebiet der Hauswirtschafterinnen hat sich in den letzten 25 Jahren grundlegend verändert. Damals war das primäre Einsatzgebiet der Privathaushalt und die landwirtschaftlichen Haushalte. Vereinzelt fanden Hauswirtschafterinnen im Großhaushalt (Altenheime, Krankenhäuser) eine Beschäftigung.

Heute werden gut ausgebildete hauswirtschaftliche Fachkräfte in Bereichen wie Altenheime, Krankenhäusern, Kantinen oder auch Ganztagsschulen benötigt und auch eingesetzt. Ihre Arbeit ist immer mehr Management.

Deshalb war erforderlich, dass die Ausbildungsordnung angepasst wurde. Und so trat 1999 die derzeitige Ausbildungsordnung in Kraft. Die Ausbildung auf die neue Prüfungsordnung anzupassen gestaltet sich zunehmend als schwierig. Aus diesem Grund kamen jetzt auf Initiative von Anne Bertram (BBZ Soest) und Lilian Rickert (Blindenaltenheim Meschede) Ausbilderinnen und Prüferinnen der Landwirtschaftskammer auf Haus Düsse zusammen um mit dem zuständigen Minister Eckhard Uhlenberg die derzeitige Problemlage zu erörtern. Anwesend waren auch die zuständige Referatsleiterin im Ministerium Frau Dorothea Delpino und Frau Dr. Barbara Laubrock von der Landwirtschaftskammer Münster. Nachdem Frau Rickert die Ausbildungssituation aus Sicht der Ausbilderinnen darstellte, wurden von Frau Dr. Laubrock Zahlen über Ausbildungsabschlüsse und Bestehensquoten in den Abschlussprüfungen dargestellt. In Minister Uhlenberg fanden die Ausbilderinnen einen sehr interessierten Zuhörer, der den dringenden Handlungsbedarf bezüglich einer Veränderung der Ausbildungssituation erkannte.

Der Arbeitskreis Hauswirtschaft der Region – Hochsauerland stellte sehr deutlich dar, dass sich das Berufsbild der Hauswirtschaft weiter entwickelt hat – weg vom klassischen Kochen, Putzen, Waschen hin zum Management im hauswirtschaftlichen Versorgungsbereich. Gefragt sind heute Fachkräfte mit fundierten Kenntnissen auch in der Hygiene. Immer mehr macht den Ausbilderinnen heute zu schaffen, dass das passende Bewerberpotential kaum noch zu finden ist. Denn selbst gängige Lebensmittel wie zum Beispiel Schwarzwurzeln sind heute nicht mehr jeder Bewerberin bekannt. Prüfungsinhalte werden seitens der Ausbilderinnen ebenfalls als nicht mehr zeitgemäß erachtet. In einem Prüfungsteil steht einer Auszubildenden 60 Minuten zum Reinigen einer Backform zur Verfügung. Eine Industriespülmaschine schafft ein gleichwertiges Ergebnis in 10% der Zeit mit einem Ergebnis, das auch den hohen hygienischen EU Standards entspricht.

Der Arbeitskreis Hauswirtschaft fordert nun eine Anpassung der Prüfungsordnung, Prüfungsinhalte und der Berichtshefte an betriebliche Praxis mit deren personellen Ressourcen im Sinne einer zeitgemäßen Ausrichtung. Die knapp 30 Fachkräfte aus Betrieben und auch Berufskollegs aus dem Hochsauerlandkreis, dem Kreis Soest sowie den Kreisen Unna und Hamm zeigten sich zufrieden mit einem guten Diskussionsergebnis und dem Versprechen, die Anliegen und Anregungen weiterzutragen bis auf Landes- und Bundesebene.

Veröffentlicht von:

Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche ist parteilos und Herausgeber der Südwestfalen-Nachrichten und schreibt über Vereine, Menschen, Tourismus und die Wirtschaft. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002. Er ist erreichbar unter: [email protected]

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