Hochsauerlandkreis/Meschede. Mit einem neuen eigenen Boot will sich SQ Freienohl im Markt positionieren. Diese Nachricht erhielt Landrat Dr. Karl Schneider bei seinem Besuch in der Freienohler Werft, die sich auf dem ehemaligen Dehler-Gelände „Im Langel“ befindet. Geschäftsführerin Yvonne Stella ist von der Entscheidung überzeugt: „Die Gespräche auf der diesjährigen Bootsmesse in Düsseldorf und ein Online-Fragebogen haben uns gezeigt, dass wir mit einer kleinen 7,50 Meter-Yacht und nicht größer einsteigen sollen. Die Ausschreibung dafür ist gerade in der Endphase.“

Die noch junge Nachfolgefirma von Dehler kann dabei auf einen treuen Kundenstamm hoffen. Schließlich baut SQ Freienohl derzeit schon für andere Werften Segelyachten und unter dem eigenen Namen eine Motoryacht. „Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, aber wir hoffen auf weitere Kunden, die auf unser großes Know-how zurückgreifen wollen“, zeigt sich Yvonne Stella überzeugt vom Standort.

Ein Standortproblem sieht Geschäftsführerin Stella mit einer Werft im Sauerland nicht: „Eine Werft an der Ostsee muss Boote auch ans Mittelmeer liefern und umgekehrt. Transportwege und –zeiten fallen überall an.“ Ausschlaggebend ist für Stella das familiäre Klima im Betrieb, um im Segment von etwa 15 kleineren Werften in Deutschland bestehen zu können: „Hier ist solide Arbeit von Experten gefragt.“ Damit die Arbeit noch effektiver wird, stehen räumliche Veränderungen auf dem Gelände auf der Wunschliste. „Wir müssen auf Dauer die Betriebskosten senken und die Arbeitsabläufe optimieren, um uns fit für die künftigen Herausforderungen zu machen“, so die Geschäftsführerin weiter.

Landrat Dr. Schneider ist von einer positiven Entwicklung überzeugt: „Mit viel Idealismus und hoher Motivation haben sich die Fachleute für den Bootsbau für eine Zukunft dieser Werft im Sauerland verschrieben. Dieses Engagement passt in unsere Region und wird sich auszahlen.“ Schließlich bietet das Team 50 Jahre Erfahrung im Serienyachtbau an. Nach dem Neustart ist SQ Freienohl bislang als Dienstleister tätig. So arbeiten die derzeit 30 Mitarbeiter – acht mehr als noch im Januar – in der Auftragsfertigung beispielsweise für einen schwedischen Hersteller. Ein weiteres Aufgabenfeld ist die Winterlagerung mit der Möglichkeit, die Boote reparieren und überarbeiten zu lassen.

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