Bergauf und Bergab: Strampeln ohne zu schwitzen

Winterberg. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Gesunde Bewegung, erlebnisreiches Freizeitangebot und umweltfreundliches Fortbewegungsmittel – all das sind die neuen Elektro-Bikes, kurz E-Bikes. Zum Einsatz kommen sie noch in diesem Jahr flächendeckend auf dem Dach des Sauerlandes. Eine kurze Einweisung reicht, dann können die E-Biker loslegen.

E-Bikes machen das Rad fahren gerade in gebirgigen Regionen auch für weniger Geübte erlebbar. Sie erweitern den Aktionsradius ganz entscheidend und sind zudem noch umweltfreundlich, denn wirkungsvolle Unterstützung beim Überwinden von Steigungen oder besonders langen Strecken verschafft ein wiederaufladbarer Akku, der vorzugsweise mit „grünem Strom“ gespeist werden soll. Das E-Bike reduziert zudem den Individualverkehr innerhalb der Urlaubszeit, da der Gast damit auf einfache und erlebnisreiche Weise zu allen umliegenden Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten gelangt. Und spart dabei nachhaltig CO2.

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Nicht zu unterschätzen ist auch der soziale Aspekt. Nichttrainierte Radfahrer können zusammen mit ausdauernden locker losradeln. So können Familien mit Kindern oder älteren Menschen gemeinsame Touren planen. Für Alltagsradler werden Tempo und Distanzen möglich, die sonst trainierten Rennradfahrern vorbehalten waren.

Ein komplettes Konzept hat die Sporthochschule Köln nun für die touristische Nutzung der E-Bikes im oberen Sauerland erstellt. Dazu gehören Verleih-Stationen, Akku-Ladestationen und ausgewiesene Touren, die speziell auf Leistung und Reichweite der E-Bikes und deren Nutzung abgestimmt sind, sowohl bei einem umfangreichen, als auch auf einem geringeren Einsatz der elektronischen Unterstützung. Übersichtstafeln mit Kurzbeschreibung des Projekts, kurzen Erklärungen und Tourenmöglichkeiten warten vor den einzelnen Verleih‐ und Ladestationen.

Zudem wird ein spezieller E-Bike-Routenplaner im Internet entwickelt, welcher zur bequemen und flexiblen Tourenplanung eingesetzt werden kann. Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten, Gastronomie oder individuelle Vorlieben können die Nutzer dabei berücksichtigen.

Prospekte sollen das Angebot bekannt sowie auf Vorteile und Möglichkeiten aufmerksam machen. Auch Übernachtungsbetriebe bezieht der Plan mit ein. Sie warten mit besonderem Know-how auf, richten sich speziell auf die Vorlieben der E-Bike-Nutzer ein und stricken maßgeschneiderte Urlaubsangebote. Auf speziellen Veranstaltungen sollen Besucher die neuen Zweiräder kennenlernen und ausprobieren können.

„Die Breite des Angebots an Aktivitäten steigert entscheidend die Attraktivität der Region“, weiß Tourismusdirektor Michael Beckmann. „Unsere Gäste sind nicht alle passionierte Wanderer oder Radfahrer, sondern zeigen Affinität zu mehreren Freizeitangeboten. Da passt das E-Bike genau in unser Konzept.“

Die ersten Verleih- und Ladestationen sollen noch in diesem Jahr eingerichtet, erste Prospekte verteilt werden. Im kommenden Jahr wollen die Verantwortlichen mit Internetauftritt und GPS-Services beginnen. Um ein attraktives Angebot zu schaffen, dürfen Touren und Angebote nicht an kommunalen Grenzen enden. Darum konnten die Touristiker aus Medebach, Hallenberg, Brilon, Willingen und Diemelsee für das Projekt gewonnen werden. So erstreckt sich das Konzept über weite Teile des oberen Sauerlands. Anfang Juli werden rund 50 der E-Bikes in der Region eintreffen. Dann kann es losgehen mit dem Radeln ohne zu schnaufen.

Info E-Bike

Kein Schnaufen und schwitzen, aber trotzdem ordentlich Fahrt machen E-Bikes. Dabei ist die Idee durchaus nicht neu. Bei der Produktion von leistungsstarken, unauffälligen Akkus hat die Industrie in den vergangenen Jahren große Fortschnitte gemacht. In Form und Funktion sind die modernen E-Bikes kaum noch von ihren rein durch Muskelkraft angetriebenen Vorbildern zu unterscheiden. Schick, sportlich, funktionell und trendy kommen sie daher und haben nicht mehr viel gemeinsam mit ihren schwerfälligen Vorfahren. Fahrbar sind sie auf fast allen Untergründen.

Der Elektro-Motor kommt ausschließlich als Unterstützung zum Einsatz. Bei ausbleibender Tretbewegung schaltet ein Kraft- und Bewegungssensor die Motorunterstützung aus. So bleibt die Bewegung Voraussetzung für das Fortkommen und das dynamische Fahrgefühl erhalten. Ein weiterer Vorteil: E-Bikes mit Tretunterstützung bis 250 Watt gelten in Deutschland als Fahrräder und erfordern keine besondere Fahrerlaubnis. Bei Spitzengeschwindigkeiten von 25 Stundenkilometern schaltet sich die Motorunterstützung ab. Weiterhin gibt es weder Zulassungs- noch Versicherungspflicht. Helmpflicht besteht nicht, obwohl Helme immer empfehlenswert sind.

Südwestfalen Nachrichten | Am Puls der Heimat.

Kommentare

  1. christel gockel
    4. Juli 2009 um 17:24 Uhr

    Wir hätten uns gerne e-bikes ausgeliehen. Leider können wir keinen Ansprechpartner finden. Wenn einer näheres weiß, sende mir bitte eine Adresse oder Ansprechpartner

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