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Biggetalsperre: Ruhrverband erneuert Asphaltdichtung an zwei Absperrbauwerken

Sanierung beginnt am heutigen 1. Juni – Sperrungen und Umleitungen notwendig

Olpe/Attendorn – Der Ruhrverband beginnt am heutigen Montag, 1. Juni, mit den Sanierungsarbeiten an der oberen Asphaltdichtungsschicht des Biggehauptdamms und des Damms am Vorbecken Kessenhammer. Das gab der Talsperrenbetreiber am Freitag, dem 29. Mai, auf einer Pressekonferenz bekannt. Die umfangreichen Vorarbeiten, die für die Sanierung notwendig sind, sind bereits seit mehreren Wochen an der Biggetalsperre deutlich sichtbar: Absturzsicherungen wurden entfernt, Böschungen zurückgeschnitten und für die Dauer der Baumaßnahme neue Wegeführungen für Fußgänger und Radfahrer ausgeschildert. Am deutlichsten ins Auge fallen dürfte die Absenkung des Wasserspiegels um 15 Meter unter Vollstau; sie ist notwendig, weil die Sanierungsfläche am Biggehauptdamm in der so genannten Wasserwechselzone liegt.

Ralf Stötzel, Leiter des Talsperrenbetriebs Süd des Ruhrverbands, und Bauleiter Stefan Klahn erläuterten die Details und Hintergründe der rund sieben Millionen Euro teuren Baumaßnahme. Die Asphaltdichtungen der beiden Absperrdämme, die nicht nur gleich alt, sondern auch sehr ähnlich aufgebaut sind, haben rund 50 Jahre nach der Eröffnung der Biggetalsperre ihre Elastizität verloren und sind durch Risse geschädigt. Dieser Alterungszustand entspricht den langjährigen Erfahrungen bei vergleichbaren Bauwerken und ist für die aktuelle Betriebssicherheit der Talsperre nicht von Belang, da die tieferliegenden Dichtungsschichten intakt sind. Allerdings muss die oberste Asphaltdichtung zwingend erneuert werden, um weitere Schäden und eine wesentlich teurere Sanierung zu einem späteren Zeitpunkt zu vermeiden.

Im ersten Sanierungsschritt wird die oberste Asphaltdichtung des Hauptdamms auf rund 14.000 Quadratmetern abgefräst. Nach der Ausbesserung eventuell vorhandener kleinerer Schäden an der unteren Dichtung und Aufbringen einer Haftbrücke wird eine neue, sieben Zentimeter starke Asphaltschicht aufgetragen. Sie erhält anschließend eine Mastixschicht zum Schutz gegen vorzeitige Alterung. Am Damm des Vorbeckens Kessenhammer finden zeitgleich ähnliche Arbeiten statt. Sobald beide Dämme neue Asphaltdichtungen erhalten haben, werden die Wege, Frei- und Ruheflächen auf den Dammkronen neu gestaltet, Geländer, Infopunkte und Vermessungseinrichtungen wiederhergestellt und neue Büsche gepflanzt.

Der Ruhrverband bittet alle Besucher eindringlich darum, während der Absenkung der Biggetalsperre und des Vorbeckens Kessenhammer trockengefallene Uferflächen nicht zu betreten. Der Untergrund ist nicht überall tragfähig. Das gilt auch für Mulden, die mit Feinsedimenten gefüllt sind. An freiliegenden Steilufern besteht Absturzgefahr. Die als Ersatz für gesperrte Teilstücke freigegebenen Wegestrecken sind ausgeschildert. Damit Besucher den Fortgang der Bauarbeiten verfolgen können, wurden zwei Aussichtspunkte mit Infotafeln eingerichtet. Außerdem gibt es eine zusätzliche Anlegestelle der Personenschifffahrt.

Die Absenkung der Biggetalsperre lässt sich übrigens auch an den Messdaten des gesamten Talsperrensystems des Ruhrverbands ablesen. Der Füllstand der Biggetalsperre ist momentan so niedrig wie noch nie in einem Mai seit dem ersten Einstau im Jahr 1965, soll aber nach dem Erreichen des für die Sanierungsmaßnahme notwendigen Stauziels nach Möglichkeit nicht noch weiter sinken. Deshalb sollen die Zuschusswassermengen, die in diesem Sommer zur Einhaltung der gesetzlichen Mindestabflüsse in der Ruhr notwendig sind, aus den anderen großen Ruhrverbandstalsperren geliefert werden. Möhne-, Sorpe-, Henne- und Versetalsperre sind daher gegenwärtig für die Jahreszeit überdurchschnittlich gut gefüllt und somit auf ihre Zusatzaufgabe bestens vorbereitet.

Wenn alles klappt wie geplant, wird die Sanierung im Herbst 2015 abgeschlossen sein; der Wiederaufstau der abgesenkten Talsperre beginnt direkt im Anschluss. Wann die Biggetalsperre allerdings wieder ihren jahreszeitüblichen Stauspiegel erreichen wird, kann noch nicht prognostiziert werden, da die Füllstandsentwicklung vom Wettergeschehen während und nach der Baumaßnahme abhängig ist.

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