Drolshagen – Sucht man in Drolshagen (Kreis Olpe) nach einer Sehenswürdigkeit, so stößt man unweigerlich auf den alten Eisenbahntunnel in Hützemert – der neue Fahrrad-Tunnel in Drolshagen. Dieser hat zwar schon seit sehr vielen Jahren keinen Zug mehr gesehen, dafür jedoch in neuerer Zeit umso mehr Radfahrer, die ihn gerne und viel befahren.

Fahrrad-Tunnel in Drolshagen – ein Erlebnis!

Der denkmalgeschützte Tunnel führt von Drolshagen-Hützemert aus ins oberbergische Bergneustadt-Pernze und steht sozusagen für eine „völkerverbindende Grenzüberschreitung“. Wer den unterirdischen Weg mit seinen 724 Metern durchqueren will, der passiert zwangsläufig auch den Drolshagener Ortsteil Wegeringhausen – allerdings 50 Meter unter der Erde. Von vielen wird der Tunnel mit dem sehr massiv gebauten Gewölbe um zwei Buchstaben verlängert und deshalb auch „Wegeringhausener Tunnel“ genannt.

Anfang des 20. Jahrhunderts (1903) wurde er errichtet, damals noch mit dem Zweck, durch die Fertigstellung des Streckenabschnitts Bergneustadt-Olpe eine Zugverbindung von Südwestfalen nach Köln zu schaffen. Italienische Wanderarbeiter halfen hierbei (tat-)kräftig mit und nicht wenige davon wurden in Drolshagen sesshaft.

Die „Dräulzer Attraktion“ lockt als Teil des Bergischen Panorama-Radwegs nicht nur Radfahrer an, die – sofern sie möchten – bei Olpe im Anschluss den Ruhr-Sieg-Radweg beradeln, sondern ebenso ausflugslustige Fußgänger. Das mäßige Gefälle der ehemaligen Bahntrasse garantiert hierbei sowohl Gelegenheitsradlern als auch Ab-und-an-Spaziergängern, nicht außer Puste zu sein, wenn es wieder hinaus unter freien Himmel geht.

Auch in Sachen Sicherheit zeigt der Daumen nach oben. Zu den 35 Laternen, die den Gang ausleuchten, gesellen sich 40 Notausgangslichter und mehr als 30 Notleuchten, die bei einem Stromausfall batteriebetrieben die Orientierung gewährleisten. Doch damit nicht genug. Obendrein stehen Notrufsäulen am Tunneleingang sowie auf halber Strecke – im Fall der Fälle mehr als nützlich.

Fahrrad-Tunnel in Drolshagen - Äußerst bunt kam der Tunnel bei seiner Wiedereröffnung 2012 daher - Foto: Sven Oliver Rüsche

Äußerst bunt kam der Tunnel bei seiner Wiedereröffnung 2012 daher – Foto: Sven Oliver Rüsche

Das Passieren des Wegeringhauser Tunnels ist Interessierten lediglich zwischen April und Oktober/November möglich. Mehr als sechs Monate Zeit also, um sommerliche Radtouren sowie entspannte Frühlings- und Herbst-Spaziergänge zu unternehmen. Während der restlichen Monate kommt der unterirdische Gang jedoch nur bedingt zur Ruhe – dient er doch seltenen (und daher geschützten) Fledermausarten als Winterquartier.

Bevor für diese das Licht im Fahrrad-Tunnel in Drolshagen ausgeschaltet wurde, fand Ende Oktober ein großes Reinemachen statt. Hier stand bei Stockbrot, Grillgut und Getränken vor allem der Spaß im Mittelpunkt. Sobald der letzte Schnee getaut ist und Zweiradfans ihren Drahtesel wieder aus dem Keller hervor holen, geht der Spaß auch direkt weiter und das Tor ins Oberbergische Land ist wieder passierbar.

Ein weiteres Bild von der feierlichen Eröffnung für Radfahrer und Fußgänger 2012 - Foto: Sven Oliver Rüsche

Ein weiteres Bild von der feierlichen Eröffnung für Radfahrer und Fußgänger 2012 – Foto: Sven Oliver Rüsche

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