Kreis Olpe – Der Kreis Olpe soll ehrenamtliche Landschafswächter/innen bestellen. Das fordert die SPD-Kreistagsfraktion in einem Antrag für den Umweltausschuss am 5. September. Pro Gemeinde oder Stadt sollten demnach zwei bis drei Landschaftswächter/innen bestellt werden. Die Anzahl der ehrenamtlichen Landschaftswächter/innen je Stadt oder Gemeinde soll sich aus den Flächen des offenen Landes, der schutzwürdigen Gebiete, der Naturschutzgebiete und der zu betreuenden Naturdenkmäler ergeben.

Zur Begründung ihres Antrags erklären die Sozialdemokraten: “Die SPD-Kreistagsfraktion setzt sich seit vielen Jahren für die Zusammenarbeit zwischen Landnutzern und Naturschützern ein, wobei für sie ein wichtiger Gesichtspunkt die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für die Kulturlandschaft und die geschützten Landschaftsgebiete im Kreis Olpe ist. Nachdem vor 13 Jahren der Antrag auf eine Biologische Station abgelehnt wurde, suchte die SPD-Kreistagsfraktion nach anderen Lösungen. Bereits 2004 legte sie einen Antrag für Landschaftswacht im Kreis Olpe vor. Bei der Fortschreibung des „Konzeptes Naturschutz  und Landschaftspflege für den Kreis Olpe“ in 2006 stellte sich bereits ein Personalmangel in der Unteren Landschaftsbehörde (ULB) heraus. So machte die SPD-Kreistagsfraktion am 14.09.2006 unter anderem den Vorschlag, den engen Personalressourcen durch Einbeziehung von Ehrenamtlichen zu begegnen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Inzwischen erreicht der Personalmangel gegenwärtig in der ULB den Höhepunkt. Am 14.02.2013 legte die Verwaltung dem Umweltausschuss einen „Soll-Ist-Vergleich zur Umsetzung der Landschaftspläne und zur Vereinbarung über Naturschutz und Landschaftspflege“ vor, aus dem hervorgeht, dass ca. zwei Drittel der Maßnahmen aufgrund fehlender personeller Ressourcen nicht durchgeführt werden konnten. Die SPD-Kreistagsfraktion hat sich für die Landschaftspläne und das Kulturlandschaftsprogramm eingesetzt, damit die entsprechenden Pflege- und Entwicklungspläne angewendet werden. In der Schublade nützen sie schließlich keinem etwas.

Anlässlich dieser Sachlage beantragt die SPD-Kreistagsfraktion als ersten Schritt zur Unterstützung der ULB Landschaftswächter/ehrenamtliche Beauftragte für die ULB einzusetzen. Wobei die Landschaftswächter in erster Linie als Vermittler tätig sein sollen. Durch Aufklärung und Beratung der Bevölkerung sollen sie dazu beitragen, dass durch einvernehmliche Regelung Gefahren für Natur und Landschaft abgewendet oder bereits eingetretene Schäden behoben bzw. ausgeglichen werden. Ganz wichtig für die SPD-Kreistagsfraktion ist es, dass von dem/der Landschaftswächter/in ein Vertrauensverhältnis zu den Menschen in seinem/ihrem Bereich aufgebaut wird, denn so ist es leichter möglich, auf Missstände aufmerksam zu machen und für den Schutz der Natur zu sensibilisieren. Im Blick sind z.B. Abgrabungen und Veränderungen an Gewässern, Hecken im offenen Gelände, Aufschüttungen von Wegen, Verunreinigungen und natürlich die Schutzgebiete, eben jede Veränderung in der Landschaft.

Sicher gibt es auch schon einmal Situationen, bei denen die Behörde nachdrücklich eingreifen muss. Die  Erfahrung  mit den Landschaftswächtern (z.B. im Kreis Siegen-Wittgenstein)  zeigt aber, dass ihre Mittlerrolle einerseits Gewinn für die Landschaft und damit auch für die Menschen, andererseits  ein Zuarbeiten für die ULB bedeutet und so auch für deren Arbeitsentlastung sorgt. Diesem Zusammenspiel der unterschiedlichen Interessengruppen im Hinblick auf die nachhaltige Bewirtschaftung, Erhaltung und Pflege der Landschaft auch für die kommenden Generationen, gilt das besondere Interesse der SPD-Kreistagsfraktion. Deswegen meint die SPD-Kreistagsfraktion, dass eine Landschaftswacht  für den Kreis Olpe ein Gewinn wäre. Denn für einen intensiven Außendienst reicht das Personal bei der ULB auch im Kreis Olpe nicht aus.

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