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Film(&)Philosophie: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

Film(&)Philosophie: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (USA, Andrew Dominik, 2007)
Datum: Sonntag, 17.05.2015
Uhrzeit: 15:30 Uhr
Ort: Raum 5, Alter Schlachthof und Schlachthofkino
Eintritt: 15,00 €, Reservierungen über das Schlachthofkino (02921/31101 oder 13939)

Soest – Das Schlachthofkino präsentiert in Zusammenarbeit mit der Akademie für angewandte Philosophie seit Oktober 2013 die Reihe „Film(&)Philosophie“.

Gezeigt werden regelmäßig ausgewählte Kinofilme, in die zuvor ausführlich eingeführt wird.

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 15:30 Uhr im Raum 5 des Alten Schlachthofs, der Film wird ab 17:00 Uhr im Kino gezeigt. Karten für die Veranstaltung inklusive einem Getränk und einem kleinen Snack kosten 15,00 € und können über das Schlachthofkino (02921/31101 oder 13939) oder die Akademie (akademiephilosophie.de) reserviert werden.

Am 17. Mai geht es nach Westen: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (Andrew Dominik, 2007) ist ein meisterhafter Western, der sich insbesondere durch zwei Punkte auszeichnet: Einerseits nimmt sich der Regisseur sehr viel Zeit, um die Charakterentwicklung nachzuzeichnen. Andererseits ist dem lichtsetzenden Kameramann ein Meisterwerk der Fotografie gelungen: Die die Stimmung des ganzen Films definierenden Aufnahmen als beeindruckend zu bezeichnen, wäre untertrieben. Beides zusammen, Regie und Kamera, betont den zentralen Topos der Moderne, der in diesem Film verhandelt wird: Wer bin ich? Es geht also weniger um einen Westernhelden und eine Frontier-Geschichte, sondern um die Frage, wie ein Mensch zu dem wird, der er ist. Jeder Mensch erzählt eine Geschichte über sich. Die Geschichte, wie er sich selbst sieht und wie er gesehen werde möchte. Jeder Mensch erzählt aber auch Geschichten über andere. Die Geschichten der anderen über einen selbst sind dabei meist nicht deckungsgleich mit der eigenen und doch bilden beide gleichermaßen die eigene Erzählung und damit, wer man ist und für wen man gehalten wird. Der Mensch ist eben nicht aus natürlichen Gründen der, der er ist, sondern er ist der, zu dem er sich macht, oder der, zu dem er gemacht wird, und das heißt, welche Geschichte es über ihn gibt. Diese Einsicht dominierte insbesondere die französische Philosophie des 20. Jahrhunderts, die sich unter dem Begriff der “Narration” mit der Frage beschäftigt, wie Geschichten unsere Realität konstituieren. In der Einführung werden wir einen Einblick in das Thema der Narration geben und die Bedeutung von Geschichten, mit denen wir uns unser Leben erzählen und uns dadurch unserer selbst vergewissern, herausstellen.

Quelle: Kulturhaus Alter Schlachthof e.V.
Quelle: Kulturhaus Alter Schlachthof e.V.

Hintergrund: Was ist Filmphilosophie?

Bereits seit seiner Entstehung wird der Film nicht nur als bloßes Unterhaltungsmedium begriffen, sondern er wurde immer schon auch als Kunst aufgefasst. Kunst nun geht aber weit über das, was sie darstellt, hinaus und erzeugt Sinn. Der Film bekommt dadurch, genau wie andere Kunstwerke auch, zwei Ebenen – das Sichtbare und dessen Interpretation – und wird so zu einem Transporteur des Sinns. Sinn jedoch erschließt sich nicht unmittelbar, sondern muss verstanden werden.

Obwohl die Philosophie seit jeher auf den Sinn und darauf, diesen zu verstehen abzielt, galt ihr der Film lange Zeit als uninteressant. Dieses falsche Bild beginnt sich seit einiger Zeit zu ändern und so gerät nun auch der Film immer stärker in den Fokus philosophischer Untersuchungen.

Gerade philosophische Einsichten lassen sich oft nur schwer verbal vermitteln, so dass der Film, der etwas zeigen oder darstellen kann, hier viel geeigneter erscheint. Dementsprechend fruchtbar ist eine philosophische Betrachtung von Filmen.

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