Kreis Soest – Die interaktive Ausstellung „ECHT FAIR!“ mit dem Thema häusliche Gewalt, vom 12. bis 27. März 2014 in Soest, haben bisher sieben Schulklassen aus Soest, Werl und Belecke mit ihren Lehrerinnen und Lehrern besucht. Am 27. März ist die Ausstellung von 15 bis 16.30 Uhr für alle Interessierten geöffnet. Auch an diesem Tag stehen Vertreterinnen und Vertreter vom Kreis, von der Polizei und vom Frauenhaus vor Ort als Ansprechpartner zur Verfügung und führen durch die Ausstellung.

Im letzten Jahr kam es im Kreis Soest zu 369 Anzeigen von häuslicher Gewalt. Viele Kinder fanden mit ihren Müttern Zuflucht im Frauenhaus Soest. Die Ausstellung soll Kinder und Jugendliche ermutigen, mit dem Thema häusliche Gewalt offener umzugehen.

Welche Arten von Gewalt gibt es? Und wie lassen sich Gewaltsituationen verhindern? Mit diesen und weiteren Fragen setzt sich die Ausstellung „ECHT FAIR!“ der Berliner Interventionszentrale bei Häuslicher Gewalt (BiG) auseinander. An mehreren Lernstationen können Schülerinnen und Schüler sich mit den unterschiedlichen Formen von häuslicher Gewalt beschäftigen und etwas über ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten erfahren. Comics bieten beispielsweise Diskussionsgrundlagen, um über Schuldgefühle zu sprechen, ein Psychotest befasst sich mit der Frage „Wie fair streitest Du?“ und es gibt ein Quiz zum Thema Gewalt.

Die Ausstellung „ECHT FAIR!“ informiert über häusliche Gewalt (Foto: Inga Maibaum/Kreis Soest).

Die Ausstellung „ECHT FAIR!“ informiert über häusliche Gewalt (Foto: Inga Maibaum/Kreis Soest).

„Kinder und Jugendliche können daheim, aber auch in der Schule oder in ihrer Freizeit, von Gewalt betroffen sein oder Zeuge davon werden. Ziel der Ausstellung ist es, Schüler und Schülerinnen für das Thema Gewalt zu sensibilisieren und ihre Handlungskompetenz zu stärken“, erklärt Kreissozialarbeiterin Inga Maibaum. Und da die Schule ein wichtiges Lebensumfeld für Kinder ist, werden auch Lehrerinnen und Lehrer mit in das Präventionsprojekt miteinbezogen.

Organisiert wird das Projekt vom Frauenhaus Soest, dem Kreisjugendamt Soest und der Kreiskooperationsrunde gegen häusliche Gewalt. Die Ausstellung findet vom 12. bis 27. März in der evangelisch-reformierten Kirche Alt St. Thomae („Schiefer Turm“), Thomästraße, in Soest statt. Um 9 und um 11 Uhr können Schulklassen auch weiterhin an Führungen teilnehmen. Auf Anfrage ist ein Ausstellungsbesuch auch nachmittags möglich. Gerichtet ist die Veranstaltung an Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse. Jugendgruppen können sich ebenfalls für eine Führung anmelden (unter der Telefonnummer 02921/302384). Am 27. März ist sie dann für alle Interessierten geöffnet.

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Kommentare

  1. Andreas
    20. März 2014 um 15:55 Uhr

    Wie wäre es mit einer Ausstellung im Männerhaus? 47% der Opfer sind nämlich männlich!
    Ach ja!
    Es gibt ja nur 3 privat finanziert im Gegensatz zu mehr als 350 staatlich alimentierten Frauenhäusern.

  2. Ruth
    21. März 2014 um 19:26 Uhr

    Hierüber möchte ich gerne mehr erfahren. 47% der Opfer von was und durch wen sind männlich? Durch häusliche Gewalt, von der Partnerin, D-weit oder im Kreis? Auf welche Erhebung stützt sich die Zahl?

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