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Krankheitswelle in Warstein noch unerklärlich

Kreis Soest – Mit intensiven Recherchen versucht das Gesundheitsamt des Kreises Soest in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Maria Hilf der Ursache einer bisher unerklärlichen Häufung von schweren Krankheitsfällen in Warstein auf die Spur zu kommen. Ein 53-jähriger Mann ist in der Nacht von Freitag auf Samstag im Krankenhaus verstorben. Ein 47-Jähriger, der keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen hat, erlag der Infektion am vergangenen Donnerstag zu Hause.

Ins Krankenhaus waren seit dem 9. August 2013 insgesamt 62 Patienten mit hohem Fieber, trockenem Husten und einem schlechten Allgemeinzustand eingeliefert worden. Bei den meisten wurden ein- oder beidseitige Lungenentzündungen diagnostiziert. Nach wie vor in intensivmedizinischer Behandlung befindet sich ein 46-Jähriger. Auch der Zustand einer 42-jährigen Patientin, die vor einer Woche mit dem Rettungshubschrauber ins Dortmunder Klinikum Nord verlegt werden musste, ist noch kritisch. Bei den anderen Patienten schlägt die Therapie mit einem Antibiotika-Cocktail an. Sie werden nach Auskunft der behandelnden Ärzte schnell wieder fieberfrei.

Nachfragen des Gesundheitsamtes bei umliegenden Krankenhäusern und beim Landeszentrum Gesundheit in Bielefeld haben ergeben, dass an keiner anderen Stelle im Lande eine Häufung der vorliegenden Symptome festgestellt wurde. Das Geschehen scheint auf Warstein und seine Ortsteile beschränkt zu sein. Bisherige Laboruntersuchungen haben keine signifikanten Übereinstimmungen eines bestimmten Erregers ergeben. Einig sind sich die Mediziner im Gesundheitsamt und im Krankenhaus, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch so gut wie ausgeschlossen werden kann, Ansteckungen wurden nicht beobachtet. Weitere Hinweise erhoffen sich die Experten von Obduktionen der Verstorbenen. Parallel laufen weitere labormedizinische Untersuchungen.

Mitarbeiter der Gesundheitsaufsicht haben in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus eine Befragungsaktion der Patienten gestartet. Gezielt fragen sie nach, wo sich die Erkrankten aufgehalten haben, welche Veranstaltungen sie besucht haben und mit wem sie Kontakt hatten. Aus der Auswertung der Schnittmengen zwischen den einzelnen Patienten hofft das Gesundheitsamt weitere Rückschlüsse ziehen zu können.

Bürgerinnen und Bürger, die an sich die geschilderten Symptome beobachten, rät das Gesundheitsamt, schnellstens den Hausarzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Behandlung könne Schlimmeres verhindern.

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