Interesse an deutscher Staatsbürgerschaft flaut leicht ab

Kreis Soest – Das Interesse an der deutschen Staatsbürgerschaft scheint bei ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Zuständigkeitsbereich der Einbürgerungsbehörde des Kreises Soest (gesamtes Kreisgebiet außer Lippstadt) etwas nachzulassen. Wurden 2013 noch 233 Anträge auf Einbürgerung gestellt, waren es 2014 nur noch 159. Die Leiterin der Einbürgerungsbehörde, Elvira Menke, bedauert dies, erwartet aber, dass die Antragszahlen wieder steigen werden.

Ein genauer Grund für den Rückgang kann nur schwer festgemacht werden. „Zum Teil spielt aber sicherlich die Diskussion im letzten Jahr um die doppelte Staatsbürgerschaft eine Rolle“, so Elvira Menke. Viele Bürger seien fälschlich davon ausgegangen, dass eine doppelte Staatsbürgerschaft künftig für alle Einbürgerungsbewerber gelten würde. Dies war aber nicht so vorgesehen.

Eigentlich ging es um die Abschaffung der sogenannte Optionspflicht: „Am 20. Dezember 2014 wurde für die in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Kinder ausländischer Eltern die Optionspficht abgeschafft. Zuvor mussten diese Kinder sich bis zu ihrem 23. Lebensjahr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden“, erklärt die Leiterin der Einbürgerungsbehörde.

Als Beleg für ihre neue deutsche Staatsbürgerschaft, erhalten ausländische Mitbürger diese Einbürgerungsurkunde (Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest).

Als Beleg für ihre neue deutsche Staatsbürgerschaft, erhalten ausländische Mitbürger diese Einbürgerungsurkunde (Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest).

„Eine generelle doppelte Staatsbürgerschaft gibt es nicht. Lediglich EU-Bürger und Schweizer können zwei Pässe besitzen. Für alle nicht EU-Bürger gilt weiterhin: Nur eine Staatsangehörigkeit ist möglich.“ Elvira Menke geht davon aus, dass mit der letzten Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetztes die Spekulationen über eine generelle doppelte Staatsbürgerschaft für nicht EU-Bürger beendet sind und Interessierte nun nicht mehr länger warten ihren Einbürgerungsantrag zu stellen.

Die Urkunde über die Einbürgerung erhielten im letzten Jahr 155 Menschen im Kreis Soest, 2013 waren 194 neue deutsche Staatsbürger begrüßt worden. Spitzenreiter unter den Städten und Gemeinden in Sachen Einbürgerungen waren im vergangenen Jahr Werl (51) und Soest (48), gefolgt von Warstein (12) und Geseke (11). Von den 155 Eingebürgerten im Jahr 2014 kamen allein 35 aus der Türkei. Die weiteren Plätze auf der Rangliste der Herkunftsländer: 15 stammen aus dem Kosovo, 14 aus Italien, 12 aus Polen und 9 aus Sri Lanka.

Insgesamt nahmen 36 Personen an den drei Einbürgerungsfeiern im Jahr 2014 teil, die im Kreishaus stattfanden, und wurden persönlich von Landrätin Eva Irrgang begrüßt. Die Termine für diese feierlichen Veranstaltungen in diesem Jahr stehen bereits fest. Sie finden am 4. März 2015, 28. Mai 2015 und 17. November 2015 statt.

Weitere Informationen zum Thema Einbürgerung gibt es auf der Internetseite www.zuhause-im-kreis-soest.de.

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