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Umweltfreundlich und mehr Platz für Hochwasser

Wasserwirtschaft schlägt mit Flutrinne an der Möhne zwei Fliegen mit einer Klappe

Warstein – Die europäische Wasserrahmenrichtlinie und das LIFE-Projekt Möhneaue bieten die Möglichkeit, die Möhne und ihre Aue oberhalb der Möhnetalsperre zu renaturieren. Aktuell laufen Baumaßnahmen am Mittellauf. Philosophie der Wasserwirtschaft des Kreises ist es, mit einer Renaturierungsmaßnahme immer auch eine Verbesserung des Hochwasserschutzes zu verbinden. Bei einer jetzt gestarteten Baumaßnahme in Warstein-Sichtigvor wird eine Flutrinne hergestellt und so gleichzeitig Retentionsraum geschaffen.

Retentionsräume (lat. retenire = zurückhalten) sind die an den Flüssen seitlich gelegenen Flächen, also die Auen, auf denen sich bei Hochwasser das Wasser ausbreiten und ansammeln kann. Es fließt dort nur noch langsam oder steht. Damit wird für die Unterlieger am Gewässer, der Hochwasserabfluss verzögert und die Wasserstände werden verringert.

„Neben dieser positiven Wirkung auf die Hochwasserabflüsse sind Retentionsräume notwendige Grundlage für den Erhalt und die Verbesserung der ökologischen Vielfalt in und am Gewässer. Sie tragen damit auch zum Bodenschutz bei und liefern einen Beitrag zur Grundwasseranreicherung“, erläutert Philipp Büngeler, zuständiger Diplom-Ingenieur des Sachgebiets Wasserwirtschaft.

In Warstein-Sichtigvor fiel der Startschuss für Bauarbeiten für eine Flutrinne an der Möhne (Foto: Philipp Büngeler/Kreis Soest).
In Warstein-Sichtigvor fiel der Startschuss für Bauarbeiten für eine Flutrinne an der Möhne (Foto: Philipp Büngeler/Kreis Soest).

Insgesamt werden bei dieser Baumaßnahme rund 6.000 Kubikmeter Bodenmassen für die naturnahe Umgestaltung und die Verbreiterung des Fließkorridors bewegt. Bereits im Jahre 2003 hat der Kreis Soest in Warstein-Allagen eine Flutrinne hergestellt. Diese entlastet bei Hochwasser das Hauptgerinne der Möhne und trägt somit aktiv zum Hochwasserschutz bei.

Entlang der Möhne bis zum Stausee werden in den kommenden Monaten noch mehrere Bereiche im Rahmen des LIFE + Projektes bearbeitet. Dieses Projekt wird gefördert durch die europäische Union und das Land NRW. Die Möhne wurde in der Vergangenheit an vielen Stellen begradigt, das Ufer befestigt und eine Vielzahl von Stauhaltungen errichtet. Gewässer und Aue sind heute weitgehend voneinander entkoppelt. Folglich fehlen naturnahe Gewässerstrukturen wie zum Beispiel Kiesbänke, Totholz und Steilufer. Diese sind aber wichtiger Lebensraum für die Fischfauna bzw. Brutplätze für Höhlenbrüter. Die Möhne ist aktuell als ökologisch mäßig bis schlecht eingestuft.

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