Lippstadt – Die Zahlen sind immer wieder beeindruckend: Nach 101 Personen, die im Jahr 2012 eingebürgert worden waren, erhielten in Lippstadt im Jahr 2013 93 Menschen aus 27 unterschiedlichen Nationen ihre Einbürgerungsurkunde. Und auch im Januar 2014 konnte Lippstadt bereits zehn neue Staatsbürger in seinen Reihen begrüßen. Sie alle waren am vergangenen Samstag eingeladen, im Rathaussaal dieses besondere Ereignis miteinander und mit Bürgermeister Christof Sommer und weiteren Verwaltungsmitarbeitern zu feiern.

Rund 50 waren der Einladung – teils in Begleitung von Freunden oder Familienangehörigen – gefolgt und Christof Sommer freute sich sichtlich über die Resonanz: “Dass Sie hier sind zeigt, dass die Einbürgerung für Sie etwas Besonderes ist und Sie damit auch eine wichtige und sicherlich wohlüberlegte Entscheidung getroffen haben.” Immerhin seien die Hürden, die man bis zur Einbürgerung zu nehmen habe, nicht eben niedrig. Mindestens acht Jahre müssen die Einbürgerungswilligen zuvor in Deutschland gelebt haben und nicht zuletzt auch entsprechende Kurse belegt und Tests abgelegt haben, bevor die Einbürgerung vollzogen werden kann.

Der Rathaussaal war voll, die Freude groß: Bei der Einbürgerungsfeier der Stadt Lippstadt begrüßte Bürgermeister Christof Sommer (letzte Reihe, M.) Menschen aus 32 Nationen, um mit ihnen den Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft zu feiern (Foto: Stadt Lippstadt).

Der Rathaussaal war voll, die Freude groß: Bei der Einbürgerungsfeier der Stadt Lippstadt begrüßte Bürgermeister Christof Sommer (letzte Reihe, Mitte) Menschen aus 32 Nationen, um mit ihnen den Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft zu feiern (Foto: Stadt Lippstadt).

“Wir freuen uns, dass Sie Deutschland und genauer gesagt Lippstadt als Ihre zweite, neue Heimat gewählt haben”, sagte Sommer und rief die Anwesenden gleichzeitig dazu auf, die mit der Staatsbürgerschaft verbundenen Rechte zu nutzen – allen voran das Wahlrecht. Er ermutigte die Gäste aber auch dazu, sich in der Gesellschaft zu engagieren, sei es bei der Feuerwehr, im Sportverein oder im Schützenverein. “Es gibt viele Möglichkeiten und zahlreiche Anlaufstellen.”

Die Eingebürgerten kommen unter anderem aus Armenien, China, Georgien, Indien, Italien, Nigeria, Peru, Türkei oder Vietnam. Mit 19 Personen stellten im vergangenen Jahr die Griechen die größte Gruppe der Eingebürgerten. Stellvertretend für alle anderen Gäste, richtete Ekaterini Kalitzidou einige Worte an die Gäste. “Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Wir sind jetzt Deutsche, aber wir haben unsere Identität nicht verloren.” Mit einem Augenzwinkern verdeutlichte sie ihre Aussagen anhand eines praktischen Beispiels aus dem Alltag: “Mein Sohn hat mich gefragt, ob es ab sofort kein Tzatziki mehr bei uns gibt und ich habe ihm geantwortet, dass es natürlich auch weiterhin Tzatziki geben wird, aber eben auch Kartoffelsalat.”

Die Freude über die Einbürgerung teilt bei der Stadtverwaltung eine Mitarbeiterin in besonderem Maße. Nicole Begger, die für die Einbürgerungen zuständig ist, kennt jeden einzelnen Fall und hat die Menschen auf ihrem Weg zur Einbürgerung eng begleitet. “Es sind immer interessante und oft sehr bewegende Lebensgeschichten, die ich hier zu hören bekommen. Vieles, was ich höre, macht mich persönlich sehr demütig, dankbar und zufrieden.” So ist auch die Einbürgerungsfeier für Nicole Begger ein besonderer Moment, den sie gern mit den Eingebürgerten gemeinsam begeht.

Persönlich hieß Christof Sommer jeden Eingebürgerten willkommen (Foto: Stadt Lippstadt).

Persönlich hieß Christof Sommer jeden Eingebürgerten willkommen (Foto: Stadt Lippstadt).

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